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Tobias Kasmann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie, Universität
Leipzig
Kurzbiographie
Arbeitsgebiete
Aktuelles Forschungsgebiet
Kurzbiographie
20.01.1981 geboren in Georgsmarienhütte
10.2001 bis 9.2006 Magisterstudiengang Philosophie, Logik & Wissenschaftstheorie,
Allgemeine Sprachwissenschaften an der Universität Leipzig
seit 10.2006 Doktorandenförderstelle am Lehrstuhl für Praktische
Philosophie, Universität Leipzig
Arbeitsgebiete
- Ethik (Pflichtethik, Tugendethik, Konsequenzialismus)
- Philosophy & Economics (Konzept des Nutzens und dessen Entwicklung,
Eigeninteresse und Rationalität)
- Theorien des guten Lebens (Wohlfahrt, Glück, Moralität)
- Philosophie der Sozialwissenschaften (Mikro- und Makroerklärungen,
Verstehen)
Aktuelles Forschungsgebiet
Wertholismus
In den Principia Ethica sah sich G. E. Moore zu der Behauptung berechtigt, dass es unmöglich ist, das Gute angemessen zu erfassen, wenn man das Prinzip der organischen Einheit missachtet: „The value of a whole must not be assumed to be the same as the sum of the values of its parts.” Er illustriert dieses Prinzip mit Hilfe der für ihn offensichtlich wahren Beobachtung, dass Bewusstsein von Schönheit etwas sehr Wertvolles ist, obwohl die Teile dieses Ganzen, Bewusstsein und Schönheit, je für sich betrachtet, entweder keinen oder nur sehr geringen Wert haben. Seit den letzten 30 Jahren gibt es über die Frage, wie man dieses und ähnliche Phänomene angemessen beschreiben kann, wieder eine verstärkte Debatte. In dieser Debatte haben sich im Wesentlichen zwei Positionen herausgebildet. Die sehr stark an Moore orientierten Invariabilisten (z. B. Thomas Hurka, Erik Carlson, Noah M. Lemos, Ben Bradley) und die am auffälligsten durch Jonathan Dancy (auch Christine M. Korsgaard, Shelly Kagan, Jonas Olson, David McNaughton & Piers Rawling) repräsentierten Konditionalisten. In meiner Dissertation möchte ich die Positionen von Moore und Dancy sowie die Debatte zwischen beiden darstellen. Wie sich zeigen wird, sind beide Versuche, das Phänomen des Wertholismus zu rekonstruieren, unzureichend. Beide gehen jeweils nur einen richtigen Schritt, unterlassen aber den jeweils anderen: Moore hält an der Invariabilität des Wertes fest (ein Teil liefert immer denselben Beitrag zum Wert des Ganzen) und Dancy an der Additivität (das Ganze ist die Summe der Beiträge der Teile). Beides zusammen impliziert Atomismus und erst die Aufgabe beider Prinzipien, ermöglicht eine adäquate Form des Wertholismus, die ich hegelianischen Holismus nenne und verteidigen werde.
Februar 2011
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