Universität Leipzig | Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
 
 

Lehre SS 2003

 

Georg Meggle

Professor für Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften, Universität Leipzig

 


06030031 
Einführung in die Sprachphilosophie
V  Do 15.00-16.30 HSG HS 12
(1) (d) 
Diese Vorlesung hat primär Überblickscharakter, geht aber – eher gegen Ende zu – an einigen Stellen durchaus auch mal "paradigmatisch", sagt man für so was, in die Details. Voraussetzungen? Keine. Außer dem Interesse an der Disziplin, die die Philosophie des letzten Jahrhunderts nahezu konkurrenzlos dominierte. So sehr, dass nicht wenige "Philosophie" sogar mit "sprachanalytischer Philosophie" identifizierten. Obwohl ich analytischer Philosoph bin, unterschreibe ich diese Gleichsetzung nicht. Jedenfalls nicht ohne viel Wenn-und-Aber. Sprachphilosophie ist ein Bereich der Philosophie (so wie Erkenntnistheorie, Metaphysik, etc. auch). Sprachanalytische Philosophie ist eher eine Methode. Genauer gesagt: ein Bündel verschiedener Methoden. (Als da wären: logische Kon- bzw. Rekon-Struktion; Rekurs auf die Regeln natürlicher Sprachen; systematischer Aufbau von Fachterminologien etc.) In der Vorlesung geht es um Sprachphilosophie als Bereich; nicht nur als Methode. (Wenngleich das sicherlich auch.) Meine derzeitige Verlaufsplanung richtet sich, in Auswahl und um Aktualisierungen ergänzt, nach der Gliederung des von mir u.a. hrsg. zweibändigen Werkes Sprachphilosophie / Philosophy of Language / La philosophie du langage, Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung, de Gruyter (Berlin – New York), 1992 / 1995: I Sprachphilosophie – Raumzeitliche Übersichten II Die wichtigsten Sprachphilosophen 
III Positionen 
IV Kontroversen 
V Zentrale Begriffe 
VI Sprachphilosophische Aspekte in anderen Bereichen 
Weitere Informationen über meine website: www.uni-leipzig.de/~philos/meggle.htm
Zu dieser Vorlesung gibt es ein Begleitseminar.

06030155 
Begleitseminar zur Vorlesung: Einführung in die Sprachphilosophie Semesterplan
ProS  Do 16.30-18.00 HSG HS 12 Neu: SG 00-65/66 
(1) (d) 
Was in diesem Begleitseminar passiert, ist naheliegend: Wir diskutieren den Stoff der Vorlesung; wir klären Unklares; die Teilnehmer müssen ausgewählte Texte – siehe jeweils die Aktualisierungen – gelesen haben und in Form kürzerer Statements wiedergeben - und was uns sonst noch an Nötigem, Nützlichem, Schönen einfallen wird.

06030105 
Repräsentationsstrategien politischer Gewalt in Kunst und Massenmedien, Teil II 
zus. mit Ulrike Kremeier 
ProS 14-täg.Mo 15.15-18.45 SG 1-63/64
(2, 4)
Die ideologische Konotation der Symbiose von Bildproduktion und politischer Wirklichkeit, insbesondere Gewaltmomenten, lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Mit der Etablierung der Fotografie sowie der Tagespresse als bürgerlichem Massenmedium im 19. Jahrhundert aber erreicht die funktionalistische Produktion und Distribution von Bilder aktueller politischer Machtzusammenhänge, Gewaltausübung und deren gesellschaftlichen Folgen eine neue Dimension. Analog zum Aktualitätsanspruch reproduzierbarer, für den journalistischen oder dokumentarischen Gebrauch hergestellter Bilder, ist auch in der Kunst seit dem frühen 19. Jh. eine Entwicklung zu verzeichnen, die Politik(-ausübung) nicht retrospektivisch reflektiert, d.h. sich auf die historische Ebene verlegt, sondern umgehend auf konkretes aktuelles Zeitgeschehen reagiert. Im modernen Alltagsleben ist die omnipräsente Konfrontation mit Bildern, deren Sujets aktuelle politische Wirklichkeiten abbilden oder darauf rekurieren, Normalität geworden. Die Ästhetik der massenmedialen Bildrepräsentation sucht häufig entweder Authentizität herzustellen oder ist zwischen dem Fiktionalen und dem Realen angesiedelt (Golfkrieg / Videospielästhetik, 11.09.01 / Hollywoodkino). In jedem Fall aber ist sie eine kontingente Konstruktion von Realität. Die zeitgenössische künstlerische Bildproduktion hingegen fokussiert in der Darstellung auf zwar einerseits auf die Geschehnisse selbst, reflektiert aber andererseits seit den 70er Jahren häufig auch ebenso die ästhetische Prägung ihrer Repräsentation. Das Seminar zielt darauf ab, unter Einbeziehung von Texten und historischen Beispiele Kategorien der Ästhetik politischer Gewalt, aber ebenso die Einflüsse deren primärer Ausformulierung einerseits und der Repräsentationen andererseits auf Typologien (symbolischer) Bildsprachen in Massenmedien (Printmedien, Fernsehen, Mainstreamkino) und Kunst (Bildende Kunst, Independent bzw. Autorenkino) zu untersuchen. Der Besuch des 1. Seminarteils (WS 02/03) ist weder inhaltlich noch formal Voraussetzung für die Seminarteilnahme. 

06030370 
Kommentar – Langfassung: Philosophie und Iraq-Krieg
Kolloquium Di 18.00-19.30 GWZ HS EG Neu: GWZ HS 1015 (Haus 1, EG, HS d. Herderinstitut)
(2) (a, b2, b3, c) Für Studierende aller Fakultäten
Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Kolloquium!
Dieses Kolloquium hat einen klaren Auftrag. Die Bundesregierung setzt eine Nationale Ethik-Kommission ein. Diesmal eine, die diesen Namen wirklich verdient, sich also tatsächlich mit einem nationalem Thema beschäftigt. Es ist ein geschichtliches Novum (jedenfalls in der Neuzeit): Erstmals will es eine Staatsregierung in Sachen Kriegsethik etwas genauer wissen. Und dies auch gleich für einen konkreten Fall: den Irak-Krieg II. Das philosophische Institut dieser Universität hat den Auftrag erhalten, die geplante NKEK (Nationale Kriegs-Ethik-Kommission) vorzubereiten. Das Institut nimmt diese Herausforderung an: Unsere Hauptaufgabe in dieser Planungsphase ist es, (a) die Fragen zu benennen, die eine solche Kommission zuallererst zu stellen hätte, sowie (b) bereits erste Antworten auf diese Fragen zu entwerfen und zu bewerten.

NEU 
Zum Irak-Krieg: Strategische und ethische Überlegungen
HS  Di 19.30-21.00 GWZ HS EG, GWZ 2116 (Beethovenstr. 15, 1. Etage, gegenüber Haus 2) 
(2) (a, b2, b3, c) Für Studierende aller Fakultäten
Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Seminar!
Das Thema dieses Seminars ist das gleiche wie im Kolloquium. Der Unterschied: Ein Seminar ist kein Kolloquium. Von den Teilnehmern ist mehr verlangt als nur rege Diskussionsbeteiligung. Was, das kann sich jeder, der die Langfassung der Kolloquiums-Ankündigung liest, selber denken. Eine Auswahl der Themen treffen wir in der Vorbesprechung.

 

 

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