Eine Ausstellung des Moldova-Instituts Leipzig e. V.
Inhaltliche Konzeption und Gestaltung:
PD Dr. Ute Schmidt (FU Berlin)
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Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
in Kooperation mit
Bessarabiendeutscher Verein e. V.
Deutsche Botschaft Chisinau
Deutsche Botschaft Kiew
mit freundlicher Unterstützung durch
Friedrich-Ebert-Stiftung
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Im Jahr 1813 rief Zar Alexander I. deutsche Siedler auf, sich als Kolonisten in Bessarabien niederzulassen. Im Jahr 1940 mussten die Deutschen infolge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages („Hitler-Stalin-Pakt“) 1939 ihre bessarabische Heimat innerhalb weniger Wochen verlassen. In diesen 125 Jahren haben fünf bis sechs Generationen deutscher Siedler, trotz mancher Rückschläge, ein prosperierendes Gemeinwesen mit 150 Dörfern geschaffen. Diese Geschichte ist heute weitgehend vergessen.
Die Ausstellung „Fromme und tüchtige Leute...“ - Die deutschen Siedlungen in Bessarabien möchte das Leben dieser Gruppe in ihren sozialen, kulturellen und zeithistorischen Facetten anschaulich machen.
Die deutschen Einwanderer kamen überwiegend aus Südwestdeutschland und Preußen. Sie waren größtenteils Protestanten und durch den religiösen Pietismus geprägt. Alexander I. bot ihnen ein Stück Land an und sicherte ihnen besondere Rechte wie Religionsfreiheit, Befreiung vom Militärdienst und Aufbauhilfen zu.
Im autokratischen Zarenreich, in dem die Leibeigenschaft erst 1861 aufgehoben wurden, sollten die Kolonisten ein Beispiel für eine freie und selbstverantwortliche Bauernschaft geben.
Die Deutschen bildeten inmitten der bunten Vielfalt der Völker Bessarabiens eine Minderheit von drei Prozent. Sie lebten in überwiegend homogen deutschen Gemeinden, kooperierten aber im Alltag auf vielfältige Weise mit den anderen ethnischen und religiösen Gruppen.
Seit vielen Jahren unterhalten die Deutschen aus Bessarabien und ihre Nachkommen vielfältige freundschaftliche Kontakte zur einheimischen Bevölkerung in der Republik Moldau und in der Südwestukraine. Sie unterstützen eine ganze Reihe sozialer Hilfsprojekte und kultureller Initiativen. Beispiele dafür sind die Restaurierungen der Kirchen in Sarata und Albota oder das Bauernmuseum in Friedenstal.
Die Ausstellung zeigt nicht nur die wechselvolle Geschichte der Deutschen in Bessarabien von der Ansiedlung bis zur Aussiedlung. Sie thematisiert auch ihr Alltags- und Gemeinschaftsleben, ihre Kultur und Mentalität sowie ihr Verhältnis zu den anderen ethnischen Gruppen Bessarabiens.
Anhand von zahlreichen Bildern und Dokumenten, die auf 32 großformatigen farbigen Bannern präsentiert werden, eröffnet sich mithilfe eines farbigen Leitsystems ein Rundgang durch die Ausstellung.
Die Ausstellung wurde am 12. Oktober 2010 im Nationalmuseum für Archäologie und Geschichte in Chisinau eröffnet. Aus diem Anlass fand ebenfalls eine Podiumsdiskussion zum Thema "Migration und Multiethnizität früher und heute" statt.
Im Jahr 2011 reist die Ausstellung in die Ukraine und schließlich nach Deutschland.
12.10.2010 - 13.12.2010 Nationalmuseum für Archäologie und Geschichte in Comrat
seit 14.12.2010 Gagausische Kunstgalerie Comrat
Cahul (Moldau)
Odessa (Ukraine)
Ismail (Ukraine)
Tarutino (Ukraine)
Berlin (Deutschland)
Leipzig (Deutschland)