Curriculum Vitae
1972
Beginn des Hochschulstudiums an der J. Gutenberg-Universit ät Mainz mit der Fachkombination Biologie und Chemie.
1973-1979
Studium der Biologie an der J.W. Goethe-Universität, Frankfurt/M mit dem Hauptfach Zoologie und den Nebenfächern Biochemie und Pharmakologie. Abschluß Diplombiologe
1979-1981
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des SFB 45 "Neuronale Grundlagen des Verhaltens" an der J.W. Goethe-Universität, Frankfurt/M.
1981-1983
Wissenschaftlicher Mitarbeiter des SFB 204 "Nachrichtenaufnahme und -verarbeitung im Hörsystem von Vertebraten" an der Ludwig-Maximilians-Universität, München.
1983
Dissertation (Dr. rer. nat) an der Fakultät für Biologie der Ludwig Maximillians Universität, München.
1983-1987
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum, Leitung des Teilprojekts "Untersuchung der Wirbeltierhörbahn" im SFB 114, "Biologische Nachrichtenaufnahme und Nachrichtenverarbeitung".
1986-1988
Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft
1988-1990
Leitung der Projektgruppe: "Ontogenese der zentralen Hörverarbeitung bei Säugern", gefördert aus Mitteln der Stiftung Volkswagenwerk, angesiedelt am Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neu-robiologie der Ruhr-Universität Bochum.
1989
Habilitation an der Fakultät für Biologie der Ruhr-Universität Bochum (Lehrbefugnis für das Fach Zoologie).
1989
Bewilligung eines DFG-Stipendiums im Rahmen des Heisenberg-Programms.
April 94-
Professor für Neurobiologie an der Universität Leipzig.
Mai 95-
Visiting Professor at the Department of Otolaryngology, Head and Neck Surgery of the University of Washington, Seattle (USA)
1999-
Mitglied im Vorstand des Zentrums für Kognitionswissenschaften (mit angeschlossenem Promotionskolleg) am 'Zentrum für Höhere Studien' der Universität Leipzig
1998-
Beantragung und Koordination des DFG-Schwerpunktprogramms "Zeitgebundene Informationsverarbeitung im zentralen auditorischen System"
1999-
Direktor des Zoologischen Instituts an der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie
Wissenschaftliche Tätigkeit im Ausland
1981
Feldbiologischer Arbeitsaufenthalt in Sri Lanka, Untersuchungen zur Ontogenese des Echoortungssystems bei Hufeisenfledermäusen.
1984
Feldbiologischer Arbeitsaufenthalt in Sri Lanka.
1985
Arbeitsaufenthalte in Sri Lanka und Indien, Durchführung von elektrophysiologischen und entwicklungsbiologischen Untersuchungen.
1986-1990
Jährliche Arbeitsaufenthalte in Sri Lanka, Neurobiologische Untersuchungen zur Ontogenese des Echoortungssystems bei Hufeisenfledermäusen.
1991-1993
Forschungsaufenthalt in den USA am Department of Otolaryngology, Medical School, University of Washington, Seattle, WA, USA, Leiter des Instituts: Prof. E.W. Rubel
Jul/Aug 94&95
Forschungsaufenthalte am Department of Otolaryngology, Medical School, University of Washington, Seattle, WA, USA
Mitgliedschaft in wissenschaftlichen Gesellschaften und Forschungsorganisationen:
· International Society for Neuroethology
· Association for Research in Otolaryngology
· Member of the International Committee of the Association for Research in Otolaryngology (1996-1998)
· Head of the International Committee of the Association for Research in Otolaryngology (1999-2002)
· Neurobiologische Gesellschaft
· Deutscher Zoologenverband
Editorial Boards:
· Brain Research Bulletin (seit 1995)
· Audiology and NeuroOtology (seit 1999)
Research Overview
Zentrale Auditorische Signalverarbeitung
Prozessierung auf verschiedenen Zeitskalen. Das Verständnis zeitgebundener Kodierung und Verarbeitung neuronaler Information ist eine wesentliche Voraussetzung für ein Funktionsbeschreibung des Gehirns. Alle Konzepte, die zur Funktionalität zeitlicher Informationskodierung entwickelt wurden, gehen von der Grundtatsache aus, daß jedwede Form der Signalverarbeitung im
Zentralnervensystem auf Verrechnung sequentieller Erregungsmuster durch Neurone beruht. Unabhängig vom Funktionsverband in den einzelne Neurone oder Neuronengruppen eingebunden sind, unabhängig davon ob diese dem afferenten sensorischen, dem effektorischen System oder dem Funktionskreis der Interneurone zugeordnet werden, immer sind es zeitliche Abfolgen von Aktionspotentialen, d.h. von Kurzzeitsignalen im Millisekundenbereich, mittels derer eine spezifische Information kodiert wird. Zur Beschreibung der Funktion und zur Abschätzung der Grenzen der Verarbeitungsleistungen des Zentralnervensystems ist deshalb die Kenntnis basaler Prinzipien zeitlicher Verarbeitungseigenschaften von Neuronen und Neuronenverbänden erforderlich. Hierzu ist das Erfassen neuronaler Informationsverarbeitung auf verschiedenen Zeitskalen sowie eine quantitative Charakterisierung des Zusammenwirkens der auf diesen verschiedenen Zeitskalen erfolgenden Prozesse erforderlich.
Unter denen mit einer solchen Zielsetzung untersuchten Modellsystemen nimmt das auditorische System in den Neurowissenschaften eine Schlüsselstellung ein. Es besitzt von allen Sinnessystemen die höchste zeitliche Auflösung, und die Zeitabhängigkeit der Information spielt für sämtliche Systemeigenschaften und Beschreibungsebenen eine zentrale Rolle. In den vergangenen Jahren sind von verschiedenen Disziplinen eine Reihe wichtiger Erkenntnisse über die Funktion von Teilbereichen der Informationsverarbeitung im auditorischen System geliefert worden, von einem quantitativen Verständnis der Gesamtfunktion des auditorischen Systems sind wir jedoch noch entfernt.
Die zentralen Themen in der eigenen Forschungsarbeit sind Untersuchungen zeitlicher Aspekte von Segmentation und Integration sequentieller Information und die Entschlüsselung der diesen Prozessen zugrundeliegenden neuronalen Verarbeitungsmechanismen.
Unter besonderer Berücksichtigung von zeitkritischen zentralnervösen Verarbeitungs- und Wahrnehmungsleistungen (neuronale Verarbeitung komplexer akustischer Signale, Unterdrückung von Störschallquellen, spektrotemporale Prozessierung präphonematischer akustischer Signale, hemisphärenspezifische auditorische Signalverarbeitung bei Menschen) sollen die neuronalen Verarbeitungsmechanismen erfaßt und die an der Verarbeitung beteiligten neuronalen Netzwerksysteme analysiert werden. Die Ergebnisse werden grundlegende Informationen zur Funktionalität der zeitlichen Integration und Konvergenz exzitatorischer und inhibitorischer Subsysteme bei der Verarbeitung sensorischer Information im Zentralnervensystem liefern. Darüber hinaus wird es möglich sein, die Verrechnung dieser afferenten Aktivität mit zentral generierten neuronalen Aktivitäten (die als zentrale Repräsentationen angesprochen werden können) zu untersuchen. Die zu erwartenden Ergebnisse werden nicht nur grundlegende Erkenntnisse zur Informationsverarbeitung im zentralen auditorischen System, sondern auch Aufschlüsse über die Ursache von Funktionsstörungen liefern.
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