Universität Leipzig | Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie
 
 

Lehre WS 2003/04

 

Georg Meggle

Professor für Philosophische Anthropologie und Kognitionswissenschaften, Universität Leipzig

 


Beginnt am 23. Oktober !
06030021   
Philosophie – was ist das? & Philosophieren – wie macht man das?
Einführung in die Philosophie
Georg Meggle
V        Do    13.15-14.45    HSG HS 19
(1) (d)
Für Studierende aller Fakultäten
Als Beispiel für Angewandte Philosophie empfehle ich den Besuch des Ersten SONNTAGSGESPRÄCHS
Erste Frage: Stehen im Titel dieser Vorlesung zwei Fragen oder nur eine? Zweite Frage: Was sollten Sie wissen, ehe Sie die erste Frage beantworten? Dritte Frage: Was folgt aus den Antworten auf diese beiden Fragen für unser Verständnis von Philosophie?
Das waren bereits ein paar philosophische Fragen. Den systematischeren Überblick gibt’s erst im WS. Und so in etwa stelle ich mir das Philosophieren vor – und folge dieser meiner Vorstellung in dieser Vorlesung. (Welcher Vorstellung denn sonst? Vierte Frage also: Ginge das überhaupt?)
Dies ist somit eine Einführung in zweifacher Hinsicht. Zum einen werden verschiedene philosophische Bereiche (von der theoretischen wie von der praktischen Sorte) behandelt; zum anderen will ich zum eigenen Philosophieren animieren – und zwar mit Methode. Genauer: Mit verschiedenen Methoden. Auf die Arten eben, die ich selber gelernt habe. Also eher analytisch. Was das wieder ist? Sie werden‘s ja sehen. (Für ganz Neugierige: (199 f.) Analytische Philosophie in meinen Schriften Online über www.uni-leipzig.de/~philos/meggle).
Weitere Infos? Schauen Sie ab 1. Oktober in den dann evtl. ausführlicheren Kommentar auf der Website unseres Instituts.
Gut wäre es, wenn die Teilnehmer eine Portion elementare Logik in den entsprechenden Logikkursen schon gelernt hätten. Nicht, dass das für die Teilnahme unbedingt notwendig ist; aber leichter werden Sie sich nach dem Collegium Logicum auch hier allemal tun.

06030155   
plan-stadt-platte: Gesellschaftliche Utopien der Spätmoderne  (14-tägl.)       
Ulrike Kremeier / Georg Meggle
ProS        Mo    15.15-18.45    SG 1-63/64
(2) (c),
Für Studierende aller Fakultäten
Das Seminar zielt darauf ab, Schrumpfungsprozesse und damit einhergehende Veränderungen der sozialen Strukturen – vor allem ostdeutscher Städte – zu reflektieren. Der Fokus liegt auf der Frage nach gesellschaftspolitischen Utopien spätmodern geprägter (Plan-)Städte bzw. Stadtviertel, deren urbaner Struktur modulare (Platten-)Bauweisen zugrunde liegen. Im Zentrum der Fragestellung steht einerseits der Zusammenhang spezifischer Ästhetik und politischer Utopien, andererseits die Untersuchung alltäglicher Lebens- und Handlungsräume, die die Rahmenbedingungen für kollektive gesellschaftliche Identität(en) bilden.
Das Seminar zielt darauf ab, sowohl über den Theorie- als auch den Praxisteil (Textarbeit bzw. Filme, Ausstellungen bildender Kunst etc.), die Architektur- und Urbanismusdebatten seit der deutschen Vereinigung im Zusammenhang des gesellschaftlichen und politischen Umgangs mit dem Erbe (ideologisch konotierter) DDR-Architekturen bzw. Stadtplanung kritisch zu beleuchten. Anhand der Entwicklungsgeschichte verschiedener Städte/Stadtviertel (Berlin-Marzahn/Hellersdorf/Gropius-Stadt, Eisenhüttenstadt, Leipzig-Grünau, Hoyerswerda, Wolfsburg etc.) werden die Einschreibungen politischer Systeme und der Symbolgehalt von Gebäuden und Städten exemplarisch diskutiert. Ebenso eingebunden werden historische Referenzen modernistischer Ansätze, wie beispielsweise Le Corbusiers Unité-Konzeptionen.
Spezifische Aspekte der Diskussion markieren Themenschwerpunkte wie: "modernism revisited: die modulare Stadt", "Planstadt versus gated community: soziale Utopien geplanter Urbanitäten", "Stadt als kultureller und ökonomischer Projektionsraum", "Stadtfilm – Filmstadt: Stadt und urbane Identitäten im Film".
Das Seminar wird in Kooperation mit dem Studiengang Urban Management organisiert und ist für Studierende aller Fachbereiche geeignet.

Neu! - Wichtige Info s.u.! Beginnt am 24. Oktober 03
06030205   
Begriffsanalyse: Begleitseminar zur Vorlesung: Einführung in die Philosophie
Georg Meggle
ProS        Fr    09.15-10.45     HSG HS 2   Neu: HSG HS 12
(1) (d)
Materialien zum Begleitseminar (z.B. Reader zum Seminar: Einführung in die Philosophie und das wissenschaftliche Arbeiten (Anfertigen von Referaten, Hausarbeiten), Folie: Spielregeln, Folie: Essaynormen etc.)
Begriffsanalysen sind ein wichtiger Teil jeder guten Philosophie. Fragen wir uns also: Was ist Begriffsanalyse? Welche Formen von ihr gibt es? Wie geht man bei ihnen am besten vor? Was sind ihre diversen Ziele und Zwecke? Und was ihre Techniken und Hilfsmittel?
Um diese Fragen geht es natürlich – neben den Bereichscharakterisierungen – auch in der Einführungsvorlesung selbst. In diesem Begleitseminar sind es aber die Teilnehmer selber, die sich als begriffsanalytische Praktikanten versuchen sollen. Ich spiele in diesem Praktikum eher den Moderator.
Zur Vorbereitung empfehle ich das dünne Bändchen aus der blauen Reclam-Reihe Arbeitstexte für den Unterricht mit dem gleichen Titel wie diese Veranstaltung (Reclam 9580). Erstellen Sie zur Vorbereitung des weiteren eine Liste der 10 Begriffe, die für Ihr eigenes Nachdenken über Gott und die Welt aus Ihrer Sicht am stärksten der Klärung bedürfen. Es müssen also nicht unbedingt schon von weitem nach Philosophie riechende Begriffe sein. Die sind in Auswahl ja ohnehin Thema der Vorlesung. Auf Ihrer Liste können auch solche Einträge stehen wie "Kollateralschäden", "der moralische Status von Zwergkaninchen", "positive Diskriminierung", "Propagandatricks" etc.
In der ersten Sitzung gibt es einen Vorbereitungstest – siehe die obere blaue Empfehlung. Das Seminar ist nur bei bis zu maximal 50 Teilnehmern sinnvoll. Am Eingangs-Test können natürlich alle mitmachen. Bei der Zulassung werden Teilnehmer mit elementaren Logikkenntnissen bevorzugt.
Beachten Sie: Es gibt zur Vorlesung (bisher) zwei weitere Begleitseminare.
Neu - Wichtige Info: Das im kommentierten Vorlesungsverzeichnis zur Lektüre empfohlene blaue Reclambändchen Arbeitstexte für den Unterricht ist leider vergriffen, so dass von dem angekündigten Vorbereitungstest Abstand genommen wird. Ein Eingangs-Test ist somit nicht mehr Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar. Eine Kopie des o.g. Bandes steht als Kopiervorlage im Sekretariat (Frau Busch, Zi. 1103) sowie im Copy-Shop zur Verfügung.

Änderung! - 14-tägl. zwei Termine pro Woche!
06030215   
Kommunikation und Film (14-tägl.)
G
eorg Meggle / Beatrice Kobow (Konstanz)
ProS        Mo  13.15-14.45    HS 22 und
                Di    11.15-12.45    GWZ 2116
(1, 4) (d)
Weitere Informationen und Studienmaterialien zum Seminar erhalten Sie unter der folgenden Internetseite:
http://www.stura.uni-leipzig.de/sp/KURS_06030215/index.php                           
Wir wollen uns mit der Frage beschäftigen, ob Filme als spezielle Form der Kommunikationsversuche verstanden werden können. Ontologische Filmtheorien werden der filmtheoretischen Semiotik gegenübergestellt und mit sprachphilosophischen Kommunikationstheorien verglichen Historische und aktuelle Positionen der Filmtheorie und der Sprachphilosophie werden am Beispiel von Filmen, die wir im Seminar sehen, überprüft. Das Seminar zielt darauf ab, sowohl filmtheoretische als auch sprachphilosophische Thesen praktisch zur Filminterpretation anzuwenden. Im Januar 2004 ist im Rahmen dieses Seminars ein Kolloquium zum Film "Dust" von Milcho Manchevski geplant.
Das Seminar richtet sich an alle Philosophiestudenten im Grundstudium. Es bietet den Studenten, die im Sommersemester 2003 Prof. Meggles ProSeminar zur Einführung in die Sprachphilosophie besucht haben, die Möglichkeit, die sprachphilosophischen Grundlagen weiter zu vertiefen und anzuwenden.
Das Seminar ist offen auch für Studenten anderer Studiengänge.
Zu Semesterbeginn wird ein Reader zum Seminar bereitgestellt. Einige der Texte im Seminar werden nur auf Englisch zugänglich sein – Englischkenntnisse sind daher wünschenswert.

ÄNDERUNG / NEU!
Anstelle des HS "Kriegstheorien" findet - zur gleichen Zeit & am gleichen Ort -
das aktuellere folgende Seminar statt:

NACH DEM TERROR in Deutschland. Zu Ted Honderich und anderen.
Georg Meggle
ProS    Mo    19.15-20.45    GWZ 2116
Materialien / Infos zum Seminar unter: http://www.stura.uni-leipzig.de/sp/KURS_GM_WS03_TH/index.php

Gibt es ein Recht auf Terrorismus? Natürlich nicht, sagen alle - zunächst. Warum nicht? – fragen Philosophen. Und schon gibt es Divergenzen. Deren Kernpunkt ist: Ziehen die Argumente gegen den Terrorismus wirklich? (A) In allen überhaupt denkbaren Fällen? (B) Auch in wirklich vorkommenden Fällen?
Die meisten Terror-Philosophen beantworten die (A)-Frage mit Nein. Wenige geben die gleiche Antwort auch die Frage (B). Zum Beispiel, klar und deutlich, Ted Honderich. (Website von Ted Honderich – http://www.ucl.ac.uk/~uctytho/)
Honderichs These: Terrorismus kann als Terrorismus für Menschlichkeit gerechtfertigt sein; zum Beispiel in sogenannten Befreiungskämpfen – und zwar dann, wenn diese Art von Strategie die einzige verbliebene und zugleich erfolgversprechende Option ist. Stichwort: Südafrika zur Zeit der Apartheit. Dasselbe gilt nach Honderich derzeit auch für Palästina. Palästinensischer Terrorismus (auch Selbstmordattentate) gegen Israel sind laut Honderich derzeit nicht nur nachvollziehbar; dieser Terrorismus ist auch moralisch gerechtfertigt. Unsere Frage: Wirklich?
Ist, wer Honderichs These vertritt, eo ipso Antisemit? Also insbesondere Honderich selber? Mit diesem Vorwurf hat ein in der Frankfurter Rundschau am 05.07.03 abgedruckter offener Brief dessen Buch Nach dem Terror inkriminiert, woraufhin es der Suhrkamp Verlag am nächsten Tag aus seiner Jubiläumsreihe zur edition suhrkamp gestrichen hat. Zu Recht?
Das sind die Fragen, die – verständlicherweise vor allem in Deutschland – von vielen Intellektuellen, aber auch von vielen Feuilletonisten heftig debattiert werden. Wie urteilen wir darüber? 

Das Seminar beginnt mit zwei Veranstaltungen:

Ted Honderich: Gibt es ein Recht auf Terrorismus?
Sonntag, 19. Oktober 2003, 11.00-12.45 Uhr, HSG HS 19

          Zusatzdiskussion
          Mo    20. Oktober 2003, 09.00-10.30 Uhr
          Uni-Bibliothek (Albertina), Beethovenstr. 6, Vortragssaal, 1. Stock

Die erste reguläre Sitzung ist dann am Mo., 27. Oktober 2003!

Literatur
    Pflicht-Lektüre

  • Ted Honderich, After the Terror, Edinburgh (Edinburgh University Press), 2002; deutsche (inzwischen nicht mehr erhältliche) Übersetzung: Nach dem Terror. Ein Traktat, Frankfurt/M. (Suhrkamp), 2003.

  • Ted Honderich, Oxfam GB, L 5,000, Zionism, After the Terror (10.11.02), www.homepages.ucl.ac.uk/~uctytho/ATTOxfam1.html

  • Ted Honderich, After the Terror: A Book and Further Thoughts (09.12.02), in: The Journal of Ethics, 7:2, 2003; auch über: www.infopeace.org/911+1

  • Ted Honderich, Terrorism for Humanity (05.08.03), www.ucl.ac.uk/~uctytho/terrorforhum.html

  • Georg Meggle, “Terrorismus” als Kampfbegriff, in: Philokles, 1/2.2003, S. 3-15.

  • Georg Meggle, Terror & Gegen-Terror. Einleitende Reflexionen, in: G. Meggle (Hg.), TERROR & DER KRIEG GEGEN IHN. ÖFFENTLICHE REFLEXIONEN, Paderborn (Mentis), 2003.

  • Igor Primoratz, Staats-Terrorismus und Gegen-Terrorismus, in: G. Meggle (Hg.), TERROR & DER KRIEG GEGEN IHN, a.a.O.

Hilfreich

  • Weitere Beiträge aus G. Meggle (Hg.), TERROR & DER KRIEG GEGEN IHN. ÖFFENTLICHE REFLEXIONEN, Paderborn (mentis), 2003. Insbesondere:
    – Daniel Meßelken, Guerrilla und Terrorismus. Formen des (gerechten) Krieges?, a.a.O.
    – Holger Preissler, Terror in der Geschichte des Nahen Ostens – Ausgewählte Beobachtungen, a.a.O.
    – Eckehard Schulz, Wie wirkt der Anti-Terror-Krieg in der arabischen Welt? a.a.O.

  • Beatrice Kobow, Banning a Book – and Then? The Honderich-Brumlik Exchange as an Example for Manipulative Argumentation, Manuskript 2003.

  • Henning Tegtmeier, Denken und Handeln. Nach dem Terror im Feuilleton, in: PHILOKLES, ½ 2003, S. 73-76.

  • Uwe Steinhoff, Moralisch korrektes Töten. Zur Ethik des Krieges und des Terrorismus,  Manuskript 2003.

Alle angegebenen Schriften stehen in einem Reader bei ZIMO (Copy-Shop, Beethovenstr.) zur Verfügung; ebenso in einem Ordner im Handapparat der Philosophie in der Albertina!

Zur Honderich-Debatte selber: siehe FR-Dokumentation:
http://www.frankfurterrundschau.de/uebersicht/alle_dossiers/kultur/die_honderich_debatte/

Geplant für SS 04

Kolloquium: Nachdenken über Israel / Palästina
Di-Abend, 14-tägl.
Pflichtlektüre: Haig Khatchadourian, The Quest for Peace between Israel and the Palestinians, New York etc. (Peter Lang), in der Reihe: Conflict and Consciousness, Bd. 8, 2000.

ENTFÄLLT! (dafür s.o.)
06030442   
Kriegstheorien
Georg Meggle
HS        Mo    19.15-20.45    GWZ 2116
(2) (b2, b3, c)


Kriege gehörten bisher zu den wichtigsten Faktoren in der Geschichte der Menschheit. Was sind die Lehren, die sich aus dieser langen Geschichte in Sachen Krieg ziehen lassen? Was sagen darüber unsere verschiedenen Kriegs-Wissenschaften? Was dachten und was denken wir (Seminarteilnehmer) selber über die vergangenen, gegenwärtige und zukünftigen Kriege? Diese letzte Frage soll für das Seminar die wichtigste sein.
Die Kriegsliteratur, die wir diskutieren werden, soll uns lediglich beim Nachdenken helfen, nicht dieses Denken selber ersetzen. Wir stellen uns diese wichtigste Frage (zwar auch, aber) nicht nur abstrakt; als Konkretisierung schlage ich vor: Welche Kriege werden derzeit von wem mit welchen Zielsetzungen und mit welchen Mitteln vorbereitet? (Wahrscheinlich: der von den USA gegen den Iran) Wo liegen bzw. worin bestehen die zu erwartenden Konfliktherde, die, wenn sie nicht anders gelöst werden, voraussagbar bzw. gar beabsichtigt in Bälde wieder nach Krieg als der ultima ratio schreien werden? Und daher: Was wären die möglichen Alternativen zu diesen Kriegen?
Literatur:
– Carl von Clausewitz, Vom Kriege, 1832-34 (empfohlen: Auswahl in der Reclam-Universal-Bibliothek Nr. 9961),
– John Keegan, Die Kultur des Krieges, rororo, 1997.
– Martin von Creveld, Die Zukunft des Krieges, München, 1991.
– Ulrich K. Preuß, Krieg, Verbrechen, Blasphemie. Zum Wandel bewaffneter Gewalt, Berlin, 2002.
– Herfried Münkler,
Über den Krieg. Stationen der Kriegsgeschichte im Spiegel ihrer theoretischen Reflexion, Weilerswist, 2002.
Karl Otto Hondrich, Wieder Krieg, Frankfurt/M., 2002. 

 

 

Universität Leipzig, Institut für Philosophie, Beethovenstraße 15, 04107 Leipzig (Postfach 920, 04009 Leipzig)