Bibliothekarisches Handeln steht in einem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, politisch-rechtlichen Regelungen, ökonomischen Rahmenbedingungen und (berufs)-ethischen Standards. Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Folgerungen und Anfragen für die bibliothekarische Alltagsarbeit wie auch für die politische Interessenvertretung des Bibliotheks- und Informationssektors.
Nationale und internationale Bibliothekspolitik
Urheberrecht
Datenschutz
Berufsethik
Bibliotheksgesetze auf Länderebene: Erfahrungen und Erwartungen
Bibliotheken sind gefragt, die Ausleihe boomt, die Lesesäle sind voll – und dennoch gilt es, eine neue und größere Nutzerschaft zu gewinnen. Für die Öffentlichen Bibliotheken ist die große Nachfrage elementar, bei Hochschulbibliotheken ist die starke Nutzung ein Grund für gute Noten beim Hochschulranking. Nutzung setzt Serviceleistung voraus: Welche Angebote sind es, welche Strategien und Techniken gibt es, mit denen man neue Nutzer gewinnen kann? Was müssen Bibliotheken besser können als Starbucks oder Google? Womit können Bibliotheken aktiv Nutzer an sich binden?
Nutzerverwaltung oder Kundenservice: Wie weit gehen Bibliotheken aktiv auf Nutzerinnen und Nutzer zu?
Öffnungszeiten, differenziertes Raumangebot und Entspannungsflächen: Wie lange halten wir die Nutzerinnen und Nutzer im Haus?
Theke oder Chat: Wie organisieren wir den Dialog mit den Wissenwollenden?
Alumnipflege: Aufgabe der Bibliotheken?
Werbung für Bibliotheken: Was ist unser Marktwert?
Gewinnen Bibliotheken durch digitale Angebote wie z.B. soziale Netzwerke neue Nutzer-schichten?
Wie können Bibliotheken Informations- und Medienkompetenz fördern?
Das über den Druck verbreitete Wissen kennt traditionelle Formen der Erschließung, der Speicherung wie der Verfügbarmachung. Digitale Ressourcen werden separat vertrieben und kommuniziert. Bibliotheken stehen in vielfältigen Abhängigkeiten von Lieferanten elektronischer Medien und müssen deren Vertriebs- und Lizenzmodelle übernehmen. Zugleich stehen Sie nutzerseitig in der Pflicht, die neuen Inhalte und ihre Formen effektiv und attraktiv zu vermitteln. Dazu kommt das (quantitativ wie qualitativ virulente) Problem der Speicherung solcher Ange-bote, die Bibliotheken nicht »aus der Hand geben« wollen.
Mit welchen neuen Werkzeugen können digitale Werke effektiv erschlossen werden?
Mit welchen Konzepten vereinheitlichen Bibliotheken das heterogene (verstreute) Wissen nutzerfreundlich?
Wie können Bibliotheken das digital verfügbare Wissen langfristig sichern?
Worin besteht die Katalogisierung digitaler Ressourcen?
Welche Instrumente jenseits des Katalogs gibt es, digitale »Neuerwerbungen« anzuzeigen?
Wie können Wissen und Recherchewerkzeuge unter Berücksichtigung sich verändernden Informationsverhaltens bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen adäquat dargeboten werden?
Wie müssen sich Informationsinfrastrukturen verändern, um den Zukunftsanforderungen in Forschung und Lehre zu genügen?
Wie ist die Zukunft der Bibliotheksverbünde in Deutschland?
Welche neuen Entwicklungen gibt es beim »Alten Buch« und bei »Sondersammlungen«.
Digitalisierung ist unaufhaltsam: Nach den Katalogen befinden sich inzwischen auch die Texte selbst in voller Transformation. Von den Verlagen werden neue Texte immer häufiger als E-Book angeboten; Bibliotheken steuern über Publikationsserver eigene digitale Ressourcen bei. Parallel wächst die Bibliothek retrodigitalisierter Drucke und Handschriften. Dabei sind die eingesetzten Digitalisierungstechniken nicht einheitlich und auch die Navigationsangebote variieren je nach Art der eingebundenen Meta- und Strukturdaten. Zugleich bleibt das gedruckte Werk ein beliebter (Ausleih-)Gegenstand und gern genutztes (Lehr-)Buch. Wie kann man die Mehrwerte des Digitalen definieren?
Navigieren in der digitalen Textwelt: wie Werke finden und anzeigen?
Welche Anforderungen stellen die Nutzer an die digitalen Medien: Papierausdruck, Herunter-laden von E-Books und E-Reader-Vielfalt.
Wie organisieren wir die Erwerbung von E-Books nutzerorientiert und wirtschaftlich?
Literaturverwaltungsprogramme als Textspeicher: jeder sein eigener Bibliothekar?
Wie kann man externe Plattformen in Kataloge einbinden?
Worin bestehen die Vor- und Nachteile des E-Books? Worin liegt der Mehrwert?
Wie verändern digitale Angebote das Selbstverständnis und die Außenwahrnehmung der Bibliotheken?
Die Neu- und Umbauten der letzten Jahre mit ihren teilweise enorm gestiegenen Besucherzahlen haben gezeigt: Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen bieten nicht nur Medien in jeglicher Form an, sondern besitzen auch das Potenzial, als anziehende Räume des Wissens einen lebendigen Austausch zwischen Menschen und Ideen zu fördern. So werden in einer Zeit der wachsenden Nutzung digitaler Ressourcen neue Ansätze der Gestaltung von Bibliotheken immer wichtiger, um sie als physische Orte des Wissens weiter zu profilieren.
Wie können Nutzer erfolgreich in die Gestaltung von Bibliotheksräumen einbezogen werden?
Welchen Einfluss hat moderne Informationstechnik und -logistik auf das Design von Bibliotheken und ihrer Einrichtung?
Auf welche Weise wird ein Ausgleich zwischen intensiven sozialen Nutzungen und dem Ruhebedürfnis konzentrierter Einzelarbeit erreicht?
Wie lassen sich bestehende Bibliotheksgebäude an die neuen Bedürfnisse anpassen?
Welche Einrichtungen und räumlichen Arrangements fördern informelle Kommunikation und die Identifikation mit der Bibliothek?
Wie gelingt die Präsentation digitaler Sammlungen im physischen Bibliotheksraum?
Für die Qualität der Dienstleistungen und Angebote rund um die Sammlung, Erschließung, Präsentation und Vermittlung von Wissen spielt die Qualifikation der Beschäftigten in Bibliotheken und Informationseinrichtungen eine entscheidende Rolle. Bei Einstellungen sind IT-Kenntnisse und Vertrautheit mit sozialen Netzwerken und den dort üblichen Kommunikationsformen wichtige Auswahlkriterien.
Inwiefern erfüllen die für das Berufsfeld entwickelten Bachelor- und Masterabschlüsse die Anforderungen der Praxis?
Sind Absolventen anderer Fachrichtungen (Medienpädagogik, Journalismus, IT) für das Tätigkeitsfeld besser gerüstet für den bibliothekarischen Alltag?
Welche Leitlinien und Strategien sind für die Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten sinnvoll?
Wie können neue Veranstaltungskonzepte wie Open Space und BarCamp für die Weiterbildung eingesetzt werden?
Sind tradierte Konzepte wie das Fachrichtungsmodell in der Fachangestelltenausbildung oder das Referendariat noch zeitgemäß?
Welche Konzepte gibt es, trotz steigender Anforderungen bei der Vielzahl neuer Aufgaben einer Überlastung der Beschäftigten vorzubeugen?
Überhaupt: Wie durchlässig und attraktiv ist das Berufsfeld Bibliothek und Information? Passen Tarifverträge, professionelles Selbstverständnis und tägliche Praxis überhaupt noch zusammen?