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Zusammenfassung
Die Anwendbarkeit der LAPW-Methode, realisiert in Form des Programmpaketes WIEN95, zur Berechnung von Feldgradienten in Kristallen und isolierten Molekülen wurde an verschiedenen Cd- und Hg-Verbindungen (Halogenide, Mercaptide und einfache metallorganische Hg-Verbindungen) untersucht. Weiter wurde die Kernquadrupolwechselwirkung der Sonde 199mHg in den Mercaptiden Hg(S(CH2)iCH3)2, i=0,1,2, für stöchiometrisch hergestellte und trägerfreie Präparationen mittels zeitdifferentieller gestörter g-g-Winkelkorrelation bestimmt.
Die Berechnungen an kristallinem CdCl2 konnte experimentelle Daten über die Kristallstruktur und die elektrischen Feldgradienten sehr gut reproduzieren. Für kristallines HgCl2 wich der berechnete elektrische Feldgradient am Hg-Atom deutlich von experimentellen und theoretischen Werten anderer Autoren ab, was möglicherweise auf einen unzureichenden Basissatz in der Hg-Kugel zurückzuführen ist.
Untersuchungen an einzelnen CdCl2- bzw. HgCl2-Molekülen in großen Elementarzellen konnten die Anwendbarkeit der LAPW-Methode zur Berechnung isolierter Moleküle nachweisen. Die Berechnung der Feldgradienten an den Metall-Atomen in CdCl2, HgF2 und HgCl2 in Abhängigkeit von der Bindungslänge lieferte mit dem Punktladungsmodell verträgliche Resultate; entsprechende Untersuchungen zur Abhängigkeit vom Bindungswinkel zeigten, dass das Punktladungsmodell hier völlig unzureichende Voraussagen liefert. Bei der Analyse der Beiträge zum Gesamtfeldgradienten aus verschiedenen Energiefenstern wurde festgestellt, dass die energetisch tiefliegenden Zustände ein punktladungsartiges Verhalten bei der Variation des Bindungswinkels aufweisen. Die höherliegenden Zustände, die den Hauptbeitrag zum elektrischen Feldgradienten liefern, zeigten kein solches Verhalten.
Die Messungen an den stöchiometrisch hergestellten Mercaptiden lieferten durchweg einkomponentige Spektren. Die Spektren der trägerfreien Mercaptide ließen sich meist nur unter der Annahme inäquivalenter Sondenplätze anpassen. Dabei wichen die bestimmten Feldgradienten teils deutlich von denen der geträgerten Präparationen ab.
Die Berechnungen an den Mercaptiden konnten die gemessenen Feldgradienten für die geträgerten Präparationen qualitativ reproduzieren. Aufgrund des großen Hauptspeicherbedarfes bei der Behandlung dieser Systeme mit der LAPW-Methode war die Verwendung ausreichender Basissätze nicht möglich, was genauere Resultate verhinderte. Die Behandlung der Mercaptide als isolierte Moleküle erhöhte den Asymetrieparameter h deutlich und hatte einen nur geringen Einfluß auf die größte Komponente des elektrischen Feldgradienten. Die experimentell beobachtete Änderungen des elektrischen Feldgradienten zwischen geträgerter und trägerfreier Präparation ließen sich nicht durch die Berechnungen an den isolierten Molekülen erklären.
An den Verbindungen Hg(CH3)2 und Hg(CX)2, X=B, Al, N, P, wurde die Kompensierbarkeit von Wasserstoffatomen an der CH3-Gruppe untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Elemente der dritten Hauptgruppe zur Kompensation ungeeignet sind; bessere Resultate wurden mit P erzielt; die Untersuchungen zu N konnten noch nicht abgeschlossen werden.
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