Projekt: PIN - Patienteninformationsnetz Berlin
Das Patienteninformationsnetz Berlin (PIN) wird als Modellprojekt der Patienteninformation von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen gem. § 65 b SGB V gefördert.
| § 65 b SGB V Förderung von Einrichtungen zur Verbraucher- und Patientenberatung. (1) Die Spitzenverbände der Krankenkassen fördern mit jährlich insgesamt zehn Millionen Deutsche Mark je Kalenderjahr im Rahmen von Modellvorhaben gemeinsam und einheitlich Einrichtungen zur Verbraucher- oder Patientenberatung, die sich die gesundheitliche Information, Beratung und Aufklärung von Versicherten zum Ziel gesetzt haben und die von den Spitzenverbänden als förderungsfähig anerkannt wurden. Die Förderung einer Einrichtung zur Verbraucher- oder Patientenberatung setzt deren Nachweis über ihre Neutralität und Unabhängigkeit voraus. (...) |
Es ist das Modellvorhaben der Patientenunterstützung in der Region Berlin und bezieht sich auf das Handlungsfeld: "Medienseinsatz bei der Verbraucher- und Patientenberatung". Beispielhaft soll der Einsatz moderner Informationstechnologien bei der Verbraucher- und Patientenberatung entwickelt werden.
Das Projekt ist eines von bundesweit 31 Einrichtungen der Patienten- und Verbraucherberatung, die zur Stärkung der Patientensouveränität und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes gefördert werden.
Die Förderung des Modellprojekts Patienteninformationsnetz Berlin ist vorerst befristet bis 30.06.2004. Die Projektverlängerung wird angestrebt.
Ziel
des Patienteninformationsnetz Berlin (PIN) ist es, Verbraucher/innen und Patienten/innen bei der Suche nach qualitativ gesicherten Gesundheitsinformationen zu unterstützen und ihnen die Orientierung im Gesundheitswesen und den dazu gehörenden komplementären Angeboten zu erleichtern.
Das Projekt richtet sich dabei vorrangig nach dem Informationsbedürfnis akut erkrankter Menschen und ihrer Angehörigen. Ihnen soll ein erster Weg zu den für sie relevanten Informationen aufgezeigt werden. Sie werden bei ihrer Recherche begleitet und ihr Informationsbedarf bildet die Basis für die Weiterentwicklung und Strukturierung des Angebots. Dieser Informationsgewinn kann von allen Kooperationspartnern, zur besseren Erreichbarkeit und Weiterentwicklung ihres Hilfe- und Unterstützungsangebots genutzt werden.
Das Angebot
des Modellprojekt Patienteninformationsnetz Berlin (PIN) besteht als Informationsprojekt aus einem Internetportal, das Patienten/innen und ihren Angehörigen
· einen leichten Zugang zu qualitätsgesicherten Gesundheitsinformationen in Internet bietet
· und mittels eines Chat-Informations-Angebots einen einfachen Weg zu bestehenden Hilfe- und Informationsangeboten weist.
Im Chat stehen Fachleute aus Berliner Beratungsstellen und Einrichtungen des Gesundheitswesens mit ihrem Informationsangebot den Nutzer/innen zur Verfügung. Die Chat-Protokolle werden ausgewertet und bilden die Basis für die Ermittlung der patientenrelevanten Informationen und Informationswege. Das Informationsangebot des Internetsportals wird entsprechend weiterentwickelt. Gleichzeitig wird so die Transparenz der bestehende Beratungs- und Informationsstruktur erhöht, vorhandene Potenziale und Lücken im Angebot werden aufgedeckt.
Die Themen des Chats kommen aus allen patientenrelevanten Bereichen z.B.
- Patientenrechte und Patienteninformation (u.a. mit der Verbraucherzentrale Berlin)
- Informationen zum Umgang mit Krankheit, deren Behandlung und Nachsorge (z.B. Fachleute aus Krankenhäusern)
- Soziale Probleme im Zusammenhang mit Krankheit (Auskünfte zum Leistungsangebot)
- Stärkung der eigenen gesundheitlichen Kompetenz (z.B. Frauengesundheit in Kooperation mit dem FFGZ)
- etc.
Neben der Kooperation mit bestehenden Informations- und Beratungseinrichtungen werden durch das Projekt modellhaft Angebote initiiert:
- für bestimmte Zielgruppen, z.B. Patienteninformationen für Migranten/innen
- Informationsangebote die eine professionelle Unterstützung von Multiplikatoren darstellen, z.B. für Patientenfürsprecher/innen in Berliner Krankenhäusern
- Schulungen, die sich an besondere Zielgruppen richten, z.B. Einstiegskurse für ältere Menschen
Das Patienten-Internet-Café in der Straßburger Str. 56, 10405 Berlin bietet Multiplikatoren, Patienten/innen und ihre Angehörigen neben Schulungen und speziellen Informationsangeboten, technische und fachliche Betreuung bei der Suche nach relevanten Informationen. In Krankenhäusern und Treffpunkten in den Bezirken werden kooperativ weitere niedrigschwellige Informationsangebote für Patienten/innen eröffnet.
Träger
des Modellprojektes ist Gesundheit Berlin e.V., Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, ein Zusammenschluss von über 100 Institutionen und Akteuren aus allen Handlungsfeldern des Gesundheitswesens.
Evaluationsteam
Das Projekt wird im Rahmen der wissenschaftliche Begleitforschung evaluiert durch
- Prof. Dr. Doris Schaeffer, Universität Bielefeld
- Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Universität Bielefeld
- PD Dr. Marie-Luise Dierks, Medizinische Hochschule Hannover
- Prof. Dr. Norbert Wohlfahrt, Ev. Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
- sowie Dr. Matthias Wienhold und MPH Michael Ewers.
Kontakt
Gesundheit Berlin e.V.
Patienteninformationsprojekt
Carola Gold / Mandy Letsch / Rainer Sanner
Andrea Möllmann / Martina Bösche
Straßburger Str. 56
10405 Berlin
Tel.: 030 - 44 31 90 60
Fax: 030 - 44 31 90 63
URL: www.patienteninfo-berlin.de
E-Mail: post@patienteninfo-berlin.de