Der Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls liegt gegenwärtig im Bereich der "Wirtschaftskriminologie", die sich mit Struktur und Umfang der Wirtschaftskriminalität, den Entstehungsbedingungen von Wirtschaftsstraftaten und einschlägigen Präventionsstrategien beschäftigt. Die vom Lehrstuhlinhaber und seinen Mitarbeitern im Jahr 2006 gegründete Leipziger Akademie für Angewandtes Wirtschaftsstrafrecht e.V. fungiert dabei als Kommunikationsplattform und sichert über jährlich stattfindende Tagungen den Wissenstransfer und akademischen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Nach der Entwicklung des Leipziger Verlaufsmodells wirtschaftskriminellen Handelns im vergangenen Jahr steht in den Jahren 2008 und 2009 die empirische Erforschung der Entstehungsgründe von Wirtschaftskriminalität im Vordergrund. Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes werden unter dem Gesichtspunkt einer "kriminogenen Normsetzung" punktuell auch Regelungsbereiche des Wirtschaftsstrafrechts unter strafrechtsdogmatischen Gesichtspunkten untersucht, so derzeit insbesondere der Bereich Korruption im Gesundheitswesen. Die seitens des Lehrstuhlinhabers entwickelten "Leitlinien der korruptionsfreien Kooperation" werden fortgesetzt mit der Praxis kommuniziert und dort erprobt. Die diesbezüglichen praktischen Erfahrungen fließen in ein Buch "Korruptionsprävention im Gesundheitswesen" ein, das Professor Schneider zusammen mit seiner Kooperationspartnerin Frau Boemke und der Kanzlei Boemke und Partner Rechtsanwälte verfasst.

In der Lehre steht im Rahmen des Schwerpunktbereichs Kriminalwissenschaften ebenfalls die Kriminologie im Vordergrund. Zwei Vorlesungen (Kriminologie I und II) vermitteln das erforderliche Grundlagenwissen. Veranstaltungsbegleitende Reader enthalten weiterführende Beiträge und Aufsätze international bekannter Autoren. Jedes Semester besteht in einem Kriminologischen Seminar die Möglichkeit, eine Wissenschaftliche Studienarbeit anzufertigen. Die Vorlesungen Jugendstrafrecht, Strafvollzugsrecht und Sanktionenrecht integrieren kriminologische Forschungsresultate und vermitteln Basiswissen in den jeweiligen Rechtsgebieten. Studierende mit Rechtswissenschaft im Nebenfach sind in allen Veranstaltungen herzlich willkommen. Im Pflichtfach Strafrecht positioniert sich der Lehrstuhl insbesondere in der Leipziger Examensoffensive. Der Lehrstuhlinhaber deckt mit den Veranstaltungen Strafrecht AT und BT das Spektrum des examensrelevanten materiellen Strafrechts ab. Die Lehrstuhlmitarbeiterin Frau Dr. Schumann vermittelt im Rahmen der Veranstaltung Ferienleo Grundkenntnisse im Strafprozessrecht und entwickelt Klausuren und Lösungen für den Klausurenkurs. Als ausgebildete Mediatorin veranstaltet Frau Schumann Projektseminare zu den sog. Schlüsselqualifikationen.

Im Rahmen der
Nachwuchsförderung besteht für Kandidatinnen und Kandidaten, soweit sie die in der Promotionsordnung genannten Voraussetzungen erfüllen, Gelegenheit zur Anfertigung einer Dissertation in einem vom Lehrstuhlinhaber vertretenen Fachgebiet. Ferner vermitteln wir interessierten und qualifizierten Studierenden und Absolventen Praktika in renommierten Kanzleien und Unternehmen. Der Lehrstuhlinhaber kooperiert mit ELSA und unterstützt den Vorstand bei der Durchführung ergänzender Veranstaltungen, Exkursionen und Projekte.