Institut für Musikpädagogik der Universität Leipzig


Forschungsprojekte

Sichtweisen auf den Leistungsbegriff im Fach Musik. Auswertung von Interviews mit Lehrern und Schülern in der Grundschule.
Prof. Dr. Constanze Rora, Dr. Matthea Wagener (FU Berlin)
Als ästhetisches Fach folgt Musik Überlegungen und Zielsetzungen, die sich von denen nicht-ästhetischer Fächer unterscheiden. Aspekte der subjektiven Begegnung und Auseinandersetzung mit Gegenständen spielen im Musikunterricht eine zentrale Rolle. Insbesondere im Bereich musikalischer und musikbezogener Gestaltungsaufgaben ist es schwer, eine pädagogisch und sachbezogen sinnvolle Form der Leistungsrückmeldung zu finden.
Die Untersuchung knüpft an die subjektiven Theorien von Lehrern und Schülern zu der Frage der im Musikunterricht zu erbringenden Leistungen und Möglichkeiten ihrer Rückmeldungen an die Schüler an, um davon ausgehend unterschiedliche Leistungsbegriffe vergleichend zu ordnen und zu bestimmen.

 

Kreative Rezeption als musikpädagogisches Verfahren der Annäherung an Neue Musik in der schulpraktischen Erprobung
Prof. Dr. Rora, Studierende des Instituts
In diesem Projekt werden Unterrichtssituationen inszeniert und evaluiert, die auf die Vermittlung Neuer Musik zielen. Dabei stehen Verfahrensweisen im Mittelpunkt, in denen die Schüler sich produktiv gestaltend mit ihren Höreindrücken auseinandersetzen. Die Medien, in denen dies geschieht, sind vielfältig und reichen über Bewegung, Malen, Plastizieren, Schreiben bis zu Improvisations- und Kompositionskonzepten. Zu den untersuchten Verfahrensweisen gibt es zahlreiche Vorbilder und Beispiele in der Unterrichtsliteratur seit den späten  60er Jahren, die in die Erprobung einbezogen werden.
Die Evaluation befasst sich mit der Auswertung von Gestaltungsprodukten, Schülerbefragungen und der Entwicklung und Auswertung von Leistungstests.

 

Musik als Raumphänomen. Untersuchung zum Musikhören von Kindern und Jugendlichen
Prof. Dr. Constanze Rora
Das Forschungsprojekt gliedert sich in zwei Schwerpunkte. Zum einen wird im Rahmen einer historisch-systematischen Untersuchung eine Verbindung zwischen phänomenologisch orientierten Raumbegriffen (Straus, Plessner, Schmitz, Böhme) und musiktheoretischen Ansätzen, die räumliche Eindrücke bei der Musikwahrnehmung thematisieren (Riemann, Kurth, Wellek), hergestellt. Ziel dieses Untersuchungsschwerpunktes ist die Formulierung eines musikalischen Raumbegriffs, von dem aus intermodale und assoziative Beschreibungen von Musik erklärt werden können.
Den zweiten Schwerpunkt bildet eine qualitativ-empirische Studie zum Musikhören von Kindern und Jugendlichen. Sie hat das Ziel, den Zusammenhang zwischen Raum und Musik ausgehend von jugendlichen Vorstellungswelten zu entfalten.
Beide Perspektiven auf den Zusammenhang von Musik und Raum sollen in ein Verhältnis gesetzt werden, um damit Einblicke in die Charakteristik musikalisch-ästhetischer Erfahrungsprozesse zu erhalten.