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Medienpolitik und
Europäisierung der Mediengesetzgebung in Südosteuropa

(Republik Moldova, Rumänien, Bulgarien)

Internationale Tagung
11.-12. Oktober 2007

Die Tagung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der /
The conference is made possible through the generous support of the
Konrad-Adenauer-Stiftung



Einzelne Beiträge zur Tagung stehen Ihnen zum Download im pdf-Format hier zur Verfügung.

 

VERANSTALTUNGSORT/LOCATION



Hotel Residence Cerisiers
Str. Alexandru Constantinescu nr. 33
Sector 1 Bukarest, Rumänien
Tel. (+40) 21 223 19 78


VERANSTALTER/ORGANIZER



Konrad-Adenauer-Stiftung
Moldova-Institut Leipzig


TAGUNGSSPRACHEN/LANGUAGES



Deutsch und Englisch
German and English

P R O G R A M M
P R O G R A M M E

Donnerstag, 11. Oktober 2007
Bukarest

13:00–14:00

Eröffnung, Begrüßung, Einleitung
Introduction and welcome

Dr. Holger Dix, Leiter der Außenstelle Bukarest der Konrad-Adenauer-Stiftung

Dr. Dirk Förger, Außenstelle Sofia der Konrad-Adenauer-Stiftung
Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Bochmann, Vorsitzender des MIL

Sektion 1: Staatliche Medienpolitik:
                 Akteure, Inhalte, Funktionen und neue Herausforderungen
Panel 1:            State Media Policy: Actors, Content, Functions and New Challenges

Moderation: Klaus Bochmann (Leipzig)
14:00–15:00 Bissera Zankova (Sofia):

The Media Regulators and The New Institutional Structure

Medienregulierer und neue institutionelle Strukturen

  Liliana Viţu (Chişinău):

The European Discourse of the Republic of Moldova: Who Sets the Public Agenda?

Der Europäische Diskurs der Republik Moldova: Wer bestimmt die öffentliche Tagesordnung?

15:00–15:30 Kaffeepause / Coffee break
15:30–16:00 Carmen Chirea-Ungureanu (Constanţa):

Politics, Mass Media and Public in Romania

Politik, Massenmedien und Öffentlichkeit in Rumänien

16:00–16:30 Diskussion / Discussion

Sektion 2: Europäisierung der Mediengesetzgebung
Panel 2:            The Europeanization of Media Legislation

Moderation:  
16:30–17:30 Irene Neverla (Hamburg):

Europäisierung durch europäischen Journamismus. Bedingungen und Folgen einer Leitidee

Europeanization through European Journalism. Conditions and Consequences of a Guiding Idea

  Brînduşa Armanca (Budapest):

Public Television in Romania between Ethics and Law. A History of Failure

Öffentliches Fernsehen in Rumänien zwischen Moral und Gesetz. Eine Geschichte des Scheiterns

17:30–17:45 Kaffeepause / Coffee break
17:45–18:15 Nicolae Toderaş (Bucureşti):

The European Dimension of Mass-Media in the Republic of Moldova: Roles and Responsibilities in the Process of Europeanizing Public Space

Die europäische Dimension der Medien in der Republik Moldova: Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Prozess der Europäisierung des öffentlichen Raumes

18:15–18:45 Diskussion / Discussion

Anschließend        EMPFANG
Followed by           RECEPTION


Freitag, 12. Oktober 2007
Bukarest

Sektion 3: Medien als wirtschaftlicher Faktor?
Panel 3:            The Media as an Economic Factor?

Moderation: Irene Neverla (Hamburg)

09:30–10:30

Ivo Indzhov (Sofia): 

Frei und vielfältig? Der ambivalente Beitrag der ausländischen Medieninvestitionen zur Entwicklung der postkommunistischen Medienlandschaft in Bulgarien

Free and Varied? The Ambivalent Contribution of Foreign Media Investment in the Development of the Post-Communist Media Landscape in Bulgaria


Marina Dumbrava (Leipzig): 

Staatlich, nicht-staatlich, kommerziell? Die Entwicklung des Medienmarkts in Moldova

State-Owned, Non-Governmental, Commercial? The Development of the Media Market in Moldova

10:30–11:00 Kaffeepause / Coffee break

11:00–11:30

Orlin Spassov (Sofia):

Americanization vs. Europeanization: News Corporation in Bulgaria

Amerikanisierung vs. Europäisierung: News Corporation in Bulgarien

11:30–12:00 Diskussion

12:00–14:00          Mittagspause / Lunch break

Sektion 4: Medienmarkt und journalistische Ethik
Panel 4:            The Media Market and Ethics of Journalism

Moderation: Liliana Viţu (Chişinău)

14:00–14:30

Barbara Oertel (Berlin):

Politik, Wirtschaft und Medien

Politics, Economics and the Media

14:30–15:00

Kaffeepause / Coffee break

15:00–16:00

Liana Ganea (Bucureşti):

Current Developments in the Romanian Media

Aktuelle Entwicklungen in den rumänischen Medien

 

Danail Danov (Sofia):

Bulgarian Media after the Accession to the EU: Ethical and Ownership Dilemmas

Bulgarische Medien nach dem EU-Beitritt: Eigentum und moralisches Dilemma

16:00–16:30 Diskussion / Discussion

 

Podiumsdiskussion
Round-Table Discussion

18:00   

Politik und Medien. Wer kontrolliert wen?

Politics and the Media. Who Controls Whom?

Diskussion mit / discussion with: Liliana Viţu (Chişinău)
Cristina Guseth (Bucureşti)
Dimitar Sotirov (Sofia)
Moderation: Barbara Oertel (Berlin)

 

Tagungsanmeldungen


Tagungsanmeldungen ohne Vortrag erbitten wir bis zum

25. September 2007

. Alle angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten rechtzeitig das Tagungsprogramm und Hinweise zur Anreise und Unterbringung.


Die Tagung gliedert sich in vier Themenblöcke:

Staatliche Medienpolitik nach dem Umbruch von 1989/1991


Schon die ersten freien Parlamentswahlen haben gezeigt, dass das Interesse der Politiker an der medienpolitischen Steuerung und Kontrolle besonders groß ist, weil nach dem Ende der Diktatur die politische Herrschaft „begründungspflichtig und zustimmungsfähig“ geworden war. Unter diesen Umständen sind die Politiker nicht so schnell bereit, die Medien zu entstaatlichen, also das westeuropäische Prinzip der „Staatsferne“ durch öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunk zu realisieren. Es entsteht ein offensichtlicher Interessenkonflikt: Politiker müssten dem Anspruch auf das Medienmonopol des Staates zu einem Zeitpunkt entsagen, zu dem sie des Wohlwollens eben dieser Medien ganz besonders bedürfen. Aufgrund dieser Konfliktsituation gilt die Organisation und Regelung des Mediensystems als besondere Herausforderung für die Demokratisierung in den jeweiligen Ländern.

Im Themenblock 1 setzten wir uns mit der Akteuren, Inhalten, Funktionen und neuen Herausforderungen der staatlichen Medienpolitik auseinander. Es geht um folgenden Fragen: Welche historischen Prozesse durchliefen das politische System, die Parteien und die Medien? Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen Regierung und Medien? Welche Besonderheiten weisen die jeweiligen Medienlandschaften auf und welche Funktionen erfüllt die Medienpolitik? Wie stark ist und wie manifestiert sich der politische Einfluss im öffentlichen und privaten Rundfunk? Welche Gegenkräfte zur Begrenzung des politischen Einflusses sind vorhanden?


Europäisierung der Mediengesetzgebung


Um die formaljuristischen Bestimmungen, wie Medienfreiheit und die Freiheit der Meinungsäußerung, die Garantie von Presse- und Informationsfreiheit, den freien Informationszugang und das Zensurverbot zu erfüllen, sind in allen drei Ländern nach dem politischen Umbruch wichtige Maßnahmen eingeleitet und einige bereits realisiert worden.

Anliegen dieses Themenblockes ist es, die unterschiedlichen Aspekte und die neuesten Entwicklungen bei der Europäisierung der Mediengesetzgebung in den drei Ländern zu erörtern. Zu beachten ist das Ausmaß der Europäisierung der nationalen Mediengesetzgebung. Für Rumänien und Bulgarien werden mit dem EU-Beitritt auch strukturelle Veränderungen der Rahmenbedingungen der Medienindustrie wirksam. Bedeutet dies im politischen Bereich die Veränderung der Rolle des Staates und die Dominanz des freien Marktes im Bereich der Medienindustrie? Was ist in den letzten Jahren geschehen? Wie ist der heutige Stand? Welche neuen Herausforderungen sind für die Medienpolitik nach der EU-Osterweiterung entstanden?


Medien als wirtschaftlicher Faktor?


Im Themenblock 3 stellen wir uns die Aufgabe, die Entwicklung des Medienmarktes unter kommerziellen Aspekten in Rumänien, Bulgarien und Moldova zu analysieren und die Probleme und Fragen zu diskutieren, die mit der Entwicklung der Medienmärkte verbunden sind. Dabei ist eine der grundlegenden Fragen im Bereich der Privatisierung der Medien in den Transformationsländern die nach der Transparenz der Medienbesitzverhältnisse.

Wie hat sich die Medienwirtschaft unter den gegebenen Marktbedingungen in Rumänien, Bulgarien, Moldova entwickelt? Was bedeuten die parallelen Medienlandschaften Moldovas – jeweils in rumänischer und russischer Sprache – für den Medienmarkt?

Welche Voraussetzungen für die Unabhängigkeit und Qualität der Medien sind von der Privatisierung der Massenmedien geschaffen? Welche Rolle spielen die westlichen Investitionen in den Medien? Wie entwickelt sich und welche Folgen haben die Medienkonzentration, insbesondere für die publizistische Vielfalt?


Medienmarkt und journalistische Ethik


Durch den Aufbau von Feindbildern und durch einseitige Kommentare haben die Medien in hohem Maße dazu beigetragen, eine Demarkationslinie zwischen dem „Fremden“ und dem „Eigenen“ zu konstruieren bzw. zu erfinden und tief im Bewusstsein der Menschen zu verankern (Beispiel Transnistrienkonflikt). Auch wenn unabhängige Berichterstattung dadurch erschwert wird, dass der Informationsfluss durch verschiedene (Konflikt)Parteien kanalisiert wird, gibt es auch Beispiele von gelungenem und unabhängigem Journalismus.

Wie sehen die Interessenkonflikte aus, denen Journalisten bei ihrer Arbeit in der Politikberichterstattung begegnen? Gibt es medienethische Prinzipien? Welche Maximen motivieren ein Journalisten dazu, einen verantwortlichen, kritischen und unabhängigen Journalismus auch gegen den Widerstand der Verhältnisse zu verfolgen?


Podiumsdiskussion

Politik und Medien. Wer kontrolliert wen?


Erfüllen heute die Medien eine Kontrollfunktion? Erwartet das die Gesellschaft von ihnen überhaupt? Wenn ja, werden sie den Anforderungen gerecht? Welche Abhängigkeiten bestehen zwischen Regierung und Medien? Werden die Funktionen der Medien vom Staat ausreichend anerkannt? Bestehen Abhängigkeiten zwischen Regierung, Medien und Wirtschaft? Sind diese Abhängigkeiten einseitig oder beidseitig? Wem nutzen sie, wem schaden sie?

Kontakt:



Dr. des. Marina Dumbrava

MOLDOVA-INSTITUT LEIPZIG
Thomaskirchhof 20
D-04109 Leipzig

E-Mail: moldova@rz.uni-leipzig.de
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