Nr. 21/22
Großstädte im Transformationsprozess vor dem Hintergrund europäischer
Integration und internationalen Strukturwandels. Ökonomische Entwicklung und
soziale Prozesse der Städte Leipzig und Wrocław 2000 bis 2004 im Vergleich
Hrsg. von Cornelie Kunze u. Thomas Lenk (2007)
Der Band stellt die dritte Folge einer Langfrist-Untersuchung dar, die sich
jeweils im Abstand von fünf Jahren mit den Auswirkungen von Transformation,
europäischer Integration und Globalisierung auf die Großstädte
Wrocław und Leipzig befasst. Die beiden ursprünglich von der Einwohnerzahl
und von der Wirtschaftsstruktur her vergleichbaren Großstädte wurden
gewählt, um in einem regionalen Ausschnitt das Ineinandergreifen von politischem
bzw. kommunalpolitischem und wirtschaftlichem Wandel sowie sozialen und kulturellen
Veränderungen darstellen zu können. Im Kern geht es dabei um die Frage,
inwieweit die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsmuster in beiden Städten
ähnliche Prägungen aufweisen oder eher divergierenden Mustern folgen. In der
zweiten Hälfte der 90er Jahre war ein Annäherungsprozess Wrocławs
gegenüber Leipzig zu beobachten (u.a. Abschluss der Privatisierung, zunehmende
Internationalisierung der Wirtschaft und des Dienstleistungssektors,
Produktivitätssteigerung, zunehmende Arbeitslosigkeit, zunehmende Alterung und
zunehmende soziale Differenzierung). Basis dieser Annäherung waren ähnliche
Transformationsvoraussetzungen und die zunehmende Integration beider Städte in
die globalisierte Wirtschaft, besonders die der Europäischen Union. Hat diese
Entwicklung angehalten? Gründe für ein abweichendes Muster könnten in
einer anderen Einbindung Polens und damit Wrocławs in die europäische und
internationale Arbeitsteilung liegen aufgrund niedrigerer Löhne und anderer
vorteilhafter überregional oder regional begründeter Standortbedingungen
(Wirtschaftspolitik, Verwaltungseffizienz, Humankapital).
Im Einzelnen beinhaltet die Studie eine vergleichende Untersuchung der drei zentralen Bereiche:
- Demokratisierungsprozess, Verwaltungsreform, Kommunalpolitik, Zivilgesellschaft;
- Entwicklung von Wirtschaftswachstum und Produktivität, kommunale
Wirtschaftsstrategie, Infrastrukturentwicklung, Anpassung der Wirtschaftsstrukturen
im Aufholprozess, Lohnerntwicklung, Arbeitsmarktentwicklung;
- Bevölkerungsentwicklung, soziale und kulturelle Veränderungen.
Nr. 20
Mittelständische Dienstleister in der sächsisch-tschechischen Grenzregion
Hrsg. von Thomas Lenk und Cornelie Kunze (2006)
Autoren: Thomas Lenk u. Mario Hesse
Die sächsisch-tschechische Grenzregion leidet unter der peripheren Lage,
unter hoher Arbeitslosigkeit, vergleichsweise geringen Einkommen und Migration.
Die Wirtschaftsstruktur weist auf den beiden Seiten der Grenze unterschiedliche
Strukturen auf: auf der tschechischen Seite dominieren noch Großbetriebe
des Braunkohlenbergbaus (die Förderung wird in absehbarer Zukunft eingestellt
werden) und der Chemischen Industrie, auf sächsischer Seite erfolgte in den
90er Jahren ein Übergang zu einer klein- und mittelständisch geprägten
Industrie. Für die Zukunft der Region wird der Dienstleistungsbereich eine
wichtige Rolle einnehmen. Die Studie analysiert die Ausgangsbedingungen für
die Entwicklung des Dienstleistungsbereichs unter besonderer Berücksichtigung
der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Nr. 19
Die erweiterte Europäische Union zwischen Kohärenz und Divergenz
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze (2006)
Mit Beiträgen von:
Péter Balázs, Strassbourg/ Budapest
Elmar Brok, Strassbourg
Rolf Caesar, Hohenheim
Rolf Hasse, Leipzig
Elmar Hönekopp, Nürnberg
Thomas Lenk, Leipzig
Barbara Lippert, Berlin
Jan Oravec, Bratislava
Krzysztof Ruchniewicz, Wroclaw
Bis 2004 wurde die EU eindeutig dominiert durch gefestigte Demokratien, die zugleich
leistungsstarke, auf den internationalen Märkten führende Ökonomien waren,
denen nur einzelne schwächere Volkswirtschaften zugesellt waren. Mit der
Osterweiterung hat sich dieser Zustand unwiderruflich verändert hin zu einem
Zwei-Gruppen-Modell: auf der einen Seite eine Gruppe von „reichen“
Volkswirtschaften (Nettozahler), von denen gerade die größten zunehmend
Schwierigkeiten haben, Wachstum zu generieren, genügend Arbeitsplätze
zu schaffen und die soziale Kohäsion zu wahren. Auf der anderen Seite eine
Gruppe „ärmerer“ Länder aus Süd- und Ostmitteleuropa
(Nettoempfänger), die sich in einem wirtschaftlichen Aufholprozess befinden.
Insbesondere in den ostmitteleuropäischen Ländern sind in diesem Prozess
starke soziale Verwerfungen entstanden.
Erste Interessenunterschiede innerhalb der erweiterten EU sind in der Zwischenzeit
in den Debatten um die innen-, außen- und wirtschaftspolitische Weiterentwicklung
der EU sichtbar geworden. Besonders nachhaltig treten sie im Kerngebiet der
EU-Integration hervor: in den kontroversen Positionen der aufholenden Länder
in Fragen der Steuerpolitik bzw. des Steuerwettbewerbs sowie der Ausgestaltung der
EU-Finanzpolitik. Die Beiträge des vorliegenden Bandes untersuchen und diskutieren
sowohl die Kohärenz der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bestrebungen
innerhalb der EU als auch bestehende Interessenunterschiede zwischen „alten“
und „neuen“ EU-Mitgliedern bzw. Nettozahlern und Netto-Empfängern.
Schwerpunkte sind: Die Programmatik und Zielstellung der EU als Elitenprojekt und ihre
mangelnde Akzeptanz durch die Bürger, das Selbstverständnis der EU zwischen
Solidarität und Einzelinteressen mit Blick auf die Budgetproblematik, die gemeinsame
Außenpolitik, die in den Beitrittsverhandlungen vereinbarten Übergangsregelungen
sowie die Frage einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik für den Binnenmarkt und der dabei
zu bewältigenden Probleme.
Nr. 18
Klein- und Mittelunternehmen in Russland – Stiefkinder oder Stabilisierungsfaktor?
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze (2005)
Autoren:
Ashot Khachaturyan,
Rolf Hasse,
Cornelie Kunze,
Tetyana Lutsyk,
Kurt Rudolph,
Victor Starodubrovskiy
Unter der Regierung Putin hat sich in Russland die Erkenntnis durchgesetzt, dass ohne
zahlreiche und wirtschaftlich stabile Klein- und Mittelunternehmen die Ziele
des Reformprozesses nicht erreichbar sind. Im Bereich der Wirtschaft wird von
einer verstärkten Förderung der KMU erwartet, dass
- die KMU in größerem Umfang neue Arbeitsplätze schaffen und so einen
Teil der in der Großindustrie abzubauenden Arbeitskräfte auffangen,
- die Innovationspotenziale der russischen Wissenschaft und Wirtschaft effizienter genutzt werden,
- die starke Ausrichtung des russischen Exportes auf Rohstoffe und Energieträger verringert wird,
- russische Anbieter verstärkt auch im konsumnahen und im Dienstleistungsbereich
größere Marktanteile erringen.
Im gesellschaftspolitischen Bereich soll mit der Verbesserung der Situation
für KMU die Struktur der Mittelschicht gestärkt werden, die in Russland
bisher vor allem durch Bürokratie und Management von Großbetrieben und
Banken gebildet wird. Das soziologische Gefüge der Mittelschicht soll dabei
im Sinne einer demokratischen und marktwirtschaftlichen Ordnung stabilisiert werden.
Mit welchen Mitteln kann dieses Ziel erreicht werden? Verschiedene bisher unternommene
Fördermaßnahmen haben bis jetzt nur ungenügende Ergebnisse erbracht.
Die vorliegende Studie, ein gemeinsames Projekt des Zentrums für Internationale
Wirtschaftsbeziehungen der Universität Leipzig und des Internationalen
Instituts für Management in Moskau, analysiert Genesis und Situation, Rechtsrahmen
und aktuelles Förderinstrumentarium von KMU in Russland, um daraus
Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die weitere KMU-Förderung abzuleiten.
Nr. 17
Die mittel- und osteuropäischen EU-Mitglieder im wirtschaftlichen
Aufholprozess: Strategien, Erfahrungen und Rahmenbedingungen nach dem EU-Beitritt
Hrsg. von Rolf Hasse U. Cornelie Kunze (2005)
Mit Beiträgen von:
Michael Dauderstädt, Bonn
Santiago G. Echevarria, Madrid
Martin Hallet, Brüssel
Joachim Ragnitz, Halle
Stanislav Saroch, Mlada Boleslav/ Prag
Gunther Schnabl, Frankfurt a. M.
Jüri Sepp, Tartu
Tamás Szemlér, Budapest
Robert Zmiejko, Warschau
Der Beitritt zur EU schloss für die mittel- und osteuropäischen
Länder als wichtiges Ziel ein, den deutlichen Rückstand der eigenen
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit abzubauen. Dieses entspricht
gleichermaßen dem Selbstverständnis der EU, wie es in der Präambel
des Vertrags von Amsterdam niedergelegt ist. Stärkung und Konvergenz der
Volkswirtschaften ihrer Mitgliedsländer sowie Förderung des
wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts ihrer Völker nehmen darin
einen wichtigen Platz ein. Umgesetzt werden diese Ziele in verschiedenen
Politikbereichen der EU, insbesondere in der Struktur- und Regionalpolitik,
die ärmeren bzw. den von tief greifendem Strukturwandel betroffenen Regionen
spezielle Förderungen offeriert. In der bisherigen Geschichte der EU sind
bereits mehrfach Beitritte armer Länder (Irland, Griechenland, Portugal,
Spanien) zu verzeichnen, die allerdings die EU-Förderung nach ihrem Beitritt
in ganz unterschiedlichem Maße in Aufhol- und Annäherungsprozesse
umzusetzen imstande waren. Der Band umfasst die Untersuchung und Erörterung
der bei den früheren Erweiterungen und der in den jetzigen neuen
Mitgliedsländern verfolgten wirtschaftspolitischen Strategien für
den Aufholprozess, um gemeinsame und divergierende Interessen und Voraussetzungen,
aber auch möglicherweise divergierende wirtschaftspolitische Zwänge der
neuen Mitglieder aus MOE herauszuarbeiten.
Nr. 16
Armut und soziale Sicherung im Transformationsprozess der mittel- und
osteuropäischen EU- Beitrittsländer
Hrsg. von Rolf Hasse U. Cornelie Kunze (2004)
Protokollband des 17. Leipziger Weltwirtschaftsseminars vom 27. und 28. November 2003
Mit Beiträgen von:Piotr Bledowski, Warschau
Zoltan Csefalvay, Budapest
Peter Nunnenkamp, Kiel
Tujia Nykänen, Hanau
Thomas Lenk, Universität Leipzig
Janusz Rowinski, Warschau
Rainer Thiele, Kiel
Maie Toimet. Tallin
Walter Wolf, Brüssel
Der EU-Beitritt von acht mittel- und osteuropäischen Ländern
im Jahr 2004 dokumentiert, dass diese Länder nicht nur den marktwirtschaftlichen
Umbau erfolgreich abschließen konnten, sondern auch auf einen insgesamt
erfolgreichen wirtschaftlichen Annäherungs- und
Aufholprozess verweisen können. In diesem Prozess haben jedoch Armut und
soziale Ungleichheit stark zugenommen. Bereits jetzt steht fest, dass nach
dem Beitritt ein größeres Wohlstandsgefälle als je zuvor
innerhalb der EU existieren wird. Die EU und die EU-Kommission werden mit
den erheblichen Armutsproblemen der neuen Mitgliedsländer konfrontiert
sein und werden nicht umhin kommen, sich eingehend mit diesen Armutsproblemen
zu befassen, um gegebenenfalls eingreifen zu können, wenn die Belastbarkeit
der Sozialsysteme bzw. der Staatshaushalte in einzelnen MOE-Ländern - etwa
aufgrund weiter steigender Arbeitslosigkeit im Strukturanpassungsprozess
– überfordert sein sollte.
Ziel des Projekts war eine Bestandsaufnahme der Armut und der breiten Varianten
der Armutsbekämpfung in MOE. Die Beiträge widmen sich dem Ausmaß
der Armut in einzelnen Ländern, einzelnen sozialen Gruppen und in bestimmten
Regionen, den wichtigsten Quellen von Armut (insbesondere Arbeitslosigkeit,
Niedriglöhne und regionalstrukturelle Problemlagen), staatlichen
Armutsbekämpfungsstrategien, deren Schwerpunkte dargestellt und die
auf ihre Effizienz hin befragt werden. Hierbei wird auch die Situation in
Ostdeutschland einbezogen, das mit einer extrem hoben, durch Transformation
und Strukturanpassung bedingten Arbeitslosigkeit konfrontiert ist, deren
Armutsrisiken aber bisher durch aufwändige Maßnahmen sozialer Sicherung
begrenzt wurden. Schließlich wird auch die Perspektive der Europäischen
Kommission auf die Armutsprobleme und die Armutsbekämpfungen MOE erörtert,
dem sie rückt mit der Erweiterung in das Zentrum der Erwartungen, zur
Problemlösung beizutragen.
Nr. 15
Der Wirtschaftsstandort Leipzig im Kontext der EU-Osterweiterung
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze (2004)
Autoren:
Jan G. Heyen,
Cornelie Kunze,
Reinhard Wießner
Im Mai 2004 werden acht Staaten aus Mittel- und Osteuropa - Polen, Tschechien,
Ungarn, die Slowakei, Slowenien sowie die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland
und Estland - in die Europäische Union aufgenommen. Gerade für die Region
Leipzig als Wirtschaftsstandort in relativer Nähe zu den Beitrittsländern
wird die EU-Osterweiterung nach dem tiefgreifenden Wandel der neunziger Jahre
weitere Veränderungen mit sich bringen. Dies ist für die Autoren Anlass,
nach der Positionierung des Wirtschaftsstandorts Leipzig im Kontext einer
erweiterten Europäischen Union zu fragen. Die Studie untersucht zunächst,
gestützt auf den Vergleich der Wirtschaftsentwicklung in den acht mittel- und
osteuropäischen Beitrittsländern, die relative Standortattraktivität
Sachsens im Wettbewerb um Investitionen. Die Beitrittsländer werden
anschließend regional differenziert betrachtet und die Regionen aus der
Perspektive der Leipziger Clusterstrategie bewertet. Ein weiterer Abschnitt befasst
sich mit den bisherigen und potenziellen Kooperationen der Leipziger Unternehmen
aus den in der Clusterstrategie identifizierten Branchen mit Geschäftspartnern
in Mittel- und Osteuropa. Abschließend werden die Auswirkungen der EU-Erweiterung
auf Leipzig diskutiert und einige mögliche Handlungsansätze aufgezeigt.
Nr. 14
Illegale Arbeitsmigration nach Deutschland aus der Ukraine. Eine Annäherung
Hrsg. von Rolf Hasse U. Cornelie Kunze. (2003)
Mit einer Interviewsammlung zum Thema illegale Arbeitsmigration von Dörte Lucht
und Beiträgen von Birgit Glorius, Tetyana Lutsyk u. Cornelie Kunze
Illegale Arbeitsmigration in die Europäische Union ist in den letzten
Jahrzehnten zu einem festen Phänomen unserer Gesellschaften geworden.
Die Beschäftigung illegaler Arbeitskräfte zu niedrigen Löhnen
ist aus vielen Branchen der Wirtschaft inzwischen nicht mehr wegzudenken.
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs stieg besonders in Deutschland der Zustrom
von Arbeitssuchenden – legalen wie illegalen – aus Mittel- und
Osteuropa stark an. Dennoch ist über Ausmaß und Umstände der
illegalen Beschäftigung von Ausländern nur wenig bekannt. Schwarzarbeit
entzieht sich naturgemäß jeder statistischen Erfassung, und die
Bereitschaft der illegal in Deutschland Arbeitenden, über ihre Arbeits- und
Lebensbedingungen zu berichten, ist aus Furcht vor Sanktionen
verständlicherweise gering.
Angesichts fehlender Daten kann das Phänomen derzeit mit den üblichen
Methoden nicht erhellt werden. Der vorliegende Band versteht sich deshalb
als eine Annäherung an das Thema. Im Zentrum steht eine Sammlung von
Interviews, die im Jahre 2002 von der damals an der Universität Tarnopil
lehrenden Dozentin Dörte Lucht und ihren ukrainischen Studenten mit illegalen
Arbeitsmigranten in der Ukraine, mit Vertretern deutscher Behörden und
Verbände sowie einem deutschen Arbeitgeber aufgenommen wurden. Die Autoren
des Bandes analysieren die Interviews, geben einen Überblick über die
wirtschaftliche Situation in der Ukraine als dem sozialökonomischen
Hintergrund für die durch die Interviews dokumentierte Migration und
versuchen, die Stellung der illegalen Migration in der deutschen bzw.
europäischen Wirtschaft zu umreißen.
Nr. 13
Die Arbeitsmärkte in den mittel- und osteuropäischen
EU-Beitrittsländern im Spannungsfeld von Transformation und Globalisierung
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze (2003)
Mit Beiträgen von:
Klára Fóti, Budapest
Michael Knogler, München
Cornelie Kunze, Leipzig
Karl-Heinz Paqué, Magdeburg
Joachim Ragnitz, Halle
Jüri Sepp, Tartu
Ulrich van Suntum, Münster
Jana Vavrečkova, Prag
Georg Vobruba, Leipzig
Zenon Wisniewski, TorunErstaunlicherweise bietet die derzeitige
Arbeitsmarktentwicklung in MOE trotz ähnlicher Ausgangslage am Beginn
der neunziger Jahre und vergleichbarer Transformationsaufgaben ein sehr heterogenes
Bild: Während sich in einigen Ländern die vergleichsweise hohen
Beschäftigungsquoten erhalten haben, sind sie in anderen Ländern
deutlich gesunken. Zwar liegen die Beschäftigungsquoten im Durchschnitt
weiterhin über dem Durchschnittswert der EU, auch die hohe Frauenbeschäftigung
blieb im Wesentlichen erhalten. Die Arbeitslosenquoten differieren jedoch innerhalb
der MOE-Ländergruppe stark und liegen teilweise unter, teilweise aber auch über
dem Durchschnitt der EU. Die Beiträge des Bandes analysieren im ersten Teil die
aktuelle Entwicklungen der Arbeitsmärkte in einzelnen Beitrittsländern unter
Berücksichtigung wirtschaftsstruktureller Aspekte und der Positionierung der
einzelnen Volkswirtschaften in der internationalen/europäischen Arbeitsteilung.
Als Sonderfall wird die Arbeitsmarktentwicklung Ostdeutschlands untersucht. Im zweiten
Teil wird erörtert, inwieweit die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Ost- und Westeuropa
auf die Integration der MOE-Arbeitsmärkte in die EU vorbereitet sind.
Nr. 12
Der acquis communautaire der EU im Beitrittsprozess der mittel- und osteuropäischen Länder: Modernisierungsinstrument oder Abwehrstrategie?
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze (2002)
Mit Beiträgen von:
Jürgen Nötzold, München
Martin Seidel, Münster und Bonn
Michael Dauderstädt, Bonn
Péter Balázs, Budapest
Jan Volný, Prag
Bernd Messerschmidt, Erfurt und Bratislava
Andrzej Graś, Warschau
Arsène Verny, Prag und Berlin
Gerhard Rambow, BerlinDer Tagungsband stellt im ersten Teil mögliche
Szenarien für den EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen
Bewerberländer vor und diskutiert die Rolle des acquis communautaire
als Maßstab für die Beitrittsfähigkeit. Im zweiten Teil
erfolgt eine Bestandsaufnahme der Umsetzung des acquis in einzelnen
Beitrittsländern, einschließlich der Implementierungsprobleme,
die sich aus der Andersartigkeit der politischen, wirtschaftlichen
und sozialen Situation dieser Länder ergeben. Im dritten Teil diskutieren
die Autoren unterschiedliche Methoden und Instrumenten zur Beschleunigung des
Angleichungsprozesses in den Beitrittsländern sowie Möglichkeiten
und Grenzen von Ausnahmeregelungen durch die EU.
Nr. 11
Die Situation und die Rolle von Großstädten im Transformationsprozess. Ökonomische Entwicklung und soziale Prozesse der Städte Leipzig und Wroclaw 1995-1999 im Vergleich
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze. (2001)
Der Band enthält
die Ergebnisse des gleichnamigen gemeinsamen Forschungsprojekts des
ZIW mit dem Institut für Soziologie der Universität Wroclaw.
Mit Blick auf den bevorstehenden Beitritt Polens zur Europäischen
Union werden der Transformations- und Anpassungsprozess in einer
ostdeutschen und einer polnischen Großstadt-Region untersucht.
Der Vergleich der polnischen mit einer ostdeutschen Region, die den
Übergang zu Marktwirtschaft und Demokratie und die folgenden
Anpassungsprozesse als Teil der Europäischen Union vollzogen hat'
dient zum einen als Vergleichsmaßstab und Indikator für die
erzielten und noch bevorstehenden Anpassungsleistungen der polnischen
Seite. Zum anderen ergeben sich aus dem Vergleich mit Ostdeutschland bzw.
Leipzig Hinweise auf mögliche längerfristig wirksame
Übergangsprobleme in Transformationsökonomien. So wird u.a.
erörtert, ob die derzeit positive industrielle Entwicklung und
günstigere Arbeitsmarkt-Situation in Wroclaw in erster Linie durch
die Orientierung auf die komparativen Vorteile in arbeitsintensiven
wettbewerbsfähigen Industrien zustande kommt und auch nach einem
Beitritt längere Zeit Bestand haben kann oder ob ein Anstieg des
Wettbewerbsdrucks, wie er mit dem EU-Beitritt einher gehen würde,
ähnlich wie in Ostdeutschland zu einer massiven Freisetzung von
Arbeitskräften führen könnte. Mit der Untersuchung des
Transformationsprozesses in einer überschaubaren Region soll zugleich
eine Lücke geschlossen werden - denn die Transformation wird überwiegend
gesamtwirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich betrachtet, ein Ansatz, der zu
wenig Einblicke in den Umsetzungsprozess und in die konkreten Entscheidungsprobleme
und -Wege z.B. auf regionaler, städtischer Ebene gibt. So werden in
der Studie für beide Städte der Demokratisierungsprozess, die
Transformation auf der Verwaltungsebene, wirtschaftsstrukturelle und soziale
Veränderungen untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Analyse
sozialräumlicher Umschichtungen sowie der Änderungen im Wohn- und
Konsumverhalten in Leipzig und Wroclaw.
Die Untersuchung baut auf einer Pilotstudie aus dem Jahr 1996 auf, in der beide
Partner den Verlauf der wirtschaftlichen Transformation von 1989 bis 1994 in
Leipzig und Wroclaw untersucht und verglichen haben. Der mit der Folgestudie
entstehende lange Vergleichszeitraum von insgesamt zehn Jahren erlaubt eine
verlässliche Einschätzung der Entwicklungslinien in vielen Bereichen
und stellt gleichzeitig eine günstige Prognosebasis dar.
Nr. 10
Europäische Integrationsprozesse: Vertiefung durch Erweiterung
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze. (2000)
Mit Beitragen von:
Kurt Biedenkopf Dresden
Rolf Hasse, Leipzig
András Inotai, Budapest
Joachim Jahnke, London
Dietrich von Kyaw, Berlin
Rene Nyberg, Helsinki
Thomas Straubhaar, Hamburg
Wolfgang Wessels, Köln
Jan Winiecki, Warschau/ Frankfurt (Oder)
Nr. 9
Osterweiterung der EU. Reformerfordernisse und Anpassungsfortschritte
Hrsg. von Rolf Hasse u. Cornelie Kunze (2000)
Mit Beiträgen von:
Axel Brüggemann, Halle
Rolf H. Hasse, Leipzig
Cornelie Kunze. Leipzig
Marek Mora, Leipzig
Alexander Penzold, Leipzig
Jüri Sepp, Tartu
Kerstin Tews, Berlin
Mit Blick auf die geplante Osterweiterung der EU untersuchen die Autoren des Bandes Anpassungsleistungen in den mittel- und osteuropäischen Kandidatenländern (Wettbewerbspolitik in Estland; Privatisierung und Restrukturierung in Mittel- und Osteuropa; Rentenreform in Lettland), die Erweiterungspolitik der EU am Beispiel der Umweltpolitik, die möglichen Folgen der Osterweiterung auf den deutschen Arbeitsmarkt sowie die deutsche Verhandlungsposition für die Agenda 2000 und ihre Umsetzung.
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