Grammatik und Verarbeitung verbaler Argumente

Universität Leipzig

MPI EVA

MPI CBS

Projekte

P1 Typologische Varianz bei der Verarbeitung grammatischer Relationen

Dr. Ina Bornkessel
Prof. Dr. Balthasar Bickel

In diesem Projekt soll die in der Psycholinguistik wohletablierte Beobachtung, dass ein initiales ambiges Argument präferiert als Subjekt analysiert wird, sprachübergreifend untersucht werden. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die in europäischen Sprachen zu beobachtende Subjektspräferenz sich aus einer Kombination von sprachübergreifend invarianten (z.B. Minimalität) und sprachspezifischen Eigenschaften (z.B. Kongruenz, privilegierter Status des Nominativs) ergibt. Durch die Wahl geeigneter Vergleichssprachen (Chinesisch, Tschetschenisch, Hindi) sollen die unterschiedlichen Einflussfaktoren mithilfe neurophysiologischer Messverfahren erfasst werden.

P2 Valency Classes in the World's Languages

Prof. Dr. Bernhard Comrie
Prof. Dr. Martin Haspelmath

The Leipzig Valency Classes Project is carrying out a large-scale cross-linguistic comparison of valency classes. With respect to their valency properties, verbs fall into different classes in all languages. The project is inspired by Levin (1993), a classical study of syntactic classes of verbs in English, which argues that a semantic classification of verbs can be achieved through applying syntactic diagnostics. Yet, this study, as well as an earlier study by Apresjan (1967) on Russian, has not been followed up cross-linguistically, which leaves open the question of which aspects of these classifications are universal and which are language-particular. Similarly, valency dictionaries are few in number and mostly deal with European languages, thus they cannot fill the gap.

Für weiter Informationen besuchen Sie bitte die Homepage des Projektes!
For more details please visite the project's website!

P3 Marked Absolutive and Marked Nominative Case Systems in Synchronic and Diachronic Perspective

Dr. Michael Cysouw

The goal of this project is to study the geographical distribution, typology and diachrony of a rare type of case system, which we call `marked nominative/absolutive'. The defining characteristic of these systems is that there is an overt case-morpheme for the nominative/ absolutive case (i.e., the case that is shared between intransitive and transitive constructions), in contrast to a non-overt (zero) morpheme for the accusative/genitive. We shall be investigating commonalities and differences among the anomalous case systems and relate them to case systems in general, to issues of formal vs. functional markedness, and, where possible, we shall seek to shed light on the origins and developments of the case systems.

P4 Mikrotypologische Variation in Argumentrealisierung und Morphosyntax

Prof. Dr. Uwe Junghanns

Das Projekt befasst sich mit mikrotypologischer Variation in den slavischen Sprachen. In den Blick genommen werden zwei Gebiete der Variation: Argumentrealisierung und Morphosyntax. Das Ziel besteht in der Auffindung verschiedener Feingliederungen der untersuchten Sprachen. Diese ergeben sich aus der Parametrisierung relevanter Eigenschaften und der Kombination der Parameter. Den theoretischen Hintergrund bildet eine modular aufgebaute Grammatik. Es werden drei Hauptthemen bearbeitet: (i) Subjektrealisierung, (ii) Objektrealisierung, (iii) unpersönliche Strukturen.

P5 Argumentkodierung in Morphologie und Syntax

Prof. Dr. Gereon Müller

In diesem Projekt geht es um die formale Kodierung von Argumenten des Verbs mit Hilfe syntaktisch determinierter morphologischer Flexionsmarker. Empirische Grundlage der Untersuchung soll ein größeres Sample von typologisch unterschiedlichen Sprachen mit akkusativischen und ergativischen sowie Kopf- und Dependens-markierenden Kodierungsmustern sein. Theoretische Grundlage in der Syntax ist das minimalistische Programm. Theoretische Grundlage in der Morphologie sind Ansätze, die auf Unterspezifikation und Dekomposition grammatischer Merkmale zur Erfassung von Synkretismen rekurrieren. Ein wesentliches Projektziel ist dabei die Entwicklung einer präsyntaktischen, lexikalisch-realisationalen morphologischen (Flexions-) Theorie für derivationelle Syntaxen, die mit den Grundannahmen des minimalistischen Programms im Einklang steht.

P6 Argumentstruktur, syntaktische Abbildung und morphosyntaktische Merkmale / Präfixe und verbale Argumente

Prof. Dr. Gerhild Zybatow

Das Ziel des Projekts ist eine systematische Untersuchung der Effekte von Präfigierungen auf die syntaktischen und semantischen Eigenschaften der russischen Simplexverben. Dabei werden die Verben besonders im Hinblick auf ihre aspektuellen Eigenschaften untersucht und mögliche Manipulationen der Argumentstruktur systematisch klassifiziert. Es wird die perfektivierende Wirkung der Präfigierung auf Simplexverben untersucht und klassifiziert, zu welchen Änderungen in der Vendlerschen Verbklassenzugehörigkeit die Präfigierung bei Verben führen kann. Ein weiteres Ziel ist die Erfassung der Argumentstruktur der verschiedenen Verbklassen und ihrer Variabilität unter Berücksichtigung der Präfigierung (wie z.B. Erweiterungen durch Präpositionalphrasen, durch verschiedene Typen von Objekten oder Reduktionen). Des Weiteren werden die Argumentkodierungsveränderungen untersucht. Dabei ist im Zusammenhang mit der Argumentkodierung theoretisch zu klären, in welcher Beziehung das Verb und die Argumente zu einzelnen funktionalen Kategorien stehen. Aufgrund dieser Untersuchungen und des sprachübergreifenden Vergleiches sollte eine Analyse der syntaktischen Abbildung argumentstruktureller Information in Bezug auf kausale und aspektuelle Relationen bei Simplex- und präfigierten Verben entwickelt werden.

P7 Die interne Struktur von Personen-Portmanteaus

Dr. Jochen Trommer
Dr. Michael Cysouw

P8 Experimentelle Untersuchungen zur Feinstruktur argumentkodierender Flexionsmarker

Prof. Dr. Gereon Müller
Prof. Dr. Angela D. Friederici

Im Rahmen dieses Projektes werden exemplarisch zwei etablierte Prinzipien der grammatiktheoretischen Tradition zur Flexionsmorphologie, nämlich die Subanalyse der Exponenten (Form) und die Unterspezifikation von Exponenten bzgl. morpho-syntaktischer Merkmale (Funktion), mittels moderner psycho- und neurolinguistischer Methoden auf ihre Relevanz im menschlichen Sprachverarbeitungssystem hin untersucht. Dies geschieht vor dem Hintergrund neuerer Erkenntnisse zur neurophysiologischen Basis der Sprachverarbeitung und deren experimenteller Beobachtbarkeit in Form von ereigniskorrelierten Potentialen (EKP).

Letzte Änderung: 19.10.2010

Start

Meetings/Aktuelles

Mitglieder

Projekte

Papiere

Workshops

Antrag

Kontakt

Universität Leipzig
Institut für Linguistik

Universität Leipzig
Institut für Slavistik

MPI EVA
Department of Linguistics

MPI CBS
JRG Neurotypology

Universitt Göttingen
Slavische Philologie