
Der erste Ausflug der Schwanenfamilie: links Julia in der Nähe
der 6 Dunenschwänchen, rechts Romeo mit dem größeren
Höcker
am Schnabel.
4 Wochen später unternahm die Familie einen Landgang auf die
Halbinsel
bei der Apollo-Statue. Dabei waren leider nur noch 5
Dunenschwänchen
(Bild u.).

Die nur noch siebenköpfige Schwanenfamilie auf der Halbinsel bei
Apollo.
Am 7. 7. wurde ein weiterer Abgang festgestellt. Die nun noch sechsköpfige Schwanenfamilie blieb auf dem Schwemmteich zusammen bis zum 28. 10., ihrem Abflugtag in Richtung eines ihr genehmen Überwinterungsgewässers. Die Jungen hatten sich bis dahin gut entwickelt und gaben im Alter von 4½ Monaten sogar Anlaß zu einem neuen Macherner Schwanenmärchen Doch hatte die Schwanenfamlie vorher noch die schlimme Krankheit ihres Schwanenvaters Romeo zu überstehen.

Der kranke Romeo
Der örtliche Tierarzt Dr. Jürgen Bufe wurde zu Romeo gerufen. Als er in der Mittagsstunde zusammen mit Gnud Lesser von den Macherner Gemeindewerken und dem Autor kam, saß Romeo nicht mehr am Nordufer sondern am Südufer (Bild o.). Ein Einfangen zur Untersuchung gelang nicht. Der kranke Schwan wich aufs Wasser aus, wo er dann allerdings nur einem bedingt kranken Eindruck hinterließ (Bild u.).

Tierärztliche Visite bei den Macherner Schwänen mit Dr. Bufe
(r.) und Dipl-Ing.(Gartenbau) Lesser
In den nächsten Tagen zeigte Romeo folgendes atypisches
Verhalten:
er hielt sich fast nur getrennt von seiner Familie auf, hatte eine
etwas
schiefe Halshaltung und konnte sich auf dem Land nur tapsig
fortbewegen,
wobei er die Schwanzfedern als Stütze nutzte. Die Erkrankung wurde
als leichte Form von Botulismus eingeschätzt, die Romeo durch
Selbstheilung
weitgehend überwinden konnte.

Die 2 Monate alten Jungschwäne zusammen mit Mutter Julia
Nach 4 Wochen kreuzte die sechsköpfige Schwanenfamilie wieder
gemeinsam
auf dem Schwemmteich.
(Ein schwerer Fall von Botulismus ist dem Autor vom Brandiser
Kohlenbergteich
her bekannt, von wo im September 2000 ein gelähmt vorgefundener
Schwan
in die Leipziger Uni-Kleintierklinik gebracht wurde, ihm aber dort
nicht
mehr geholfen werden konnte. Ein Speziallabor in Göttingen hat
nach
dem Tod in Leber- und Mageninhaltsproben das Botulismus-Toxin
nachgewiesen.
Krankheitsbilder
davon sind im Internet vorhanden.

Die Versammlung der Wasservögel auf dem Macherner Schwemmteich
Gegenstand der Versammlung war das mehrmalige musikalische Geschehen
am gegenüber liegenden "Schlossberg" im Juni und September 2002
und
2003, wo die Wassernixe Rusalka mehrfach dem Schwemmteich entstieg, um
in der Nähe ihres geliebten Prinzen zu sein. Was da wohl alles
passiert
sein mag, wo Elfen tanzten, eine Hexe hexte und schöne Musik
erklang
und doch alles tragisch endete? Die versammelten Wasservögel
wollten
es genau wissen. Als Kundschafter boten sich die 4 Jungschwäne in
ihrem grauen Tarnfederkleid an. Die Versammelten stimmten zu. Und los
ging
die Erkundung in Richtung "Schlossberg".
Der Wasserweg hinüber zum Nordufer war für die
Jungschwäne
kein Problem. Viele Male hatten sie die Strecke schon
zurückgelegt.
Auch Ufererklimmungen waren ihnen geläufig, wenn auch nicht dort,
wo sie in der Nähe der Blutbuche "d'Artangan" aus dem Wasser
stiegen.
Aber schon waren sie an ihr vorbei und watschelten den steilen Hangweg
zum "Schlossberg" hinauf. Verlockendes Grün stand am Wegesrand und
verführte die beiden kleineren Schwäne zu mehreren
Grasrupfpausen.
Die beiden anderen stürmten weiter voran und gelangten bald zur
"Schlosshalle"
(Bild u.).

Die beiden größeren Jungschwäne auf dem "Schlossberg"
vor der "Schlosshalle".
Als ihre Geschwister auch bei ihnen waren, da schauten sie hierhin
und
dahin (Bild u.) und fanden schließlich heraus, dass die
Musikdozentin
Helga Sippel mit ihrer Macherner Kindergruppe hier tatsächlich die
Oper Rusalka von Dvorak mehrfach aufgeführt hatte. Sie waren
glücklich
dieser Erkenntnis wegen.

Die 4 Jungschwäne mit ihren Erkenntnisvisionen auf dem
"Schlossberg."

Ihre Visionen vergrößerten sich noch:
auf einmal stand die ganze Opern-Kindergruppe vor ihnen.
(Opernbilder von 2002: Sabine Spalteholz, Machern)
Doch da bemerkten die Jungschwäne unten auf dem Teich ihre Eltern, die mit ängstlichem Lockfiepen ihren Erkundungsauftrag begleiteten. Sie beendeten plötzlich das Märchen durch eine fast fliegende Rückkehr vom "Schlossberg" hinunter auf den Schwemmteich in die beruhigende Obhut ihrer Eltern (Bild u.).

Die 4 Jungschwäne wieder in der Obhut ihrer Eltern auf dem
Schwemmteich.
(Das erste Macherner Schwanenmärchen ist mit der Familie des Schwanenpaares Paul und Paula 2000 verbunden.)

Die 2 weißen Jungschwäne im Alter von etwa 2 Monaten
zusammen
mit ihren Eltern
auf dem Sahlweidenteich.
Die schon vom Schlüpfen an weiße und nicht graue
Befiederung
der beiden weißen Jungschwäne rührt von einem Gendefekt
her, der bei etwa 28% der Schwäne beobachtet wird.. Er lässt
keine graue Pigmentbildung von Eumelanin im Gefieder zu. Das sind die Immutabilis-Schwäne
("unveränderlich veränderte Schwäne", bezogen auf die
weiße
statt der grauen Farbe der Federn ).
Die männlichen Altschwäne auf den beiden letztgenannten
Teichen
sind Ringschwäne. Die Beringungszentrale Hiddensee teilte mit,
dass
der Schwan vom Galgenteich 9 Jahre und der vom Sahlweidenteich 5 Jahre
alt sind. Beide wurden vor 8 bzw. 4 Jahren an Gewässern der Stadt
Leipzig am linken Fuß beringt.
Schwäne anderswo: in Trebsen
Im Jahr 2003 hatte auf dem Herthasee bei Trebsen im
Muldentalkreis,
etwa 14 km von Machern entfernt, das dortige Schwanenpaar
8 Dunenschwänchen ausgebrütet und aufgezogen. Die
Schwanenmutter
ist ein Immutabilis-Schwan (s. o.), deren Füße nicht dunkel
sondern entsprechend hell sind. Sie ist beringt. Unter den 8
Jungschwänen
waren 2 weiße Immutabilis-Schwäne.
(1998 lebte eine 7köpfige Schwanenfamilie nach einem
wundersamen
Marsch auf dem Dorfteich von Altenbach, etwa 4 km von Machern entfernt.
Alle 5
Jungschwäne
waren Immutabilis-Mutationen.)
Die nachfolgenden Bilder von der 10köpfigen Schwanenfamilie aus
Trebsen wurden am 20. und 25. 9. 2003 aufgenommen.

Die Schwäne als Familienverband auf der Seemitte.

Die Schwanenfamilie im Wasser am Seeufer

Die Schwanenfamilie auf Land am Seeufer:
der Schwanenvater (v. l.) und die Schwanenmutter mit Ring (2. v. r.)