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Wirtschaftsbeziehungen

Forschung

Forschung am ZIW

Forschungsprojekte


Forschung am ZIW

Forschungsschwerpunkte des ZIW sind der wirtschaftliche Aufholprozess in Mittel- und Osteuropa und seine gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die EU-Strukturpolitik und die soziale Kohäsion, monetäre und finanzpolitische Fragestellungen der EU-Osterweiterung, die Erweiterung und Vertiefung der Europäischen Union sowie die Beziehungen der MOE-Länder zu ihren östlichen Nachbarn.

Das ZIW untersucht außerdem die wirtschaftliche Kooperation von Unternehmen aus Deutschland, insbesondere der Region Leipzig bzw. des Landes Sachsen, mit Unternehmen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Die Forschungen basieren auf der multi- und interdisziplinären Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der verschiedenen Fakultäten der Universität Leipzig und anderer Einrichtungen der Region, die vom ZIW organisiert und koordiniert wird.
Besonderes Anliegen ist eine enge und projektbezogene Kooperation mit Wissenschaftlern und Institutionen aus den mittel- und osteuropäischen Ländern. Das Zentrum ist Träger und Veranstalter des Leipziger Weltwirtschaftsseminars, einer jährlich stattfindenden internationalen Tagung zu Fragen der Integration der MOE-Volkswirtschaften in die Europäische Union.

Das ZIW gibt eine Schriftenreihe mit dem Titel "Transformation. Leipziger Beiträge zu Wirtschaft und Gesellschaft" heraus, in der die Forschungsergebnisse und die Ergebnisse der Leipziger Weltwirtschaftsseminare veröffentlicht werden (ISSN 0947-0379).


Forschungsprojekte

1. Mittelständische Dienstleister in der sächsisch-tschechischen Grenzregion
2. Die erweiterte Europäische Union zwischen Kohärenz und Divergenz
3. Die Arbeitsmärkte der EU 27
4. Großstädte im Transformationsprozess vor dem Hintergrund europäischer Integration und internationalen Strukturwandels
5. Situation und Perspektiven von KMU in Russland

1. Mittelständische Dienstleister in der deutsch-tschechischen Grenzregion: Wettbewerbssituation und Entwicklungspotenziale - Eine Weiterbildungsinitiative für den mittelständischen Dienstleistungssektor
Small and Medium Sized Enterprises of the Service Sector in the German-Czech Border Region: Competitiveness and Prospects – an Initiative for Further Education for the Small and Medium Sized Service Sector

Prof. Dr. Thomas Lenk (lenk@wifa.uni-leipzig.de),
Dr. Cornelie Kunze (ckunze@rz.uni-leipzig.de),
Mario Hesse, Dr. Milan Jerábek (Universität Ustí, milanjerabek@iol.cz)

Die Regionen beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze leiden, ungeachtet eines deutlichen Lohn- und Einkommensgefälles, unter ähnlichen Problemlagen: In beiden Fällen handelt es sich nahezu ausschließlich um strukturschwache Wirtschaftsgebiete, die nach dem Niedergang alter Industrien als Folge der Strukturanpassung nach 1990 kaum Großindustrien aufzuweisen haben und durch kleine und mittlere Industrie- und Dienstleistungsunternehmen geprägt sind. Beide Räume leiden unter ihrer peripheren Lage im Verhältnis zu den jeweiligen nationalen Wirtschaftszentren, die auch durch den EU-Beitritt Tschechiens und die damit verbundene Integration in den europäischen Binnenmarkt keineswegs beseitigt wurde. Infolge der fehlenden Dynamik und Investitionskraft der ostdeutschen Wirtschaft konnte auch das deutliche Lohngefälle zwischen Deutschland und Tschechien keine Entwicklungsanstöße im Grenzraum auslösen. Es ist im Gegenteil auf beiden Seiten der Grenze eine vergleichsweise hohe Erwerbslosigkeit sowie anhaltende Abwanderung zu beobachten. In dieser Situation ist dem Erhalt und dem Ausbau des vorhandenen regionalen Unternehmensbestandes höchste Priorität einzuräumen. Mit Blick auf die große Bedeutung des Dienstleistungsbereichs in der Region untersucht das Projekt die aktuelle Situation der mittelständischen Dienstleistungsunternehmen in deutschen und benachbarten tschechischen Grenzregionen und ihre Entwicklungspotenziale, aber auch mögliche Herausforderungen und Probleme, die sich durch die zu erwartende weitere Liberalisierung und durch wachsende Mobilität ergeben können. Ziel des Projekts ist es, Empfehlungen für die wirtschaftspolitische Strategie der Grenzregion im Dienstleistungssektor zu erarbeiten und diese den wirtschaftspolitischen Akteuren und den Unternehmern der Region zu übermitteln.

Weiterführung: ja
Finanzierung: EU, Interreg III A-Programm


2. Die erweiterte Europäische Union zwischen Kohärenz und Divergenz
The enlarged European Union between coherence and divergence

Prof. Dr. Thomas Lenk (lenk@wifa.uni-leipzig.de),
Dr. Cornelie Kunze (ckunze@rz.uni-leipzig.de)

Die Erweiterung der EU um acht mittel- und osteuropäische Länder hat den Charakter der EU deutlich verändert. Wurde sie bis 2004 eindeutig dominiert durch gefestigte Demokratien, die zugleich leistungsstarke, auf den internationalen Märkten führende Ökonomien waren, denen nur einzelne schwächere Volkswirtschaften zugesellt wurden, bewegt sie sich durch die Osterweiterung hin zu einem Zwei-Gruppen-Modell: auf der einen Seite eine Gruppe von „reichen“ Volkswirtschaften (Nettozahler), von denen gerade die größten zunehmend Schwierigkeiten haben, Wachstum zu generieren, genügend Arbeitsplätze zu schaffen und die soziale Kohäsion zu wahren. Auf der anderen Seite eine Gruppe „ärmerer“ Länder aus Süd- und Ostmitteleuropa (Nettoempfänger), die sich in einem wirtschaftlichen Aufholprozess befinden. Die Interessenunterschiede innerhalb der erweiterten EU treten besonders nachhaltig im Kerngebiet der EU-Integration hervor: in den kontroversen Positionen der aufholenden Länder in Fragen der Steuerpolitik bzw. des Steuerwettbewerbs sowie der Ausgestaltung der EU-Finanzpolitik. Ziel des Projekts ist einmal eine Bestandsaufnahme der Kohärenz der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bestrebungen innerhalb der EU und zum anderen der Interessenunterschiede zwischen „alten“ und „neuen“ EU-Mitgliedern bzw. Nettozahlern und Netto-Empfängern, um mögliche Zielkonflikte erkennen und diskutieren zu können.

Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltsfinanzierung und Drittmittelfinanzierung (SMWK)


3. Die Arbeitsmärkte in der erweiterten EU
Labour markets in the enlarged EU

Prof. Dr. Thomas Lenk (lenk@wifa.uni-leipzig.de),
Dr. Cornelie Kunze (ckunze@rz.uni-leipzig.de),
Prof. Dr. Rolf Hasse, Fraunhofer Mittel- und Osteuropa-Zentrum Leipzig,
Dr. Matthew Allen, Metropolitan University Manchester,
Dr. Dierk Hirschel, DGB Bundesvorstand,
Dr. Hans-Peter Klös, IW Köln,
Dr. Michael Thiel, EU-Kommission,
Prof. Dr. Zenon Wiesniewski, Universität Torun,
Prof. Dr. Jüri Sepp, University of Tartu/Estland,
Prof. Dr. Werner Sesselmeier/ Gabriele Somaggio, Universität Koblenz-Landau

Beim Beitritt der Länder Mittel- und Osteuropas in die EU ist 2004 wurde die Freizügigkeit für die Arbeitnehmer aus den neuen Mitgliedsländern zunächst stark eingeschränkt. Nur wenige der alten EU-Länder, darunter Großbritannien und Irland, ermöglichten Arbeitnehmern aus MOE-Mitgliedsländern sofort den freien Zugang zu ihrem Arbeitsmarkt. Die meisten, darunter Deutschland und Österreich, machten von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Arbeitsmärkte vorläufig abzuschotten und sie erst mit 5 oder 7-jähriger Verzögerung zu öffnen. Die Autoren des Projekts untersuchen, wie sich die nationalen Arbeitsmärkte in den vergangenen Jahren unter dem Einfluss dieser Regelungen entwickelt haben und inwieweit die nationalen Arbeitsmarktpolitiken den Bedürfnissen und Zwängen der sich internationalisierenden Wirtschaft einerseits und denen der sozialen Sicherheitssysteme und der Arbeitnehmer andererseits gerecht werden. Länderschwerpunkte sind hierbei Polen, Estland, Großbritannien und Deutschland.

Weiterführung: ja
Finanzierung: Haushaltsfinanzierung und Drittmittelfinanzierung


4. Großstädte im Transformationsprozess vor dem Hintergrund europäischer Integration und internationalen Strukturwandels. Leipzig und Wroclaw 2000 bis 2004 im Vergleich
The situation and the role of large towns in the processes of transformation and globalization. A comparative study of the economic and social development in Leipzig and Wroclaw from 2000 to 2004

Prof. Dr. Thomas Lenk (lenk@wifa.uni-leipzig.de),
Dr. Cornelie Kunze (ckunze@rz.uni-leipzig.de),
Prof. Dr. Zbigniew Kurcz (Universität Wroclaw, Polen),
Prof. K. Lange,
Prof. U. Heilemann,
Prof. R. Wießner,
Prof. H. Schmidt,
Dr. D. Drechsel (Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig)
und weitere Partner in Leipzig und Wroclaw

Das Projekt stellt die dritte Folge einer Langfrist-Untersuchung dar, die sich jeweils im Abstand von fünf Jahren mit den Auswirkungen von Transformation, europäischer Integration und Globalisierung auf die Großstädte Wroclaw und Leipzig befasst. Während bisherige Vergleichsstudien zur Transformation überwiegend auf makroökonomischen Daten auf Länderebene basieren, wählt das vorliegende Projekt einen regionalen Ausschnitt, um das Ineinandergreifen von politischem bzw. kommunalpolitischem und wirtschaftlichem Wandel sowie sozialen und kulturellen Veränderungen abbilden zu können. Der Vergleich von zwei Großstädten aus Polen und Ostdeutschland, also von Fallbeispielen mit deutlich unterschiedlichen Transformationsverläufen, zielt auf die Feststellung von Entwicklungskonvergenzen und -divergenzen der beiden Regionen und deren Ursachen. Die Entwicklung der beiden Großstadtregionen wird zunächst in parallel angelegten Einzelstudien untersucht und dabei in den Kontext des gesamten 15-jährigen Beobachtungszeitraums gestellt. Schwerpunkt der Untersuchung sind die Wirtschaftsentwicklung (kommunale Wirtschaftsstrategie, Wirtschaftswachstum, Unternehmens- und Branchenentwicklung, Arbeitsmarkt, u.a.), kommunale Politik und Verwaltung sowie die soziale Entwicklung. Im zweiten Schritt erfolgt der Vergleich der einzelnen Bereiche beider Großstädte, der auch in den Kontext der europäischen und internationalen Entwicklung gestellt wird. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Schlussfolgerungen zur Politikgestaltung gezogen.

Status: abgeschlossen
Finanzierung: Haushaltsfinanzierung und Drittmittel (Siemers-Stiftung)

5. Situation und Perspektiven von KMU in Russland
Situation and prospects of small and medium sized enterprises in Russia

Prof. Dr. Rolf Hasse (hasse@wifa.uni-leipzig.de),
Dr. Cornelie Kunze (ckunze@rz.uni-leipzig.de),
Dipl.-Volksw. Tetyana Lutsyk ( lutsyk@wifa.uni-leipzig.de ),
Dipl.-Politikwiss. Steffen Preissler,
Prof. Dr. Viktor G. Starodubrovskii,
Dr. Ashot Khatchaturyan,
Prof. Dr. Kurt Rudolph (Internationales Institut für Managementstudien Moskau)

Die offenkundigen Widersprüche zwischen der formal anerkannten Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von KMU in Russland zu verändern, und der realen Praxis stehen in engem Zusammenhang mit einer Reihe grundsätzlicher Fragen zum Transformationsprozess Russlands. Zu diesen Problemen, die auf gewisse Besonderheiten des russischen Transformationsprozesses verweisen, liegen in der russischen wie auch in der westeuropäischen Forschung eine Reihe kontroverser Interpretationen und Analysen vor. Im Projekt werden, gestützt auf Literaturrecherchen und die Auswertung umfangreichen Materials russischer Institutionen und Verbände eigenständige Antworten auf einige dieser Fragen erarbeitet. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Qualität des unternehmerischen Potenzials im KMU-Bereich in Russland, die Bewertung der rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen im Vergleich mit den EU-Ländern sowie die Situation und Förderung von KMU in Russland. Ausgehend von den Untersuchungsergebnissen werden Wege zur Überwindung der derzeitigen Defizite der KMU in Russland aufgezeigt.

Status: abgeschlossen
Finanzierung: Haushaltsfinanzierung und Drittmittel (Thyssen Stiftung)