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REDAKTION SOZIOLOGIE
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  >> Jahrgang 35 - Heft 1 - 2006
   
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    >> Soziologie in der Öffentlichkeit
     
>> Michael Huber
Reform in Deutschland.
Organisationssoziologische Anmerkungen zur Universitätsreform
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Betrachtet man die organisationelle Ausgangslage der Universität näher, so liegt deren Reformfähigkeit in Humboldts Idee der Universität begründet, die festhielt, dass die Autonomie der Wissenschaft nur durch die Staatsabhängigkeit der Universität gesichert werden kann. Das heißt, der Staat beschützt die Universität gegen externe Übergriffe, indem er ihre Verwaltung und Finanzierung übernimmt. Aus einer organisationssozio- logischen Perspektive lässt sich diese Ausgangslage als Teilautonomie beschreiben, durch die die universitären Reformmöglichkeiten deutlich einge- schränkt werden. Da der Staat Universitätspolitik zur Zeit mit Sparpolitik gleichsetzt, wird am Beispiel der ‚Haushaltsglobalisierung’ an der Hamburger Universität der späten 1990er Jahren gezeigt, wie sich das Sparen unter Bedingungen der Teilautonomie universitätsintern auswirkt. Da die Ergebnisse nicht zu überzeugen vermögen, werden zwei alternative Lösungsansätze vorgeschlagen: Mehr Bürokratie für die Universität und die verschärfte Fortsetzung der aktuellen Bildungspolitik scheinen wesentliche Mög-lichkeiten für die Entfaltung universitärer Reformfähigkeit.



>> Oliver Dimbath
Wie erschließen sich Schlüsselwissenschaftler(innen) den Arbeitsmarkt?
Befunde und Überlegungen zu Soziolog(inn)enkompetenz und -verbleib
Abstract ausblenden.

Die schlecht beleumundete Arbeitsmarktperformance der Soziologie ist eng mit dem Deutungsmuster der brotlosen Kunst verknüpft: Nicht allein die vermeintlich hohe Arbeitslosigkeit dominiert die öffentliche Wahrnehmung des Faches, sondern auch die innerdisziplinären Zweifel an der Verwendungs- tauglichkeit soziologischer Studieninhalte. Der Artikel zeigt zunächst mit Blick auf Verbleibsuntersuchungen einerseits und die jüngere Entwicklungs- geschichte des Faches andererseits, dass die Vorurteile in vielem unbegründet sind: Soziolog(inn)en sind dabei, sich Erwerbsfelder zu erschließen – eine beachtliche Entwicklung, wenn man in Rechnung stellt, dass sich die Notwendigkeit zur außeruniversitären Arbeitsmarktorientierung erst seit den frühen 1980er Jahren stellt. Die universitäre Soziologie kann hier wichtige Unterstützungsarbeit leisten, wenn sie sich stärker als bisher auf die empirische Erforschung außeruniversitärer Tätigkeitsfelder einlässt. Angesichts wachsender Unübersichtlichkeiten und Diagnosen der Auflösung des Berufssystems erscheinen Soziolog(inn)en als erste Adresse, wenn es um die Suche nach Kompetenzen postberufsgesellschaftlicher Erwerbsformen geht, die bisher nur diffus und hoch selektiv als Schlüs-selqualifikationen konzipiert wurden.



   
    >> Identität und Interdisziplinarität
     
>> Jürgen Howaldt
Die Soziologie in Zeiten der Wissensgesellschaft.
Kritische Anmerkungen zu einer unzeitgemäßen Unterscheidung
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Der Beitrag beschäftigt sich vor dem Hintergrund der Herausbildung einer „neuen Wissensordnung“, in der die traditionelle Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft und Praxis zunehmend problematisch wird, mit der Situation der Soziologie. Für die Zukunft der Disziplin wird es von entscheidender Bedeutung sein, ihre Praxisrelevanz unter den veränderten Rahmenbedingungen unter Beweis zu stellen. Diese veränderten Anforderungen bleiben nicht ohne Wirkung auf den Produktionsprozess soziologischen Wissens. Notwendig sind die Reflexion der eigenen Produktionsweise und die Weiterentwicklung neuer Formen soziologischer Wissensproduktion. Dabei geht der Beitrag davon aus, dass in diesem Prozess die überkommenen Grenzen innerhalb des Wissenschaftssystems und zwischen dem Wissenschaftssystem und anderen gesellschaftlichen Teilsystemen zunehmend in Bewegung geraten. Von großer Bedeutung ist dabei die Entwicklung eines Selbstverständnisses, welches die Soziologie als eine Wissenschaft begreift, zu der sich nicht nur die akademische Welt zurechnen lässt, sondern zugleich die praktisch tätigen Soziologinnen und Soziologen.



   
    >> Lehren und Lernen
     
>> Uta Liebeskind und Wolfgang Ludwig-Mayerhofer
Auf der Suche nach der Wunsch-Universität – im Stich gelassen.
Anspruch und Wirklichkeit von Hochschulrankings
Abstract ausblenden.

Hochschulrankings beanspruchen, (angehenden) Studierenden Orientierungs- hilfe bei der Suche nach der für sie besten Universität zu geben. Wir kritisieren diesen Anspruch aus zwei Perspektiven: Erstens können Indikatoren der Art, wie sie den am meisten verbreiteten Rankings zu Grunde liegen, nur sehr begrenzt Auskunft darüber geben, was Studierende mit unterschiedlichen Interessen und Ansprüchen an das Studium an den Universitäten eigentlich erwartet. Zweitens besteht zwischen den Rankings teilweise so wenig Übereinstimmung, dass auch in dieser Hinsicht die beanspruchte Orientierungsfunktion äußerst zweifelhaft erscheint. Studierenden wäre mit detaillierten Informationen über die Spezifika der jeweiligen Universitäten und der einzelnen Studiengänge gerade in der gegenwärtigen Umbruchsituation an den deutschen Hochschulen weit-aus mehr geholfen.



   
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Tagungen
Professionalität unter veränderten Rahmenbedingungen; Pierre Bourdieu: Neue Perspektiven für die Soziologie der Wirtschaft
   
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