| Raum |
3.103 |
| Telefon |
+49 (0)341 / 97-35 644 /660 |
| Email |
muehler@sozio.uni-leipzig.de
|
| |
|
| Sprechzeit |
Wintersemester 2011/12
Dienstags, 13.30 - 15.00 Uhr
in Ausnahmefällen 16.30 - 17.30 Uhr (siehe Aushang)
(bitte in Liste eintragen) |
 |
|
1983 – 1985 Mitarbeit am Projekt „Subjektive Sozialindikatoren“ (Leitung Herbert F. Wolf) In Zusammenarbeit mit der Abteilung Soziologie der Akademie der Wissenschaften der DDR wurde ein System von Sozialindikatoren erarbeitet, das neben objektiven Sozialindikatoren auch subjektive beinhaltete. Gegenstand der Leipziger Forschungsgruppe war die Konstruktion von Indikatoren 1. zur subjektiven Wahrnehmung sozialer Sachverhalte, 2. zu deren Bewertung, 3. zur Wirkung dieser Bewertung auf die Wahrnehmung der eigenen Lebenssituation (Zufriedenheitsmessungen) und 4. zu antizipierenden Bewußtseinsformen (Lebenspläne, sozialer Optimismus-Pessimismus). 1989 – 1991 Meinungstrends in der Leipziger Montagsdemonstration (zusammen mit Steffen H. Wilsdorf) Von November 1989 bis Februar 1990 wurden fünf postalische Befragungen in der Leipziger Montagsdemonstration durchgeführt. Zusammen mit Studenten wurde unter den Demonstranten ein zweiseitiger Fragebogen verteilt und um Rücksendung gebeten. Die Untersuchung war demoskopisch angelegt, um Trends in den politischen Meinungen der Demonstranten zu ermitteln. Es entstand eine zeitdokumentierende empirische Deskription von Umbrüchen in den Meinungen der Demonstranten z.B. zur staatlichen Eigenständigkeit der DDR, zur Währungsunion, Parteipräferenzen sowie der Veränderung der sozialen Zusammensetzung der Demonstration. 1992 – 1993 Lehrforschungsprojekt „Wissen über das neue Recht“ (zusammen mit Steffen H. Wilsdorf) Gegenstand des Projekts war die Frage, ob sich die Bürger in den Neuen Bundesländern vorausschauend Wissen über Rechte im Umgang mit den neuen Institutionen verschaffen oder erst im Falle negativer Betroffenheit sich um solches Wissen bemühen. Es wurden individuelle Quellen für die Beschaffung von Informationen sowie eine Selbsteinschätzung des Wissens über Rechte in Bezug auf das Arbeitsrecht und das Steuerrecht erhoben. Die Ergebnisse sprechen dafür, daß keine Wissensbevorratung stattfindet, sondern nach Informationen in erster Linie im Zusammenhang mit entsprechenden Alltagsproblemen gesucht wird. Mühler/Wilsdorf: Über den Umgang mit den neuen Körperschaften im ostdeutschen Alltag. Eine Pilotstudie zur Beschaffung von Wissen über Rechte durch natürliche Akteure. In: Mensch Gesellschaft. Lebenschancen und Lebensrisiken in der neuen Bundesrepublik. Hrsg.: H. v. Alemann, Opladen 1995 1992 – 1996 DFG-Projekt „Funktions- und Strukturwandel von persönlichen Netzwerken in Ostdeutschland“ (zusammen mit R. Wippler (Universität Utrecht), Mitarbeiter: Beate Völker (Universität Utrecht) und Per Kropp) Die generelle Forschungsfrage richtete sich darauf, ob der institutionelle Wandel in Ostdeutschland auch einen Wandel der persönlichen Beziehungen nach sich zieht. In drei empirischen Erhebungen (inklusive Retrospektivinterwies) in den Städten Leipzig und Dresden konnte nachgewiesen werden, daß sich sowohl in den starken als auch in den schwachen Bindungen Veränderungen vollzogen hatten. Die Veränderung der schwachen Bindungen basiert u.a. auf der Neubewertung der Bedeutsamkeit von zahlreichen Berufen für die Lösung von Alltags-(versorgungs-)problemen. Veränderungen in den starken Bindungen konnten mit dem Wandel der politischen Situation erklärt werden. In einer Teiluntersuchung wurde der Wandel des Berufsprestiges untersucht. Es ließ sich empirisch beobachten, daß sich bis Mitte der 90er Jahre die Prestigezuweisungen in unserer Stichprobe den in westlichen Ländern üblichen Prestigezuweisungen angenähert hatte (Pearsonkorrelation der Werte der Stichprobe mit den MPS-Werten von Wegener .918**). Dissertationen: Völker, B. (1995): Should Auld Acquaintance Be Forgot ...? Institutions of Communism, the Transition to Capitalism and Personal Networks; The Case of East Germany. Amsterdam, Thesis Publishers Kropp, P.(1998): Berufserfolg im Transformationsprozeß. Eine theoretisch-empirische Studie über die Gewinner und Verlierer der Wende in Ostdeutschland. Amsterdam, Thela Thesis 1999 – 2002 DFG Projekt „Ursachen für die Identifikation von Bürgern mit ihrer Region und Wirkungen auf ihr individuelles Handeln“ (zusammen mit Karl-Dieter Opp; Mitarbeiter: Jan Skrobanek und Christian Werner) Projekt im Sonderforschungsbereich 417 „Regionale Identifikationsprozesse“ Geprüft wurden Hypothesen zur Entstehung und Wirkung regionaler und überregionaler Identifikation zunächst mittels einer Querschnittanalyse einer sächsischen Stichprobe (Erhebungsgebiete Leipzig und der Mittlere Erzgebirgskreis). Die Hypothesen zur Entstehung und Intensität regionaler Identifikation beziehen sich auf Primärsozialisation, Einschätzung der Lebensqualität und Wahrnehmung von Diskriminierung der regionalen Eigengruppe. Die Hypothesen zur Wirkung haben die Erklärung der Teilnahme an politischem Protest, Mobilitätsabsicht und auf Einstellungen gegenüber Ausländern zum Gegenstand. Dissertation: Skrobanek, J. (2004): Regionale Identifikation, negative Stereotypisierung und Eigengruppenbevorzugung. Das Beispiel Sachsen. Wiesbaden 1999 – 2000 DFG Projekt „Berufliche Karrieren und Veränderungen persönlicher Netzwerke 10 Jahre nach der Wende (zusammen mit Per Kropp) Es wurde versucht, Teilnehmer an den Befragungen zur Veränderung persönlicher Netzwerke aus der Untersuchung Anfang der 90er Jahre noch einmal für eine Befragung zu gewinnen. Dabei ging es darum, zu klären, wie weit der Prozeß sozialer Eingewöhnung vorangeschritten ist, indem sich der Umgang mit den neuen Bedingungen des Arbeitsmarktes etabliert hat und sich neue Freundeskreise und Freizeitgewohnheiten gebildet haben. Aufgrund der geringen Auffindbarkeit der Befragten 10 Jahre nach der ersten Befragung entstand ein deskriptives Material. (siehe Arbeitsbericht des Instituts Nr.23) 2000 – 2001 SMWK Projekt „Zur sozialen Lage der freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler im Freistaat Sachsen“ (zusammen mit Steffen H. Wilsdorf) Befragt wurden 1787 freiberufliche Künstlerinnen und Künstler der Sparten Musik, Wort, darstellende und bildende Kunst. Erhoben wurden die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation, die Marktchancen, Wohn- und Arbeitssituation sowie eine Beurteilung der Faktoren, die den wirtschaftlichen Erfolg von KünstlerInnen in den vier Sparten beeinflussen. Die Ergebnisse ermöglichen eine Beurteilung der spartenspezifischen Situation in Bezug auf die vorgenannten Bedingungen. (Forschungsbericht siehe unter Publikationen) 2003 – 2005 DFG „Ursachen für die Identifikation von Bürgern mit ihrer Region und Wirkungen auf ihr individuelles Handeln“ (zusammen mit Karl-Dieter Opp, Mitarbeiter Michael Mäs und Ralph Richter) Die Hypothesen zu Ursachen der Entstehung regionaler und überregionaler Identifikation sowie zu Wirkungen auf das soziale Verhalten (siehe DFG Projekt 1999 – 2002) wurden mit den Daten eines dreiwelligen Panels geprüft. Gegenstand des Projekts war es darüber hinaus, methodisch verwertbare Ergebnisse zur Bestimmung von Panelabständen zu erhalten. Manuskript in Fertigstellung: Mühler/Opp unter Mitarbeit von Michael Mäs und Ralph Richter: Region – Nation – Europa. Die Dynamik regionaler und überregionaler Identifikation. 2000 - 2008 unterstützt durch das Sächsische Ministerium für Familie, Jugend und Gesundheit sowie die Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren „Zur Veränderung und sozialen Struktur der Population Chronisch mehrfachgeschädigter Abhängigkeitskranker (CMA) im Freistaat Sachsen“ (zusammen mit H.-J. Leonhardt) Im Rahmen des Projekts wurde ein Index zur Einstufung von Abhängigkeitskranken (Alkohol und Medikamente) an Hand der Folgeerkrankungen und sozialen Desintegration erarbeitet. Mit dessen Hilfe wurden bisher in drei Wellen Daten erhoben, aufgrund derer zuverlässige Aussagen über soziale Merkmale von CMA getroffen sowie erste empirische Anhaltspunkte über die quantitative Dynamik der Abhängigenpopulation im Rahmen eines Bundeslandes gefunden werden konnten. Leonhardt/Mühler: Chronisch mehrfachgeschädigte Abhängigkeitskranke. Freiburg i.Br. 2006. seit 2008 Soziale Netzwerke und Rückfallprävention bei CMA (zusammen mit H.-J. Leonhardt und unter Mitarbeit von Sarah Jahn und Christian Schmidtke) Infolge der umfangreichen psychischen und physischen Schädigungen durch die Alkoholabhängigkeit sowie des hohen Grades an sozialer Desintegration muss Rückfallprävention für CMA in spezifischer Weise für diese Gruppe gestaltet werden. Dazu werden Untersuchungen zu personenbezogenen Veränderungen durch Therapie (Kontrollüberzeugungen, Zeitbewußtsein) durchgeführt. In einer weiteren Teilstudie wird die soziale Integration einer Außenwohngruppe von CMA in das Leben einer Gemeinde fallstudienhaft untersucht. Die Ergebnisse sollen Aufschlüsse über nachhaltige Therapieeffekte im Sinne einer Rückfallsicherung sowie über die Wirkung stabiler sozialer Anreize auf Abstinenz erbringen.
|