Dr. Veronika Darian

Momentaufnahme Theaterwissenschaft. Leipziger Vorlesungen

Herausgegeben mit Gerda Baumbach, Günther Heeg, Patrick Primavesi und Ingo Rekatzky. Berlin: Theater der Zeit 2014

Der vorliegende Band ist dreierlei: Dokument, Stellungnahme und Positionsbestimmung. Er enthält die Beiträge von namhaften Wissenschaftler/innen der deutschsprachigen theaterwissenschaftlichen Institute zu einer gemeinsamen Ringvorlesung in Leipzig. Der Anlass dafür ist ein zwiespältiger: Das Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig wurde im 20. Jahr seines Bestehens mit massiven Stellenstreichungen konfrontiert. Der Band bietet die Momentaufnahme der Forschungsansätze eines hochproduktiven und grenzüberschreitenden Faches, die in ihrer Unterschiedlichkeit und Korrespondenz von der Zukunftsfähigkeit der Theaterwissenschaft zeugen. Die Beiträge, die die Relevanz der Theaterwissenschaft unterstreichen, verteidigen deren unverzichtbare Vermittlungsfunktion innerhalb der Geisteswissenschaften und darüber hinaus gegenüber neoliberalen Logiken und einer vollständigen Ökonomisierung der Universität. Die Publikation ist ein unübersehbares Signal dieses gemeinsamen Widerstands.

Zum Inhaltsverzeichnis

Zum Verlag

Die Praxis der/des Echo. Vom Widerhall in den Künsten, dem Theater und der Geschichte

Herausgegeben mit Micha Braun und Jeanne Bindernagel. Open access-Publikation 2013

Die Nymphe Echo ist im antiken Mythos eine begabte Erzählerin, der wie so vielen ein grausames Los widerfährt. Weil sie Juno/Hera durch ihren Wortschwall von den Amouren ihres Gatten Jupiter/Zeus ablenkte, wird sie mit dem Entzug der eigenen Rede bestraft: Nur mehr fähig, die letzten Worte ihres Gegenübers zu wiederholen, ist sie verdammt zum ohnmächtigen Widerhall fremden Ausdrucks. So wird die Nymphe Echo zum Sinnbild eines vom Anderen abhängigen Wesens. Es fehlt ihr das vermeintlich Originäre. Doch birgt der Widerhall in sich mehr als die reine Wiederholung des Vorgängigen, mit Derrida gesprochen verweist er auf das Moment der Verschiebung und Zergliederung eigentlichen Ausdrucks, des Widerstands innerhalb der Iteration. In der zunehmend körperlosen Stimme der Echo scheint all das auf, was das Wiederholte als Wiedergeholtes nicht mehr zu verdecken vermag: das Entgleiten des Sinns, die Position der Sprechenden, die Medialität der Kommunikation, die Rauheit der Stimme, die Ambivalenzen der Aneignung, die Grenzen der Mitteilbarkeit und das Risiko der Endlichkeit. Echo lässt sich entsprechend nicht allein als unwillentliche und unmittelbare Reaktion verstehen, sondern drängt sich als eigene Praxis spürbar auf – als Widerstand, Verweigerung, sogar Streik.

In der Online-Publikation finden sich neben den Beiträgen des gleichnamigen Symposiums auch Arbeits- und Diskussionsergebnisse, eigene künstlerisch-wissenschaftliche Produktionen sowie eine ausführliche Projektdokumentation.

Zur Seite des Projekts und zur Online-Publikation

Das Theater der Bildbeschreibung. Sprache, Macht und Bild in Zeiten der Souveränität

Erschienen beim Fink Verlag 2011

Die in der Antike entstandene Gattung der Bildbeschreibung (gr. Ekphrasis) und eines der meistbesprochenen Werke der Kunstgeschichte, Diego Velázquez’ »Las Meninas«, treffen aufeinander. Das Ergebnis ist eine luzide Studie zum spannungsvollen Verhältnis von Bild, Sprache, Theater und Macht in der Zeit des barocken Absolutismus.

Das stumme Bild und die blinde Sprache sind in der Kunst- und Kulturgeschichte des Abendlandes von Anbeginn in einem kämferischen Konkurrenzverhältnis befangen. Der Wettstreit um die eigene Vorrangstellung ist indessen nicht selten verbunden mit der Indienstnahme durch die jeweiligen Herrschaftsform. Das ›Theater der Bildbeschreibung‹ bietet von seinen rhetorischen Anfängen bis zur gegenwärtigen Aporie nicht nur einen Einblick in herrschaftliche Machtstrukturen. Es eröffnet auch die Frage nach dem subversiven Protenzial der sich ‚befreienden‘ Künste selbst. Bemerkenswert ist, wie dabei zusehends der Künstler und seine Kunst den Souverän von seinem angestammten Platz zu verdrängen beginnen.

Zum Inhaltsverzeichnis

Zum Verlag

Verhaltene Beredsamkeit? - Politik, Pathos und Philosophie der Geste

Herausgegeben unter der Mitarbeit von Katharina Polster, Michael Wehren und Hilke Werner. Frankfurt am Main [u.a.]: Peter Lang 2009

Gesten sind Teil unseres Alltags, unseres Verhaltens gegenüber anderen, unseres sozialen und kulturellen Umfeldes und darüber hi-naus der gesamten medial vermittelten Welt. Gesten sind nicht zuletzt auch deshalb als komplexes Moment der Künste und der Wissenschaften zu begreifen, die sie ihrerseits aufnehmen, widerspiegeln und zu ergründen suchen. Denn Gesten bergen die inhaltliche Herausforderung ebenso wie die formale. Auf der Grundlage des gleichnamigen Symposiums, das im Winter 2006 im Rahmen eines internationalen Ausstellungsprojektes in den Räumen der Oper Leipzig stattfand, entstand das vorliegende Buch mit Beiträgen aus den verschiedenen Künsten und Wissenschaften. Jeder einzelne widmet sich aus jeweils eigener Perspektive sowohl der Politik der Gesten als auch dem Schreiben bzw. der Lektüre der Geste sowie jenem Rest, der in den Programmen, Strategien und Praktiken des Gestischen nicht aufgeht.

Zum Inhaltsverzeichnis

Zum Verlag

Mind the Map! History Is Not Given

Herausgegeben mit Günther Heeg und Marina Grzinic. Frankfurt am Main: revolver 2006

"Mind the Map! - History Is Not Given" möchte eine Diskussionsplattform zu Kunst- und Kulturproduktionen schaffen, die an den Schnittstellen östlicher und westlicher Kunstrealitäten in Europa angesiedelt ist. Unser Ausgangspunkt ist das "East Art Map" Projekt des slowenischen Künstlerkollektivs IRWIN. Es spürt der Geschichte der Kunstwerke und -prozesse im Territorium des östlichen Europa von den 1920ern bis heute nach. Das Ergebnis ist eine Karte mit Hunderten von Kunstwerken und künstlerischen Beziehungen in Zeit und Raum. IRWINS Impuls wiederum wurde von relations, einem Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, aufgegriffen: In einer zweiten Phase wurden acht Universitätspartner aus mehreren europäischen Städten zur Zusammenarbeit eingeladen. Sie nähern sich dem Projekt aus drei verschiedenen Perspektiven: der kunsthistorischen Perspektive, der Perspektive der Kultur- und Sozialwissenschaften, die den Diskurs um einen allgemeineren kulturellen, politischen, sozialen und medialen Hintergrund erweitert und einer performativen Perspektive, die Dramaturgie, Performance und kulturelle Interventionen umfasst.

Zum Inhaltsverzeichnis

Zum Verlag

Publikationsliste zum Download:

2015_Darian_Publikationen.pdf