Stephanie Garling
Stephanie Garling studierte Politologie (Diplom) und Verwaltungswissenschaften (Diplom) an den Universitäten Leipzig und Halle-Wittenberg. Seit 2008 ist sie Promotionsstipendiatin des Evangelischen Studienwerks e.V. und Kollegiatin am DFG-Graduiertenkolleg „Kulturhermeneutik“ der Universität Erlangen-Nürnberg.
Email:
stephanie_garling(à)gmx.net
Titel
Turning Religion – Konstruktionen von Religion in internationaler Entwicklungszusammenarbeit
Abstract
Im letzten Jahrzehnt hat Religion die Agenden von Politik und Wissenschaft (wieder) stark bestimmt. In diesem Kontext entstandene Forschungen waren fast ausschließlich mit einer Quantifizierung beschäftigt, um Religion in Form, Größe und Vorkommen erfass- und messbar zu machen: Ab- und Zunahme, Säkularisierung und De-Säkularisierung, ein Mehr oder Weniger. Alle damit verbundenen Fragen sind abhängig von einem substantiellen Konzept von „Religion“ in dem Sinne, dass sie alle – implizit oder explizit – eine Substanz der Kategorie annehmen, die über Zeit und Raum verfolgt werden kann. Die Formation der Kategorie Religion selbst – als Teil von sozialen Prozessen – ist dabei selten im Fokus empirischer Studien. Die Politik der Definition und der argumentative Gebrauch des Begriffs bleiben somit unerforscht. Deshalb stellt es eine interessante Problematisierung dar, eine Arbeit innerhalb dieser Lücke anzusiedeln.
Bei der Auswahl des Forschungsfeldes folgt die Arbeit der Argumentation von McCutcheon (2004: 169): “[you] best see the category ‘religion’ [...] when the usually unthinkable limits of liberal tolerance and civility are reached.” Es wird angenommen, dass internationale Entwicklungszusammenarbeit genau an dieser Grenze von Toleranz und Zivilität tätig ist. Sie lebt von einer Polarität zwischen ‚modern’ und ‚traditionell’ und bewegt sich zwischen der (Re-)Produktion des Eigenen und des Fremden anhand genau dieser Muster. Aus diesem Grund bildet der Policy-Bereich Entwicklungszusammenarbeit ein Forschungsfeld anhand dessen die aktuelle Organisation und Formationen der Kategorie ‚Religion‘ sichtbar gemacht werden kann. Die Analyse wird sich hierbei auf programmatische Papiere verschiedener deutschsprachiger Akteure der EZ stützen: Broschüren, Konzeptpapiere, Tagungseinladungen und –beiträge, Handreichungen und Reden.
Veröffentlichungen
Herausgeberschaften
(2011) Religion in Diktatur und Demokratie. Zur Bedeutung religiöser Werte, Praktiken und Institutionen in politischen Transformationsprozessen. LITVerlag. Münster, Hamburg u.a. (zusammen mit Simon W. Fuchs)
(seit 2009) Arbeitstitel. Forum für Leipziger Promovierende – erscheint semesterweise im Jan Meine Verlag, Magdeburg
Aufsätze
(2011): Religion als notwendige Dimension der Transformationsforschung. Am Beispiel von Bangladesch. In: Garling/Fuchs (Hrgs.): Religion in Diktatur und Demokratie. Zur Bedeutung religiöser Werte, Praktiken und Institutionen in politischen Transformationsprozessen. LITVerlag. Münster, Hamburg u.a.: 1-10.
(2011) Einleitung: Demokratie und Religion. In: Dies. (Hrgs.): Religion in Diktatur und Demokratie. Zur Bedeutung religiöser Werte, Praktiken und Institutionen in politischen Transformationsprozessen. LITVerlag. Münster, Hamburg u.a.: xi-xvi. (zusammen mit Simon W. Fuchs)
(2011) Mehr als Glockengeläut für den Wandel. Thesen zur Rolle von religiösen Akteuren in Transformationsprozessen. In: Dies. (Hrgs.): Religion in Diktatur und Demokratie. Zur Bedeutung religiöser Werte, Praktiken und Institutionen in politischen Transformationsprozessen. LITVerlag. Münster, Hamburg u.a.: 129-135. (zusammen mit Simon W. Fuchs)
(2010): Innovation als Norm. In: Erchinger, Philipp/Alvarado, Cristian (Hrgs.): Identität und Unterschied. Zur Kulturtheorie von Differenz und Transdifferenz. transcript. Bielefeld: 309-313.
(2010): Das Spiel zwischen Chaos, Strategie und Unterhaltung. In: Arbeitstitel – Forum für Leipziger Promovierende. Bd 2, Heft 1 (2010). S. I–III.
http://www.wissens-werk.de/index.php/arbeitstitel
(2009): Religion und Differenz – Religionsverständnis(se) in der Entwicklungszusammenarbeit. In: Wilhelm, Jürgen (Hg.): Religion und globale Entwicklung: Der Einfluss der Religionen auf die soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklung. Berlin University Press. Berlin: 303-316.
Rezension
(2011) Christiane Marxhausen: Identität – Repräsentation – Diskurs. Eine handlungsorientierte linguistische Diskursanalyse zur Erfassung raumbezogener Identitätsangebote. In: Discourse & Society [Im Erscheinen]
Vorträge
Juli 2011 “Boxes within boxes: Die dynamische Konstruktion von Religion“ Sommerschule Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik, Meißen
Juni 2011 “Enduring Orientalism: The concepts of religion and secularisation in development support” International Graduate Conference Frankfurt a.M.
April 2011 “Derrida and the term based text analysis” British Sociological Association’s Study Group on Religion (SOCREL) Birmingham/Großbritannien
Juli 2010 “Turning Religion. Sociological Imagination” International Sociological Association (ISA) World Congress Gothenburg/Schweden
November 2009 “Turning Religion and the religious turn” Graduiertenkonferenz des Gradnet e.V. Erlangen
September 2009 “Governing Religion and Gender” European Consortium for Political Research (ECPR) General Conference Potsdam
Juli 2009 “Be Spiritual – Act Rational. The Understanding of Religion in Development Support” International Society for the Sociology of Religion (ISSR) Santiago de Compostela/Spanien
November 2008 “Innovation als Norm” Konferenz “Das Andere der TransDifferenz” Universität Erlangen-Nürnberg
Juli 2008 „Religion and Democracy“ Summer School Central European University (CEU) Budapest/Ungarn
Juni 2006 „Die Politik des Abschiednehmens“ Junges Altvilligster Netzwerk (JAN) Kassel