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Tenor viola da gamba
Thomas Edlinger, senior
Augsburg
1672
Inv.-Nr. 811
Viol exhibited in  Baroque
from the instrument collection  Paul de Wit

Tenor viola da gamba, 1672 - carved head

 


Photographer: Janos Stekovics   

 
 
Am Wirbelkasten dieser besonders edlen Viola da gamba befindet sich eine auffällige Verzierung: der holzgeschnitzte Kopf eines mit verträumtem Blick nach oben schauenden Mannes, der zu singen scheint. Das Motiv stimmt auf anrührende Art mit dem Klang der Gambe überein, der stets als sehr sanglich und lieblich empfunden wurde. Von großer Harmonie ist auch die Form des Resonanzkorpus mit seinen geschweiften Konturen und geflammten Schallöchern. Der ungewöhnlich schön dekorierte Rand besteht aus Intarsien von Perlmutt und Ebenholz, kleine Perlmuttherzen verschönern die Ecken der Korpusbiegung. Die Tenor-Viola da gamba hielt man beim Spielen ähnlich wie ein Cello zwischen den Knien. Ihr Klang ist gedeckter und weniger kräftig als der eines Cellos. Nicht nur Musiker, sondern vor allem auch Gelehrte, Fürsten und sogar Könige wie Heinrich VIII. von England spielten selbst Viola da gamba und wußten ihren beruhigenden Klang zu schätzen.