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Forschungsprojekte
Forschungsprojekt
1
Die demographische
Entwicklung als Herausforderung einer
zukunftsorientierten Personalpolitik
The
demographical change as a challenge for human resource
management
Professor Dr. Silvia Föhr
Bereits seit den 90er Jahren
des vergangenen Jahrhunderts ist der demographische
Wandel Thema der politischen Diskussion. Die sinkenden
Geburtenraten auf der einen und steigende
Lebenserwartungen auf der anderen Seite führen zu einem
zahlenmäßigen Rückgang und gleichzeitig zu einem
steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung. Für die
Zukunft zeichnet sich ab, dass die Alterspyramide der
Bevölkerung sich drehen und der Anteil der unter
30-jährigen erstmals unter dem der über 50-jährigen
Altersgruppe in der Bevölkerung liegen wird. Die
Auswirkungen sind bisher hauptsächlich unter
sozialpolitischen Aspekten thematisiert worden, v. a.
für die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme. Die
Auswirkungen auf die Arbeitsbeziehungen und damit auf
die Personalpolitik von Unternehmen sind inzwischen auch
in den Fokus der Analysen gerückt. Es ist abzusehen,
dass es für die Unternehmen zunehmend schwieriger wird,
geeignete junge Nachwuchskräfte zu rekrutieren und zu
binden. Neben dem Knappheitsproblem wird das höhere
Durchschnittsalter der Belegschaften zu beachten sein.
Welche Konsequenzen diese Entwicklung für die Gestaltung
personalpolitischer Instrumente haben kann und welche
Möglichkeiten Unternehmen haben, mit dieser Situation
umzugehen, wird in diesem Projekt untersucht.
Forschungsprojekt
2
Verhaltensökonomik in der
Personalwirtschaftslehre
Behavioral economics
and human resource management
Professor Dr. Silvia Föhr
Personalökonomische Modelle
haben nicht nur eine hohe Darstellungs- und
Erklärungskraft von Besonderheiten in
Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen am Arbeitsmarkt und
in den Unternehmen, sondern es lassen sich aus diesen
Modellen weit reichende Gestaltungsempfehlungen für
Arbeitsverträge und Arbeitsbeziehungen ableiten.
Dennoch ist ihre praktische Anwendbarkeit hin und wieder
durch die Prämissen eingeschränkt. Eine Erweiterung der
Modelle um verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse
erscheint förderlich. In den vergangenen Jahren hat sich
eine Forschungsrichtung herauskristallisiert, die genau
dieses Vorgehen zeigt: die Behavioral Economics. In
ersten Feld- und Laborversuchen weisen Forscher
Einflüsse menschlichen Verhaltens in strategischen
Interaktionssituationen im Hinblick auf ökonomische
Problemlösungen nach. Ein Fokus liegt dabei auf den
sozialen Präferenzen von Individuen, die das Handeln
neben den klassischen ökonomischen
Entscheidungskriterien zu leiten scheinen. In diesem
Projekt sollen die ersten Erkenntnisse dieser
Ausrichtung auf ihre Fruchtbarkeit für
personalwirtschaftliche Instrumente überprüft und
weiterentwickelt werden.
Forschungsprojekt
3
Der Einfluss
von Top Management Teams auf den Unternehmenserfolg –
ein interdisziplinärer Ansatz
Top
management teams and the performance of firms – an
interdisciplinary approach
Professor Dr.
Silvia Föhr, Silke Niklaus, M.A.
Ein etwas jüngerer
Forschungsansatz der Unternehmenstheorie setzt sich mit
der Frage auseinander, ob strategische Entscheidungen
der Unternehmensleitung auf den Einfluss einzelner
Akteure oder den einer Gruppe von Akteuren zurückgeführt
werden können. Unterstellt man, dass die
Unternehmensführung aus einem Team besteht, ist zu
klären, in welcher Weise dieses Team zusammenarbeitet,
durch welche Kontextfaktoren die Zusammenarbeit
beeinflusst wird und ob festgestellt werden kann, wie
die Zusammensetzung dieses Top Management Teams den
Unternehmenserfolg beeinflusst. Kern des Projekts ist
die Erforschung von Determinanten für den Erfolg der
Arbeit von Top Management Teams, besonders erfolgreiche
Muster in Gestaltungsempfehlungen zu überführen und
dabei auch die Anreizgestaltung zur Überwindung des
Interessenkonflikts von Eigentümern und
Entscheidungsträgern zu diskutieren. Im Zentrum der
Methodik stehen u. a. Analysen aus dem Bereich der
Prinzipal-Agent-Theorie und der sog. Upper Echelon
Theorie. Fundiert werden die Ausführungen durch
Ergebnisse empirischer (Sekundär-)Studien.
Forschungsprojekt
4
Lehren und
Lernen an Hochschulen
Teaching
and learning in the German university education
Dipl. Hdl. Denis Todte
Nicht erst seit der jüngeren
Diskussion bezüglich der demografischen Entwicklung und
dem damit immer wieder postulierten Fachkräftemangel ist
das Studieren an deutschen Universitäten stärker in den
Blickpunkt gerückt. Bereits seit den 90er Jahren des 20.
Jahrhunderts wird auf die Employability der
Absolventen des deutschen Bildungssystems fokussiert und
damit auch die Beschäftigungsfähigkeit deutscher
Hochschulabsolventen. Verstärkt durch den
Bologna-Prozess sollte Employability mehr zum
Ziel universitärer Lehre werden, um künftige
Arbeitnehmer auf das Berufsleben und die Anforderungen
des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Da in der
wissenschaftlichen Diskussion heterogene Ansichten zu
Begriff und Dimensionen von Employability zu
finden sind, soll zu Beginn der Versuch einer Definition
unternommen werden. Wie sich die Anforderungen auf dem
Arbeitsmarkt mit den persönlichen, fachlichen, sozialen
und methodischen Kompetenzen der potentiellen
Arbeitnehmer decken, soll im Weiteren untersucht werden.
Im Mittelpunkt der Betrachtung steht, wo angehende
Arbeitnehmer diese Kompetenzen vermittelt bekommen, die
künftig immer wichtiger zu werden scheinen.
Schlussendlich hat das Projekt das Ziel,
Handlungsempfehlungen für Universitäten, aber auch
Unternehmen abzuleiten, um im Wettbewerb bestehen zu
können.
Forschungsprojekt
5
Erfolgsfaktoren und Anreize im Interim Management
Succes
factors and incentives in the interim management
Dipl. Kffr. Claudia
Heinrich
Aktuelle Veränderungen auf dem
Arbeitsmarkt und die damit verbundene Dynamisierung
veranlassen Unternehmen dazu, ihre Mitarbeiterstruktur
flexibel an die veränderten Bedarfe anzupassen und sich
dazu zunehmend auch zeitlich begrenzt externes
Fachwissen ins Unternehmen
zu holen. Als „Management auf Zeit“ bzw. „Interim
Management“ bezeichnet man diesen befristeten Einsatz
externer Führungskräfte in Unternehmen. Diese werden für
Aufgaben des oberen und mittleren Managements mit den
notwendigen Kompetenzen und Weisungsbefugnissen
ausgestattet, ohne dabei selbst weisungsgebunden zu
sein. Dabei kommt sowohl der Auswahl eines geeigneten
Kandidaten als auch der Anreizgestaltung nach
Vertragsabschluss eine besondere Bedeutung zu, um ein
optimales Match zu ermöglichen. Welche Eigenschaften
eines Interim Managers dabei als Erfolgsfaktoren für
eine dauerhafte Auslastung dienen, aber auch aus
Unternehmensperspektive einen erfolgsreichen
Projektabschluss gewährleisten, soll daher analysiert
werden. Aus agencytheoretischer Sicht werden hierzu
verschiedene Anreize auf ihre Wirkweise untersucht, um
daraus Empfehlungen für die Praxis ableiten zu können.
Forschungsprojekt
6
Geschlechtsspezifische Arbeitsmarktstrukturen
Gender and Work
Professor Dr. Silvia Föhr
Die Analyse der
geschlechterorientierten Arbeit erfolgt in diesem
Projekt auf Basis der ökonomischen Theorien. Dies gilt
für den Arbeitsmarkt, für die betriebliche Realität in
Unternehmen und schließlich für den internationalen
Vergleich innerhalb der Thematik. Ein Schwerpunkt liegt
in der Analyse der Besonderheiten des Arbeitsmarktes
bezogen auf die Geschlechterdifferenzierung. Dazu gehört
zunächst die geschlechtsspezifische
Arbeitsmarktsegmentation, die unmittelbar zu einer
finanziellen Differenzierung zwischen Männern und Frauen
führt. Geschlechtsspezifische Lohndifferentiale lassen
sich darüber hinaus mittels empirischer
Zerlegungsmethoden in „erklärbare“ und
„nicht-erklärbare“ (= diskriminierende) Lohnunterschiede
zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Hinzu kommen
Phänomene der Arbeitsplatzdiskriminierung i. S. v.
Zutrittsbarrieren zu bestimmten Branchen, Berufen oder
Hierarchieebenen, deren Auswirkungen auf die
Betroffenen, die Unternehmen und die Gesellschaft näher
zu untersuchen sind.
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