
Freundschaftsbeziehungen zwischen Machern in Sachsen und Macheren
in Frankreich wurden 1991/92 durch Horst Kretzschmar, dem damaligen
Bürgermeister von Machern, ins Leben gerufen. Er hatte touristische
Kontakte zu dem Weingut Kloster Machern an der Mosel und erfuhr
dort von dem Ort Macheren im Gebiet Moselle
der Region Lorrain (Lothringen) in Frankreich, der früher einmal
lange Zeit auch Machern hieß und nahe der Stadt Saint
Avold, nicht weit von der Grenze zum Saarland liegt (s. Karte). Diese
Namensverbundenheit zu Machern gefiel und gab Anlaß zur Aufnahme
und Entwicklung von engen Freundschaftsbeziehungen.
Am 10. Oktober
1992 wurde in Machern auf dem Dreiecksplatz vor dem Friedhof von den beiden
damaligen Bürgermeistern Joseph Wurde aus Macheren und Horst Kretzschmar
aus Machern im Beisein von Macherner Bürgern eine Freundschaftslinde
gepflanzt und neben ihr auf einem Beuchaer Granitstein eine Gedenktafel
enthüllt (Bild).
Beim darauf folgenden Gegenbesuch in Macheren am 14. Mai 1993
unterzeichneten die beiden Bürgermeister einen „Verbrüderungseid“,
in dem es unter anderem heißt:
„... verpflichten wir uns am heutigen Tag feierlich:
- ständige Banden zwischen unseren beiden Gemeinden zu knüpfen
und zu bewahren, auf allen Gebieten den Austausch ihrer Bürger zu
unterstützen und durch eine bessere gegenseitige Verständigung,
das wahre Gefühl der europäischen Brüderlichkeit zu fördern,
- unsere Bestreben zu vereinen, um mit allen uns zu Verfügung
stehenden Mitteln diesem unentbehrlichen Werk des Friedens und des Wohlstandes
mit Erfolg beizutragen im Geiste der europäischen Einheit und Entwicklung.“
In den vergangenen Jahren fanden auf dieser Basis viele gemeinsame
Veranstaltungen hier und dort statt. Auswahlsweise seien genannt:
- Gegenseitige
Besuche von Bürgern
beider Orte 1993,
1994 und 2002.
- Schülertreffen in Macheren zu den Internationalen Kindertagen
1997 und 2001(Bild).
- Macherner Künstler gestalteten im Mai 1999 in Macheren
eine Bilderausstellung mit konzertanter Umrahmung, und Macherener Künstler
stellen im September 1999 ihre Bilder im Macherner Schloss während
des Parkfestes aus.
- Aktive Teilnahme von Sportlern beider Seiten an Internationalen Fußballturnieren
in Merlebach (Lorrain) 1997 und im Sportkomplex Tresenwald (Machern,
Sachsen) 2001.
- Wirtschaftsdelegationen beider Seiten weilten 1996 in Macheren
und Machern.
- Teilnahme von Delegationen aus Macheren an den Einweihungen des Sportparks
Tresenwald (1998) und des neuen Brunnens in Machern (2002) sowie an den
Neujahrsempfängen des Wirtschaftsfördervereins e. V. Machern
im Schloss zu Machern, auch am 25. Januar 2003, diesmal zusammen auch mit
dem Bürgermeister der Macherener Nachbargemeinde Saint Avold.
Für die besondere Förderung und Unterstützung dieser
Freundschaftsbeziehungen wurden geehrt mit der Ehrenbürgerschaft von
Macheren: Horst Kretzschmar, Kurt Fleischer, Ralph Ziermaier, Dr. Evelin
Heigel und Andreas Lochacz, und mit der Ehrenbürgerschaft von
Machern: Joseph Wurde und Andrè Wojciechowski, die beiden ehemaligen
Bürgermeister von Macheren. Der jetzige Bürgermeister von Macheren
ist Bernard Trinkwell und der von Saint Avold Andrè Wojciechowski.
Das Bild ist ein Ausschnitt der Generalkarte Nr. 12 des Kartenset Deutschland
von Maiers Geographischer Verlag 2000 (Maßstab 1:200 000)
Die Gemeinde Macheren berichtet über sich wie folgt:
„Im Jahre 1121 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt,
zunächst unter dem Namen Machera*. Über lange Epochen nannte
sich der Ort Machern*, ehe man den Namen Macheren* verlieh. Die Gemeinde
besteht aus 4 Ortsteilen, die untereinander 2 bis 2,5 km entfernt sind:
Macheren,
Petit Ebersviller, Moulin Neuf und Trois Maisons (s. Karte). Die Gemeinde
hat 2964 Einwohner. Die Mairie, die Gemeindeverwaltung, sitzt
in Petit Ebersviller. Es gibt hier keine Industrie, keine geschlossenen
Gewerbegebiete und keine Supermärkte. Einkaufszentrum ist das
4,5 km entfernte Städtchen Saint Avold. Die Menschen sind hauptsächlich
im Bergbau und in der Kalichemie in der näheren Umgebung sowie in
der Landwirtschaft beschäftigt. Ein Kulturverein, ein Bildungszentrum
mit Mittelschule, Volksschule und Kindergarten und 3 Arztpraxen sowie Sportplätze,
Turnhallen, Tennisplätze, Schwimmbad und Sportflugplatz sind
vorhanden. Der höchste Punkt in der Gemeinde ist der Mettenberg mit
320 m in einer hügligen Landschaft mit wasserreichen Tälern."
*Man kann diese Ortsnamen nach einem Elsass-Lothringischen Wörterbuch
von 1910 ableiten aus dem Lateinischen von maceria = Lehmmauer oder aus
dem Französischem von murs oder anciens murs = alte Steinmauer. Es
bestehen offenbar keine Beziehungen zu den hiesigen Ableitungsversuchen
von Beyreuther 1938 für das sächsische Machern, das einmal Macharin
und Machrin hieß und mit Slawen aus dem Ort Muchirum aus Dalmatien
in Verbindung gebracht wird.