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Kinder von Zuwanderern oder aus den unteren sozialen
Schichten erzielen im Vergleich zu einheimischen Kindern häufiger schlechtere
Leistungen, besuchen seltener das Gymnasium, erwerben häufiger den
Hauptschulabschluss und gehen vergleichsweise öfter ohne Abschluss von der
Schule. Bildung stellt eine Schlüsselressource für die soziale Integration dar
und bestimmt individuelle Lebens- und Teilhabechancen. Die Erklärung der
nachteiligen Positionierung von Schülern aus Bildungsfernen Familien und Migranten
im Bildungssystem und ihre sozialen Folgen ist ein Gegenstand der
Bildungsungleichheitsforschung.
Im Seminar werden Theorien der Entstehung von
Bildungsungleichheiten behandelt und auf benachteiligte Migrantengruppen
angewendet. Weiterhin wird das Ausmaß der Ungleichheiten für verschiedene (Migranten)-Gruppen
betrachtet sowie spezielle Ursachenkonstellationen ergründet, die zu der
Schlechterstellung von Schülern aus unteren sozialen Schichten oder von Migranten
im Bildungssystem beitragen. Es besteht die Option auf eine empirische
Anwendung des erworbenen theoretischen Wissens mit Daten aus der Studie „Immigrants`
Children in the German and Israeli Educational Systems“.
Die
politischen Leitbilder der europäischen Integration
Im
Rahmen dieses Seminars sollen die politischen Leitbilder der europäischen
Integration rekonstruiert werden. Dabei interessiert uns die Frage, welche
Leitbilder der europäische Integration es in der Geschichte Europas überhaupt
gab, unter welchen historischen und politischen Rahmenbedingungen sie entwickelt
wurden und inwieweit ein Wandel der integrationspolitischen Leitbilder
stattgefunden hat. Im Ergebnis der konzeptionellen Vorarbeit soll zunächst
geklärt werden, welcher Begriff der europäischen Integration der Rekonstruktion
zu Grunde liegen und über welche Kategorien die Analyse der politischen
Leitbilder realisiert werden soll. Die Fülle an politischen Leitbildern wird im
Rahmen der Analyse dann in zwei historische Phasen unterteilt. Die erste Phase ist
durch eine gleichberechtigte Konkurrenz der Leitbilder gekennzeichnet und
beginnt mit dem Leitbild der Paneuropa-Bewegung, wie es 1931 von Richard Coudenhove-Kalergi in seiner berühmten
Informationsschrift entwickelt wurde, geht über zu den Leitbildern eines
Vereinten Europas während des Zweiten Weltkrieges und in der Zeit danach und endet
schließlich mit der Gründung der EGKS. Durch die Gründung der EGKS hat sich eines
dieser konkurrierenden Leitbilder als integrationspolitisches Paradigma
durchgesetzt und damit die zweite, paradigmatische Phase der politischen
Leitbilder der europäischen Integration eingeleitet. In dieser bis heute
andauernden Phase werden in Konkurrenz zu dieser offiziellen
Integrationsstrategie immer wieder Stimmen laut, die die Verwirklichung
alternativer Leitbilder fordern. Prominente Beispiele für diese alternativen
Leitbilder sind das 1994 von Wolfgang Schäuble und Karl Lamers entwickelte Konzept
einer abgestuften Integration Europas oder das Leitbild eines Kerneuropas, wie
es 2000 von Joschka Fischer in seiner Humboldt-Rede propagiert wurde. In der
Analyse dieser zweiten Phase wollen wir die Struktur des paradigmatischen und
der alternativen Leitbilder analysieren und der Frage nachgehen, in welchem
Verhältnis diese zueinander stehen. Im Rahmen einer abschließenden
Gesamtreflexion soll die Entwicklung der politischen Leitbilder der
europäischen Integration im Ganzen nachgezeichnet und die zukünftigen Tendenzen dieser Entwicklung
diskutieren werden.
MA Anja Keutel
SS 10
Spezielle Soziologien (Bachelor)
wöchentlich
Donnerstag 11:15 - 12:45 Uhr Dresdner Bank, Raum 1-01
Assimilationstheorien:
Varianten, Kritik und Empirie
Schlagzeilen
wie das Bauverbot für Minarette, das gesetzliche Kopftuchverbot, Diskussionen
um die Freistellung junger Musliminnen vom Sportunterricht und überproportionale Migrantenanteile
an Hauptschulen zeugen von der Brisanz der Integrationsdebatte in Deutschland
und Europa.
Die
Migrations- und Integrationsforschung befasst sich schon seit gut einem Jahrhundert mit den sozialen Folgen der Migration für die Einwanderer und die Aufnahmegesellschaft und fragt, wie sich Integrationsverläufe bestimmen lassen.
Im
Seminar werden verschiedene Ansätze der Assimilations- und Integrationsforschung
diskutiert und anhand aktueller Literatur aus dem amerikanischen und europäischen
Kontext auf ihre empirische Gültigkeit geprüft.
Normen und Institutionen:
Entstehung, Wandel und Wirkungen.
Teilgebiet: Theorie
Hauptstudium:
Vorlesung: Blockvorlesung bzw. Blockseminar
geeignet für Seniorenstudium: Ja
geeignet für Europastudium: Ja
Abschluss:Hausarbeit
Leistungsnachweis: Schein
Einschreibung: Nicht erforderlich
Hörsaal: Seminargebäude
Seminarraum: 202
Raumwunsch:
Technik: Beamer
Tag, Zeit: 6. Juli, 7. Juli und 8. Juli 2010, jeweils
9 bis 12 und 13 bis 14.30 Uhr
SWS: 2
Beginn der Veranstaltung:6.
Juli 2010
(LV vom 6.7.10-8.7.2010)
Thema: Normen und Institutionen: Entstehung, Wandel
und Wirkungen.
Text zur Ankündigung: Die
Vorlesung bietet eine kritische Einführung in und Diskussion der wichtigsten
neueren Theorien über die Entstehung, den Wandel und die Wirkungen von Normen
und Institutionen. Themen sind u.a. die Definition und Messung von Normen und
Institutionen, das Problem der sozialen Ordnung, Prozesse der spontanen
Normentstehung, die Entstehung von Konventionen, Externalitäten und das
Kollektivgut-Problem zweiter Ordnung, Pfadabhängigkeit und "critical
junctures", Entstehung von Normen durch kollektive Entscheidung, die
Wirkungen von Normen am Beispiel von Markt und zentraler Planung. Die Folien
und empfohlene Literatur werden ins Internet gestellt und können
heruntergeladen werden.
Literatur und Programm: Wird in der ersten Sitzung besprochen.