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REDAKTION SOZIOLOGIE
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    >> Der Stand der Dinge:
Erträge und Perspektiven soziologischer Forschung
     
>> Hartmut Hirsch-Kreinsen
Renaissance der Industriesoziologie?
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Der Beitrag knüpft an die immer wieder aufkeimende Debatte über den Stellenwert und die Bedeutung der Industriesoziologie als Teildisziplin soziologischer Forschung an. Angesichts eines oftmals unterstellten schnellen Marschs in die Dienstleistungs-, ja Wissensgesellschaft fragen sich viele – nicht nur außerhalb der Community –, ob nicht nur der Name, sondern auch die Fragestellungen der Industriesoziologie von gestern seien. Dieser Meinung wird im Beitrag entgegen gehalten, dass gerade die anhaltende wirtschaftliche Krise mit ihren gesellschaftlichen Strukturveränderungen zu einer Neuberwertung industriesoziologischer Fragestellungen veranlassen sollte. Denn, so das zentrale Argument, die gegenwärtige soziale und ökonomische Situation verweist auf traditionelle industriesoziologischen Forschungsperspektiven und verleihen ihnen eine neue Aktualität. Angesichts der Massenarbeitslosigkeit und einem teilweise tiefgreifenden Wandel von Arbeitsverhältnissen ist einmal mehr auf die grundlegende Bedeutung von Erwerbsarbeit für die Lebensstellung und das Lebensschicksal der abhängig Beschäftigten deutlich. Davon ausgehend werden im vorliegenden Beitrag die als zentral erachteten Ergebnisse industriesoziologischer Forschung der letzten Jahre resümiert. Damit soll vor allem auch verdeutlicht werden, dass sich industriesoziologische Forschung nicht nur auf die Analyse von Arbeit und Arbeitsprozessen richtet. Vielmehr geht es ihr auch darum, jene gesellschaftlichen Bedingungen zu identifizieren, die Arbeit konstituieren, um Arbeit in ihrem gesellschaftlichen Charakter zu untersuchen. Zugleich wird aber unterstrichen, dass viele Fragen offen und neue zu stellen sind. Insbesondere ist die Verknüpfung vieler empirischen Fragen und Forschungsthemen mit der Analyse der kapitalistischen Entwicklungsdynamik eine nach wie vor nicht zufriedenstellend gelöste theoretische Herausforderung.



>> Volker Müller-Benedict
Modellierung in der Soziologie – heutige Fragestellungen und Perspektiven
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Der Überblicksartikel stellt zunächst etwas ausführlicher dar, zwischen welchen wissenschaftstheoretischen Polen formale Modelle heute angesiedelt werden können. Dann werden soziologische Arbeitsfelder beschrieben, in denen formale Modelle heute eine Rolle spielen: 1. in der Tradition der mathematischen Soziologie die ökonomistischen Modelle „sozialen Tauschs“ und die Frage „chaotischer“ sozialer Evolution, 2. die Forschung zu Kooperation und Normentstehung und 3. die Handlungstheorie des „rational choice“. Schwerpunkte liegen dabei auf den interdisziplinären Anschlüssen, die für formale Modellierung typisch ist, und den Entwicklungsmöglichkeiten, die formale Modellierung für Theorie und Analyse bieten kann. Sie werden den Stellenwert von Modellierung in der Soziologie in Zukunft erhöhen.



>> Stefan Kühl
Organisationssoziologie. Ein Ordnungs- und Verortungsversuch
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Der Beitrag entwirft die Grundzüge einer Organisationssoziologie, die sich sowohl von Ansätzen der Arbeits-, Betriebs- und Industriesoziologie als auch von umfassenden Diagnosen einer Organisationsgesellschaft abhebt. Dabei wird einerseits eine Abgrenzung gegenüber dem gesellschaftstheoretischen Anspruch der – marxistisch inspirierten – Arbeits- Betriebs- und Organisationssoziologie vorgenommen, wie dort mittels der Zentralkategorie der Arbeit eine Verknüpfung der Analyse von Arbeitsorganisation mit einer allgemeinen Gesellschaftstheorie eine systematische Analyse des Eigenlebens von Organisationen ausgeblendet wurde. Andererseits wird aber auch vor einer Übersteigerung des Organisationsbegriffs zu einer Zentralkategorie der Gesellschaftsanalyse gewarnt, die Gesellschaft bzw. Staat ausschließlich mit Begriffen der Organisation zu fassen versucht. Demgegenüber werden die sich in den neunziger Jahren abzeichnenden Ansätze einer eigenständigen Organisationssoziologie in Giddens’ Theorie der Strukturierung, im Neo-Institutionalismus und in der Institutionenökonomie hervorgehoben. Abschließend wird an den zentralen Kategorien der Zwecke, der Mitgliedschaft als Inklusion und Exklusion und der Hierarchie die zentrale Differenz zwischen Gesellschaft und Organisation verdeutlicht.



>> Michael Meuser
Politische Soziologie – Ortsbestimmungen und aktuelle Forschungsgebiete
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Der Beitrag rekapituliert zunächst die Debatten darüber, wo die politische Soziologie im Spannungsfeld zwischen Soziologie und Politikwissenschaft anzusiedeln ist, wie die soziologische Beschäftigung mit dem ‚Politischen‘ bezeichnet werden soll und wie dieser Gegenstand genau zu fassen ist. Der Stand der Dinge in der politischen Soziologie ist vor allem von der zuletzt genannten Ortsbestimmung geprägt, die sich zwischen einem eher engen, traditionellen, etatistisch orientierten und einem weiten, den Alltag und dessen Lebensstile als Ort des Politischen einbeziehenden Politikbegriff bewegt. Der gegenwärtige Stand der politischen Soziologie reflektiert gewissermaßen den transitorischen Zustand des Politischen an der Jahrhundertwende. – Anschließend werden im Sinne einer aktuellen Berichterstattung die Untersuchungsgegenstände und Fragestellungen genauer umrissen, die in den letzten ein bis zwei Dekaden Forschung und Theoriediskussion bestimmt und zum Teil zu einem erweiterten Verständnis des Politischen (und damit der politischen Soziologie) beigetragen haben.



>> Dirk Baecker
Die Zukunft der Soziologie
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In der Auseinandersetzung mit Hartmut Esser Beitrag über die Frage „Wo steht die Soziologie?“ (Soziologie. Forum der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 4/2002) skizziert der Beitrag Niklas Luhmanns Wiederentdeckung des Menschen für die soziologische Theorie. Sie besteht nur in einem ersten Schritt in Luhmanns Erschrecken über die Situation der Menschen in den Favelas Südamerikas, wie Esser annimmt. Weit über diesen Schrecken und die aus ihm gewonnene Annahme einer möglicherweise bevorstehenden Supercodierung der Gesellschaft in der Differenz von Inklusion und Exklusion hinausreichend, nimmt Luhmann in seinem Spätwerk eine Bestimmung der „Form“ der Gesellschaft vor, die die Kommunikation auf der Innenseite der Unterscheidung und den Menschen auf ihrer Außenseite lokalisiert und damit der Soziologie eine kognitionswissenschaftliche Perspektive eröffnet.



   
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Zur Möglichkeit einer soziologischen Publikumszeitschrift
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Gutachter hier, Gutachter da – eine sehr persönliche Nachbemerkung zu einer metasoziologischen Diskussion
>> Anton Sterbling
Einfach zählen oder schätzen? Zum Stellenwert der Soziologie an Fachhochschulen
   
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