Die
Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Rumänien und Moldova
Denkmäler, Friedhöfe und Museen für Sieger, Gefallene und Holocaust-Opfer
Nach
1989 wurde es
in
der Republik Moldova und in Rumänien erstmals möglich,
zentrale Ereignisse der neueren
Nationalgeschichte, vor allem den
Zweiten Weltkrieg mit seinen Hintergründen und seinen Folgen,
neu zu deuten,
indem man vom sozialistisch bzw. sowjetisch geprägten
Geschichtsbild abweichen konnte.
Das
Projekt widmet sich der Dokumentation und Analyse der
unterschiedlichen Erinnerungskulturen über den Zweiten Weltkrieg
in den beiden Ländern anhand von Denkmälern, Friedhöfen
und Museen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Republik Moldova.
Neben konkreten Gedächtnisorten werden auch Bedeutung und
öffentliche Resonanz von Gedenk- und Feiertagen (wie z.B. der 9.
Mai – „Tag des Sieges“ in Moldova, der 9. Oktober –
Holocaust-Gedenktag in Rumänien) erfasst und kritisch
beleuchtet.
Im
Rahmen des Projektes sollen dabei zentrale Deutungsmuster der
Sieger-Verlierer-, wie auch von Täter-Opfer-Konstellationen aus
beiden Ländern herausgearbeitet werden, wie auch verdeutlicht
werden, inwieweit der Holocaust einen nachhaltigen Platz in der
Erinnerungspolitik der untersuchten Staaten einnimmt. Die zentrale
Fragen des Projekts lauten: Welche Erinnerungsdebatten finden um den
Zweiten Weltkrieg statt? Welche Deutungsunterschiede werden in der
Republik Moldova und in Rumänien sichtbar?
10
moldauische und deutsche Studenten untersuchen gemeinsam unter
Leitung von Fachleuten und Leipziger und Chişinăuer Wissenschaftler
die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in der Republik Moldova und
Rumänien. Die Ergebnisse werden auf einer CD-Rom zusammengefasst
und im Rahmen eines Workshops mit Podiumsdiskussion in Chişinău
vor europäischen
und einheimischen
Experten präsentiert und diskutiert.
Zielsetzung des Projektes:
• Dokumentation
der unterschiedlichen Erinnerungsdiskurse und Formen der visuellen
Gestaltung der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in Rumänien
und Moldova
• Identifizierung
der zentralen Leitlinien der geschichtlichen Deutungsmuster zum
Themenkomplex „Zweiter Weltkrieg“ in der
Erinnerungspolitik der Republik Moldova und Rumäniens
• Erfassung
der Thematisierung des Holocausts an Gedenkstätten und Museen
in der Region
• Wissenstransfer
im Sinne der Vermittlung von Kenntnissen über die Deutung und
Präsentation des Zweiten Weltkrieges in Rumänien und
Moldova
• Sensibilisierung
von jungen Menschen für die Existenz alternativer
Geschichtsbilder sowie der Öffentlichkeit für die
Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem
Geschichtsbild des Zweiten Weltkrieges
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