Universität Leipzig

Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung

 
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Architektur Retina: Phylogenese, Fovea centralis

Bearbeiter:
Jens Grosche, Heidi Kuhrt, Andreas Reichenbach
Doktoranden:
Steffen Syrbe
Kooperation:
Hartwig Wolburg (Tübingen), Solon Thanos (Münster)


Semidünnschnitt der zentralen Affenretina



Abstract: Das Netzhautgewebe setzt sich aus repetitiven morphologischen und funktionellen Einheiten zusammen: Jeweils eine Müllersche Radialgliazelle bildet "Stützgerüst" und "metabolische Amme" für eine säulenförmig angeordnete Gruppe von Nervenzellen (Fig. 1). Das räumliche Verteilungsmuster dieser Müllerzellen (und damit der neuronalen Einheiten) ist sehr regelmäßig (Fig. 2), variiert aber mit funktionellen örtlichen Spezialisierungen der Netzhaut verschiedener Säugetierarten (Fig. 3). Die Fovea centralis der Primaten entsteht erst relativ spät in der Embryonalentwicklung; die Zapfen-Lichtsinneszellen wandern auf das Netzhautzentrum zu, die inneren Netzhautschichten mit den Sekundär- und Tertiärneuronen wandern vom Zentrum weg (Fig.4). Dadurch erlangen die (peri-) fovealen Säulen (und ihre Müllerzellen) einen Z-förmigen Verlauf (Fig. 5). Im eigentlichen Zentrum (der Foveola) enden daher am Glaskörper keine der Müllerzellen, die mit neuronalen Säulen verbunden sind. An dieser Stelle wird die innere Netzhautoberfläche durch einen besonderen Typ von Müllerzellen gebildet, die nicht mit Nervenzellen interagieren, sondern direkt zur inneren Netzhautoberfläche ziehen (Fig. 6). Inwieweit die mechanischen Eigenschaften fovealer und perifovealer Müllerzellen die ontogenetische Bildung der Fovea und krankhafte Veränderungen dieser Region (Makulalöcher) beeinflussen, ist Gegenstand der weiteren Untersuchungen.

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