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Was wollen wir erforschen? Medienkonzentration, All-in-one-Journalismus, Crossmedia: Diese drei Schlagworte charakterisieren die rasante Entwicklung, die in den vergangenen Jahren im Journalismus stattgefunden hat - eine Entwicklung, die Journalisten vor immer neue Herausforderungen stellt. Wie aber sehen genau diese Herausforderungen und VerĂ€nderungen aus, die Journalisten in den nĂ€chsten fĂŒnf bis zehn Jahren zu erwarten haben? Genau mit dieser Frage beschĂ€ftigt sich die Forschungsgruppe âZukunft des Journalismusâ um Prof. Dr. Michael Haller am Lehrstuhl Journalistik der UniversitĂ€t Leipzig. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die redaktionellen, ökonomischen und technologischen Trends im deutschen Journalismus . Zudem werden Trends in der Berufsrolle der Journalistinnen untersucht, denn noch immer werden leitende Positionen in Medienunternehmen zum gröĂeren Teil von MĂ€nnern besetzt. Um dabei möglichst genaue und keine rein spekulativen Voraussagen zu treffen, begrenzt sich der zu erforschende âZukunftszeitraumâ auf die nĂ€chsten fĂŒnf (realistisch) bis zehn Jahre (visionĂ€r).
Gab es das nicht schon einmal? Zugegeben, es ist keine neue Idee, sich wissenschaftlich mit der âZukunft des Journalismusâ zu beschĂ€ftigen. Schon Anfang der 90er Jahre hat sich eine MĂŒnsteraner Forschergruppe um Professor Dr. Siegfried Weischenberg in einer groĂ angelegten Studie mit journalistischen Zukunftsfragen auseinandergesetzt. Deren so genannte Delphi-Befragung hat rĂŒckblickend einige treffende Voraussagen erzielt. Diese Voraussagen sind in dem Buch âZukunft des Journalismusâ (Westdeutscher Verlag, 1994) nachzulesen. Uns interessiert, ob eine Art Fortschreibung jener Trendanalyse möglich ist und wie sich die neuen EinfluĂfaktoren (Stichwort Internet und Globalisierung) mutmaĂlich auf den journalistischen Arbeitsplatz auswirken. Zum Hintergrund: Die MĂŒnsteraner Studie begann im Jahre 1988, noch vor dem Zusammenbruch des Staatssozialismus. Sie war zunĂ€chst auf Westdeutschland ausgerichtet, wurde dann im folgenden Jahr auf Ostdeutschland ausgedehnt. Dort verĂ€nderte sich der Journalismus unter den neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen anfĂ€nglich rasant. Auch gab es z.B. sehr viele ZeitungsneugrĂŒndungen. Unter diesem Eindruck sind viele Journalisten davon ausgegangen, dass der Medienboom weiter anhalten werde, was dann aber nicht der Fall war. Andererseits spielten die heute maĂgebenden Innovationen Online/Internet und Megatrends wie die Globalisierung praktisch keine Rolle. Nahe liegend, dass die seither sich abzeichnenden globalen Vernetzungs- und Konzentrationsprozesse die Trends wie auch deren EinschĂ€tzung markant verĂ€ndern. So liegt der Gedanke nahe, eine - methodisch allerdings differenzierte - Follow-Up-Studie durchzufĂŒhren, die aus der MĂŒnsteraner Studie so viele Gesichtspunkte wie möglich ĂŒbernimmt. TatsĂ€chlich standen unsere vier Hauptthemen (Redaktion, Ăkonomie, Technik, Gender) schon bei MĂŒnsteraner Delphi-Befragung im Fokus. Diese Schwerpunkte haben wir ĂŒbernommen, dabei aber das Frageset an die heutigen Problemfelder angepasst.
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