Aeolus
ist
nach Homers Odyssee der Obergott der Winde. Diese Wetterfahne wird im
Lexikon
der Antike beschrieben als kunstvolle
In der
Nähe
das Schießhauses stand früher der Schneckenberg, der
gekrönt
war mit dem Aeolus-Tempel. Der Tempel glich einer Feldhütte. Ein
Strohdach
stützte sich auf sechs Stämme aus Eichenholz. Die Wände
waren aus Schilf mit Moos besetzt und so eingerichtet, daß man
sie
abnehmen und wieder anheften konnte, je nach dem Aeol aus Osten
oder
Westen, aus Süden oder Norden daher fuhr. Der Berg mußte
später
abgetragen werden, da er von Kaninchen vollständig unterwühlt
war.
Bis 1906 hatte die Wetterfahne die Gestalt eines
Ackerpfluges.
Die neue stiftete die Ritterguts- und Patronatsherrschaft, Paul
Schnetger
und seine Frau, aus Anlass des 100jährigen Familienbesitzes auf
Machern
1906. Die Jahreszahl des Jubiläums und das plastische
Flachbild
eines „Posaune blasenden Engels“, wie Beyreuther es 1938 benennt,
fanden
auf der aus Kupfer gefertigten Wetterfahne Platz Bei einer
neuerlichen Turmrenovierung im Jahre 1998 wurde diese nun mit Patina
besetzte
Wetterfahne abgenommen (Bild u.).

Wetterfahne, die sich von 1906 bis 1998 auf dem Macherner
Kirchturm
drehte.
Sie diente zur Anfertigung einer nichtplastischen, aber vergoldeten Kopie mit den zwei Jahreszahlen 1753 (Kirchenumbau) und 1998 (Wetterfahnenrestaurierung)(Bild u.).

Die neue Wetterfahne dreht sich seit 1998 auf dem Macherner Kirchturm
(vergrößte Ausschnittskopie eines Fotos von G.
Süß)
Betrachtet man auf den Bildern „den Posaune blasenden Engel“, so sucht man vergeblich nach „Engelsflügeln“. Streift der Blick von seinen Hüften abwärts, so sieht man einen fischleibigen Teil. Das Blasinstrument ähnelt einer Salpinx. Also könnte dies alles auch dem Salpinx blasenden Triton auf der Urwetterfahne von Athen entsprechen. Oder gibt es noch andere Interpretationen?

Wetterfahne kurz vor dem Aufziehen auf den Schlossturm
(Archivbild von 1988)
Am 12. 11. 1988 erfolgte dann die Turmbekrönung und mit ihr auch das Aufziehen der vergoldeten Wetterfahne, deren Inschriften heute teilweise immer noch nicht einwandfrei deutbar sind. Dr. Christoph Bormann, der damalige Leiter der Macherner Parkdirektion, sah diese Windfahne aus nächster Nähe und schreibt in der "Gedenkschrift zur Rekonstruktion des Turmes am Schloss Machern 1985 –1989“ wie folgt: "Über Reparaturen an der Turmbekrönung geben Initialen und Jahreszahlen in der Wetterfahne Auskunft:
1711 H. G. v. L. Heinrich
Gottlieb v. Lindenau
1797 C. H. A. v. L. Carl Heinrich August v. Lindenau
1850 E. v.
S.
Eduard Schnetger
1871 F. v. S.
1909 A. v.
S.
Alexander v. Schnetger"
Die vom Autor (H. M.) bei der Übernahme hier unterstrichenen Angaben sind als fraglich anzusehen. Denn anhand zweier Fotos (eins davon ist das Archivbild) konnte die Deutung zum Teil sinnvoll korrigiert werden, und zwar wie folgt:
1711 W. v. L. Wolf v. Lindenau (Besitzer,
lebte
1638-1710, starb bei Turmumbau)
1792 C. H. A. v. L. Carl Heinrich August v. Lindenau
(Besitzer bis 1802)
1850 E. v. S. Eduard Schnetger (Enkel
des Besitzers Gottfried Schnetger, 25 Jahre)
1871 T. v. S. Paul Theodor
Schnetger
(Enkel des Besitzers Wilhelm Schnetger, 12 Jahre)
1909 A. v. S. Alexander Schnetger (Sohn
des Besitzers Paul Theodor Schnetger, 15 Jahre).
1988 (Jahr der
neuen Turmbekrönung mit restaurierter Wetterfahne)
Ungeklärt bleibt die Bedeutung des kleinen v. vor dem S. Die Schnetger trugen keinen Adelsnamen. Vielleicht sollte die Namenswürdigung auf der Wetterfahne einfach so gelesen werden, zum Beispiel bei E. v. S.: "Eduard von Schnetgers“.
In der
Endphase
des Rathausbaues wurde im Sommer 1997 der Turm mit Knopf, Stab und
Wetterfahne
auf das Dach des Mittelteils aufgesetzt. In den Knopf sind
zeitgemäße
Dokumente und Münzen eingelötet worden. Und am 2.
Oktober
1997 fand dann die Einweihungsfeier für den Neubau statt. Von
diesem
für die Gemeinde Machern stolzen Jahr kündet seitdem die
Wetterfahne
mit der Inschrift 1997 (Bild von K. Fleischer).
Die Familien
Kai und
Mike Barke aus Machern sind seit 2000 Besitzer des alten
Feuerwehrhauses
in der Schlossgasse und bauten es zu einem Wohn- und Geschäftshaus
um. Den Turmteil erhöhten sie um ein mit Ziegeln gedecktes
Spitzdach.
Knopf und Stab mit einer Wetterfahne bilden die Turmspitze. Die
Wetterfahne
dreht sich seit November 2001 im Wind und trägt die
Inschriften:
O
A H (Bild). Es sind dies die Anfangsbuchstaben der Namen der
Kinder der beiden Familien: Orthia, Attila und Helen. Im Knopf sind
zeitgemäße
Dokumente und Münzen verwahrt (erstmalig für Machern und die
Region auch das ab 1. 1. 2002 gültige Euro-Geld).
Dort trifft
man auf das Haus der Familie Keller. Vom Dachfirst weist
eine
Wetterfahne mit der Inschrift 1996 auf das Jahr der
letzten
großen Renovierungsarbeiten am Haus vor 6 Jahren hin (Bild von G.
Keller). Die Wetterfahne wurde aus Edelstahl und Zinkblech von der
Wurzener
Metalldrückerei Müller angefertigt.
Hier steht
das 2000
erbaute Eigenheim der Familie des Dachdeckermeisters Horn, der
berufsmäßig
mit dem Anbringen von Wetterfahnen zu tun hat, wie am Macherner
Rathaus.
Für das Hausdach der Familie wählte er eine kupferne
Wetterfahne
mit den Symbolen seiner Handwerkszunft: Ziegelhammer, Zirkel und
Schieferhammer
(Bild).
Einen mit
Edelrost
belegten kupfernen Hahn als Wetterfahne auf dem niedrigen Dach seines
Carports
besitzt Henning Pohl (Bild). Solche Wetterfahnen,
in
variierender Form aus verschiedenem Material hergestellt, sind nicht
selten.
Man sieht sie in Machern auch noch im Buchenweg, in der Leipziger
Straße,
in der Gartenanlage am Neumarkt, in der Goethestraße und im
Rotkehlchenweg.