Universität Leipzig | Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
 
 

Lehre SS 2006

 

Georg Meggle

Professor für Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften, Universität Leipzig

Stand: 28.07.2006


06030185
Terror und Gegenterror
Georg Meggle, Daniel Meßelken

ProS Di 09.15-10.45
GWZ 2116
(2, 5)

Vorbesprechung am: 11. April 2006
Am 1. April 2005 hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Entscheidung getroffen, bis 2010 die von vielen schon seit langem geforderte ITC – die International Terrorism Commission – einzusetzen. Oberstes Ziel der ITC soll es sein, die UNO auch im internationalen Umgang mit dem Terror weltweit zur obersten Entscheidungsinstanz zu machen. Zahlreiche Institutionen aller Kontinente sind bereits aufgefordert worden, Vorschläge für die Agenda der ITC auszuarbeiten.
Das ist leider eine Falschmeldung - sinnvoll sind Vorbereitungs-Reflexionen für ein ITC aber trotzdem. Was müsste alles unbedingt auf dessen Agenda stehen? Diese Frage soll zum Ende des Seminars in Form eines (fiktiven) Vorschlags an die UN beantwortet sein. Unsere ersten Gedanken, so schlagen wir vor, sollten den folgenden Fragen gewidmet sein: (1) Was ist T überhaupt ? (2) Wie ist T zu erklären? (3) Wie ist T zu bewerten? (4) Was ist im Kampf/Krieg gegen T alles erlaubt?

Einstiegs-Literatur:
- Georg Meggle (Hrsg.), Terror & Der Krieg gegen ihn. Öffentliche Reflexionen. Paderborn (mentis), 2003.
- Georg Meggle, Was ist Terrorismus? Siehe http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle/&publikationen/schriften_online.php, Eintrag (2005g)
- Georg Meggle, Letter of intent. Siehe http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle/ und dort unter Aktivitäten.
- Charles Townshend, Terrorismus, Stuttgart (Reclam 18301), 2002.

 

06030472
Kollektive Intentionalität
Georg Meggle

HS  Mo 13.15-14.45 (Beginn: 24.4.2006)
GWZ 2116
(1, 2, 4, 7)

Materialien zum Seminar (pdf)
Referate
Literaturliste
Zu Margaret Gilbert
Protokoll vom 15.05.2006
Nochmal zu Margaret Gilbert

Kollektive Intentionalitäten (insbesondere Kollektive Überzeugungen und Absichten) sind der Kern sozialer Tatsachen. Wie steckt alles in diesem Kern? Das wollen wir mit allen verfügbaren Mitteln herausfinden; also auch mit etwas Logik. (Mit nicht viel mehr als dem Minimum, das dem CHIP aus meiner Einführungsvorlesung entspricht.) Aber nicht nur damit: Auch mit Phantasie (= echten und fiktiven Beispielen) - und mit einem Blick darauf, wann und wofür diese Begriffe eine Rolle spielen.

Zum Einstieg: Georg Meggle, Kollektive Identität. Oder: Wer sind wir? - http://www.uni-leipzig.de/~philos/meggle/&publikationen/schriften_online.php, Eintrag (2005f).

Literatur:
Bratman, Michael E., Faces of Intention, Cambridge (CUP), 1999.
Gilbert, Margaret, On Social Facts, London (Routledge), 1989.
Meggle, Georg (Hrsg.), Social Facts & Collective Intentionality, (German Library of Sciences), Frankfurt (ontos), 2002.
Miller, Seumas, Social Action. A Teleological Account, Cambridge (CUP), 2001.
Schmid, Hans Bernhard, Wir-Intentionalität, im Erscheinen bei Alber.
Searle, John R., Die Konstruktion der sozialen Wirklichkeit, Reinbek (Rowohlt) 2002.
Tuomela, Raimo, The Importance of Us: A Philosophical Study of Basic Social Notions, Stanford (Stanford University Press), 1995.
Zu weiterer Literatur siehe: Bibliography on Collective Intentionality: www.helsinki.fi/~pylikosk/collint/
Weitere Literaturauswahl und Themenvergabe in der 1. Sitzung am 24. April.

 

06030482
Antisemitismus
Georg Meggle

HS  als Blockseminar zu folgenden Terminen
       Sa., 22. Juli: 9-17 Uhr
       Mo., 24. Juli: 9-17 Uhr
       Di., 25. Juli: 9-17 Uhr

GWZ 5015
(2, 5)

Materialien zum Seminar
- Vorbesprechungstermine der einzelnen Gruppen / Ziel / Weitere Literatur
- Programm (akutalisiert am 14.07.2006)
- Gruppen
- Teilnehmer

Handout 0 / 2 / 3 / 4 / 5-1 / 5-2 / 7-1 / 7-2

Antisemitismus verstößt (analog wie Rassismus, Sexismus, Nationalismus etc.) gegen das grundlegende moralische Prinzip der Gleichheit aller Menschen bzw. Personen. Jemanden als „Antisemiten“ zu bezeichnen, ist daher einer der schlimmsten moralischen Vorwürfe. Entsprechend moralisch schwerwiegend ist es, wenn dieser Vorwurf fälschlicherweise erhoben bzw. gar zu Diffamierungszwecken missbraucht wird. Auch Worte können töten. Manchmal sollen sie es sogar. Kurz, so MARCEL REICH-RANICKI: Das Wort „Antisemitismus“ ist „eine gefährliche Vokabel“. Wem an Argumenten, nicht an Totschlag, liegt, der sollte wissen, was er sagt und tut, wenn er einen anderen Menschen als Antisemiten bezeichnet.
Dieses Seminar sucht - zunächst anhand der unteren Literatur, die im Seminar aber herzlich gerne ergänzt bzw. ersetzt werden mag - nach den nötigen semantischen und pragmatischen Distinktionen; und es überprüft die Brauchbarkeit dieser Distinktionen anhand konkreter Fälle.

Literatur:
Antisemitismus, Antizionismus, Israelkritik, hrsg. von Moshe Zuckermann, Minerva Institut für deutsche Geschichte, Universität Tel Aviv; Göttingen (Wallstein), 2005 (2. Auflage).
Rabinovici, Doron; Speck, Urlich; Sznaider, Natan (Hrsg.), Neuer Antisemitismus?, Frankfurt/M. (Suhrkamp – SV 2386), 2004.
Benz, Wolfgang, Was ist Antisemitismus?, München (Beck), 2004; auch: Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe Band 455), Bonn, 2004.
Berger Waldenegg, Georg Christoph, Antisemitismus: „Eine gefährliche Vokabel“? Diagnose eines Wortes, (Böhlau), 2003.
Chesler, Phyllis, The New Anti-Semitism. The Current Crisis and What We Must Do About It, San Francisco (Jossey-Bass), 2003.

Weitere Literatur, Seminareinschreibung und Themenvergabe in der 1. Sitzung am 21. April.

 

 

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