Das Macherner Schwanenjahr 2005
Schwemmteich
Nach der Schwanentragödie
im
vorangegangenen Jahr, bei der ein Jungschwan aus der 7-köpfigen Schwanenfamilie
von Romeo und Julia ausgestoßen wurde, kehrten die beiden Altschwäne
Romeo und Julia nach ihrem Abflug im Oktober in die Überwinterung
wieder auf den Schwemmteich im März 2005 zurück. (Erkannt
wurden sie durch ihre Reaktion auf einen speziellen Zuruf). Warum sie hier
nur ein bis zwei Tage verweilten, um dann dem Schwemmteich für
immer passee zu sagen, ist nicht bekannt, auch nicht ihr neuer Aufenthaltsort.
2005 waren keine weiteren Schwäne mehr auf dem Schwemmteich
eingeflogen.
Tresenwaldteich
Diesen versteckten, idyllischen Waldteich hatte sich ein offenbar noch
junges Schwanenpaar auserkoren. Beide Schwäne wiesen keine Besonderheiten
auf, hatten also keine Beringung und keine Immutabilisauffälligkeiten
wie etwa helle Füße (s. u.). Leider hatten sie auch keinen Nachwuchs
(Bild).
Schwanenpaar auf dem Tresenwaldteich
Iristeich
Auf dem Iristeich kreuzte ein Schwanenpaar nach erfolgreicher Brutzeit
mit 4 Jungen. Zwei von ihnen waren nicht grau sondern weiß befiedert,
also Immutabilisschwäne,
die durch
vererbte Gen-Mutation kein Eumelanin bilden können und daher
von Anfang an nur weiße Dunen bzw. weiße Federn aufweisen (Bild
u.). Beide Altschwäne trugen am linken Fuß einen Ring. Die Ringnummern
konnten nicht erkannt werden.

Ein Altschwan hatte eine deutlich sichtbare Geschwulst am oberen Hals,
die nach mehrmaliger Visite als beständig angesehen werden muß.
Das Tier konte zu einer Behandlung nicht eingefangen werden (Bilder o.).
Sahlweidenteich
Das auf dem Sahlweidenteich alteingesessene Schwanenpaar kehrte im zeitigen
Frühjahr 2005 aus der Überwinterungsregion auf den Sahlweidenteich
zurück. Der männliche Altschwan trug am linken Fuß einen
Ring mit der schon 2004 hier identifizierten Nummer AA001330. Das
Paar brütete erfolgreich. Unter den 4 Jungen befand sich ein Immutabilisschwan
(Bild).
Vorn die 4 Jungschwäne an der Bootsanlegestelle des Sahlweidenteiches
Schwanen-Kunst-Kurioses
Die Macherner Schwanenliebhaber und andere wurden noch kurz vor Jahresende
am 29. 12. 2005 durch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) mit dem in ihr abgebildeten
Gemälde
"Leda" vom Leipziger Künstler Michael Triegel geringgradig
entschädigt für den von ihnen im Sommer und Herbst 2005
vermissten romantischen Blickfang auf die weiß-graue Schwanenflotte
des Macherner Schwemmteiches (s. o.) , allerdings durch einen
Schwarzschwan mit romantisch-mythologischem Bezug (Bild u.).
Was Michael Triegel (geb. 1938) betrifft, so kommt dem Macherner Dr. Michael
Ulbricht, Leiter des Leipziger Buch- und Kunstantiquariats, der Verdienst
zu, bei seiner Kunstauktion im Schloss zu Machern am 28. 12. 2005
eine vermehrte Aufmerksam auf diesen Künstler gelenkt zu haben,
und zwar mit 2 Triegel-Bildern: Selbstbildnis und Landschaft (letzteres
mit dem höchstem Limitpreis von 22.000 € aller zur Versteigerung
angestehenden 115 Exponate).
"Leda" von Michael Triegel (2005)/Galerie Schwindt, Leipzig/
(LVZ 29.12.2005)
Weitläufige Bezugnahme auf die griechische Mythologie, wo Zeus sich
in einen Schwan verwandelt und Leda, eine hübsche Königsgattin,
verführt. Aus dieser Liasion gehen Helena und die Dioskuren Kastor
und Pollux hervor. (Siehe auch andere Darstellungen
dazu.)
Machern, 01. 01. 2006/Prof.
Dr. Heinz Mielke