Helen Rupp

Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg „Bruchzonen der Globalisierung“
Research Academy Leipzig (RAL)
Mail: helen.rupp(at)uni-leipzig.de

Arbeitstitel:
Migration, Remesas und Gesellschaftliche Reproduktion: Der Fall El Salvador.

Abstract:
Seit Beginn des Bürgerkriegs Anfang der 1980er Jahre sind in dem knapp sechs Millionen Einwohner zählenden zentralamerikanischem Land El Salvador die Geldüberweisungen salvadorianischer MigrantInnen vor allem aus den USA stetig gestiegen. Diese Überweisungen an Familienangehörige, auf spanisch „Remesas“, in der englischsprachigen Debatte „Remittances“ genannt, machten im Jahr 2007 3,7 Milliarden US-Dollar aus und stellen damit gegenwärtig rund 19 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) dar. Sowohl für die makroökonomische Entwicklung als auch für die gesellschaftliche Reproduktion eines bedeutenden Teils der Bevölkerung sind die Remesas in El Salvador von großem Gewicht.
Das Dissertationsprojekt geht der Frage nach, warum auch nach Ende des Bürgerkriegs 1992 und trotz zeitweilig rückläufiger Migrationszahlen Anfang der 1990er Jahre die Remesas in El Salvador bis zur gegenwärtigen Krise kontinuierlich gewachsen sind. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Zusammenspiel spezifischer Machtverhältnisse auf der Makroebene des salvadorianischen Staates mit Faktoren auf der Mikroebene familieninterner Beziehungen das Phänomen erklären kann.