
Bauvorbild: Hohenheimer Milchhaus (s. Text).

Bild des Bauernhauses von Lange (1796) mit den 4 Eichen sowie mit
Brunnen und Kegelbahn.

Bild des Bauernhauses von E. W. Glasewald (1799) in "Beschreibung des
Gartens von Machern...".
Bauernhaus-Foto
aus den 1930er Jahren: 1942 wurde es
vollständig abgebrochen.
E. W. Glasewald
gibt in seinem Buch "Beschreibung des Gartens zu Machern ..." 1799 eine
sentimental-romantische Darstellung
dieses Bauernhauses, das er auch als
Schweizerhütte bezeichnete: "Auf dem hervorspringenden Strohdach
erhebt sich ein
Türmchen mit einer Glocke (s. Schlossturmglocke).
Inwendig sind
eine einfache
Stube und eine Kammer vorhanden, außen eine Ruhebank.
Gegenüber stehen vier
alte Eichen." Heute, 2008, existieren noch zwei davon (Kastor
und Pollux benannt). Sie sind älter als 300 Jahre. Die eine,
Pollux,
ist abgestorben. Ihr Stamm wurde über Jahre hinweg von Ameisen
ausgehöhlt. 2006
sind die zumeist brüchigen Äste entfernt und um den Stamm
herum eine
Absperrungssicherung angebracht worden
(Bilder).
Diese beiden alten
Eichen standen schon vor 1800
am Bauernhaus: Sommer- und Herbstbild 2007.
Die
Grundmauern des Bauernhauses wurden 1995 zur
Erinnerung freigelegt und eingegrenzt.
E.
W. Glasewald meint 1799 in seinem Buch (s.
o.): „Wer Geschmack an
stillen ländlichen Szenen findet, wo die Natur in kunstloser
Einfalt lacht, und
dem unverdorbenen Gefühl desto reizender erscheint, der wird gern
bei diesem
Häuschen weilen und es unter seine Lieblingsplätze
zählen.“
Wilhelms Ruh
Wilhelms Ruh ist eine um 1792 im Sinne einer Parkstaffage
künstlich errichtete Ruinenanlage mit
Schießwarte, Brücke und Aufgang sowie Steinbogentor,
Felsenwand und langer Steinbank mit Steintisch davor.
Den Namen
Wilhelms Ruh erhielt die gerade fertig gestellte Anlage zu Ehren
und
Erinnerung an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm II., der am
10. Juli 1792
Schloß und Park zu Machern besuchte, das sächsische
Besitztum des in
seinen Diensten stehenden Königlich-preußischen
Oberstallmeisters Carl Graf von Lindenau.
Ein Vorbild für diese
Anlage ist direkt nicht nachgewiesen
worden. In der
Gartenkunst der Renaissance gab es aber die „Exedra“,
eine Art Plattform an
einer
Gartenmauer, von der
man
einen guten Ausblick ins Land oder in die Stadt hatte. Diese
Einrichtung
kannten
damals
wohl auch die
Macherner Gartenschöpfer und setzten sie mit der Wilhelms Ruh als Staffage in ihrem
englischen
Garten baulich um. Man konnte von
hieraus seine Blicke gen
Süden auf das
damals dort noch vorhandene Wäldchen mit
dem Monument
für die Mutter des
Grafen und auf die
Felder und Wiesen bis hin zur
Dresdener Landstraße wie auch auf den nahen Schneckenberg
schweifen lassen (s. Lageplan).