17.–20. Mai 2021 Themenwoche gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt
17.–20. Mai 2021 Themenwoche gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Nicht erst seit der #MeToo-Debatte steht fest, dass sexualisierte Diskriminierung und Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Auch Universitäten sind nicht frei davon, insbesondere aufgrund bestehender Abhängigkeitsverhältnisse und hierarchischer Strukturen. Die Universität Leipzig möchte ein sicherer Raum für alle Menschen sein. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Themenwoche #EsGehtUnsAn – Hochschule gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt vom 17. bis 20. Mai 2021 sensibilisieren und Möglichkeiten struktureller und individueller Prävention aufzeigen.

Programm

Jetzt mitmachen! Alle Fakultäten und Einrichtungen der Universität Leipzig sind aufgerufen, sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen. Bitte geben Sie der Stabsstelle Chancengleichheit bis zum Freitag, den 30. April 2021 Rückmeldung zu Ihrem Beitrag (Name des Beitrags, Ort, Datum und Zeitraum, ggf. Kurzbeschreibung, Bilder, Fotos), damit dieser in das Programm und die Bewerbung aufgenommen werden kann.

  • Das ausführliche Programm mit allen Beiträgen und Uhrzeiten wird demnächst veröffentlicht.

Fortbildungen & Workshops

Hochschulmitgliedern und -angehörigen werden diverse Fortbildungen und Workshops zu Empowerment, Allyship und zur Weiterbildung angeboten.

 

Aktionen & Fotokampagne

Fakultäten, Institute und Einrichtungen können sich mit eigenen Aktionen oder durch die Teilnahme an einer hochschulweiten Fotokampagne beteiligen.

 

Infoportal

Infos und Fakten zur Thematik, Empfehlungen für Maßnahmen zur Prävention und weitere Beiträge bietet das Infoportal zur Themenwoche.

 

Fotokampagne

Jetzt mitmachen! Werden Sie Teil unserer hochschulweiten Fotokampagne, um gemeinsam ein Zeichen gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt zu setzen. Drucken Sie dazu das Logo im Format A4 oder A3 aus. Halten Sie es allein oder gemeinsam hoch, lassen Sie ein Foto machen und schicken Sie dieses inkl. Einverständniserklärung(en) zur Veröffentlichung per E-Mail. Die Fotos werden in einer Galerie auf der Website zur Aktionswoche im Internet veröffentlicht. Machen Sie mit, denn gemeinsam erreichen wir mehr! Der Zugriff auf die Einverständniserklärung funktioniert nur, wenn Sie sich im Intranet der Universität Leipzig befinden.

Logos Fotokampagne
PDF 1 MB

Einverständniserklärung (deutsch)

Einverständniserklärung (englisch)

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt haben an unserer Universität keinen Platz. Wenden Sie sich an den Zentralen Gleichstellungsbeauftragten, dezentrale Gleichstellungsbeauftragte oder die AGG-Beschwerdestelle oder andere Anlaufstellen, um Hilfe zu erhalten.

Belästigung im Alltag?

Das ist nicht selten. Sexualisierte Belästigung tritt in vielen Facetten auf und ist kein Randphänomen. Gemäß einer Studie der Ruhr-Universität Bochum erfahren während der Zeit des Studiums 54,7 % der weiblichen Studierenden sexualisierte Belästigung.1 Die Übergriffe gingen von Lehrenden, anderen Hochschulangestellten sowie Kommiliton_innenaus. Eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) bestätigt, dass 65 % der berufstätigen Frauen bereits sexualisierte Belästigung erlebt haben.2

54,7 % der Studentinnen haben während des Studiums sexualisierte Belästigung erfahren.

Sexualisierte Belästigung bzw. Gewalt umfasst verbale und nonverbale, sowie offene und verdeckte Übergriffe. Betroffen sind mehrheitlich Frauen, aber auch Männer sowie trans* und inter* Personen. Häufig wird ein Machtgefälle oder Abhängigkeitsverhältnis einseitig sexualisiert und damit aufrechterhalten. Mit Sexualität hat das nichts zu tun, weshalb statt „sexueller Belästigung“ der Begriff der sexualisierten Belästigung bzw. Gewalt zutreffend ist.

Sexualisierte Belästigung und Gewalt

65 % der berufstätigen Frauen haben schon einmal sexualisierte Belästigung erlebt.

Sexualisierte Belästigung ist verboten.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das sächsische Frauenförderungsgesetz (SächsFFG) und die Dienstvereinbarung Konfliktlösung am Arbeitsplatz verbieten sexualisierte Belästigung bzw. Gewalt am Arbeitsplatz. Sexualisierte Belästigung ist ein Dienstvergehen oder eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten (§16 III SächsFFG). Seit 2016 ist gemäß §184i StGB körperliche sexualisierte Belästigung strafbar.

Formen von Belästigung bzw. Gewalt können sein:

  • unerwünschte sexuelle Handlungen, wie unerwünschte und unnötige körperliche Nähe,
  • die Aufforderung zu unerwünschten sexuellen Handlungen,
  • (scheinbar zufällige) sexuell bestimmte körperliche Berührungen,
  • Äußerungen sexuellen Inhalts wie beispielsweise obszöne Witze oder sexuelle Anspielungen,
  • unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen.

Nicht wegschauen

„Na, Mäuschen?“ –Sexualisierte Belästigung kann Betroffene krankmachen und das Betriebsklima vergiften. Sollten Sie sexualisierte Belästigung bzw. Gewalt in Ihrem Arbeitsoder Studienumfeld beobachten, helfen Sie der betroffenen Person. Achten Sie dabei auf Ihre eigenen Grenzen und helfen Sie nur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.

Für Betroffene ist ein Gespräch mit einer unbeteiligten Person oft ein schwerer und mutiger Schritt, weil sie in der Regel mit den Menschen im Arbeits-oder Studienumfeld noch längere Zeit weiterarbeiten muss.

Wichtig: Betroffene suchen die Schuld oft bei sich. Machen Sie der Person deutlich, dass für ihr Handeln ausschließlich die belästigende Person verantwortlich ist.

Mut schafft Respekt

  1. Gegenwehr fängt in vermeintlich unscheinbaren Situationen an: Lachen Sie nicht mit, wenn sexistische Sprüche oder Witze gemacht werden. Verdeutlichen Sie der Sprüche klopfenden Person, dass ihr Verhalten nicht erwünscht ist.
  2. Sprechen Sie Personen in Ihrem Arbeits-oder Studienumfeld an, wenn Sie vermuten oder miterleben, dass diese sexuell belästigt werden.
  3. Sofern Sie selbst betroffen sind: Verweigern Sie die Opferrolle. Flüchten Sie nicht aus der Situation und überspielen Sie diese nicht, da dies vom Gegenüber als Erfolg gewertet und zu weiteren Konfrontationen führen kann. Treten Sie der Person deutlich, ruhig und souverän entgegen. Sprechen Sie langsam und so laut, dass auch das Umfeld es mitbekommt.

Eine ruhige und entschlossene Zurückweisung aufdringlichen Verhaltens kann Ihnen viel Respekt einbringen. Eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde darf dem eigenen Ruf oder der eigenen Karriere nicht schaden. Belästigende Personen sind meist schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass jemand entgegengetreten ist.

Flirt oder Übergriff?

Verbale und nonverbale Formen der sexualisierten Belästigung bzw. Gewalt werden nicht selten verharmlost. Oft wird unterstellt, die betroffene Person habe den Flirtversuch oder das „Kompliment“ falsch verstanden oder der Umgang in der Institution sei eben etwas gröber. Eine Grenze ist dabei jedoch ganz klar: Flirten geschieht in beiderseitigem Einvernehmen, belästigendes Verhalten nicht.

Haftungshinweis

Alle Angaben ohne Gewähr. Für Inhalte verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreibende verantwortlich.

Stand: November 2020

1 Thomas Felteset al., Gender Based Violence, Stalking, and Fear of Crime. Länderbericht Deutschland, Bochum 2012, S. 19.
2 Ursula Müller et al., Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland – Langfassung Teil 1, Berlin 2005, S. 92.

 

Verweigern Sie die Opferrolle. Versuchen Sie nicht aus der Situation zu flüchten und diese zu überspielen, da dies vom Gegenüber als Erfolg gewertet und zu weiteren Konfrontationen führen kann. Wehren Sie sich, sofern es Ihnen möglich ist, gegen sexualisierte Belästigung bzw. Gewalt im Arbeits- oder Studienumfeld. Treten Sie der Person deutlich, ruhig und souverän entgegen. Sprechen Sie langsam und so laut, dass auch das Umfeld es mitbekommt.

Machen Sie der betreffenden Person deutlich, dass Sie sich in sexualisierter Weise belästigt fühlen und kündigen Sie Konsequenzen an. Führen Sie ein Gedächtnisprotokoll, um die Übergriffe zu dokumentieren. Versuchen Sie eine Person Ihres Vertrauens zu finden, um die weiteren Schritte zu planen.

Wichtig: Suchen Sie die Schuld nicht bei sich. Ausschließlich die belästigende Person ist für ihr Handeln verantwortlich. Eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde schadet dem eigenen Ruf oder der eigenen Karriere nicht. Belästigende Personen sind meist schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass jemand entgegengetreten ist. Darum nehmen Sie Ihre Gefühle ernst und reagieren Sie entscheiden.

In jedem Fall können Sie sich zu weiteren Handlungsoptionen vertraulich an eine Erst- bzw. Verweisberatungsstelle wenden:

Förmliche Beschwerde

Beschäftigte können sich bei sexualisierter Belästigung bzw. Gewalt an die Beschwerdestelle nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wenden. Beschwerden nimmt auch der Zentraler Gleichstellungsbeauftragte entgegen. Er berät und unterstützt Sie bei der Bewältigung der Folgen der Belästigung und bei der Wahrnehmung Ihrer Rechte. Sie können sich bei jedem Schritt von einer, auch außeruniversitären, Person Ihres Vertrauens begleiten lassen.

Welche Folgen können eintreten?

Die Dienststellenleitung ist verpflichtet, die zur Überprüfung der Beschwerde erforderlichen Ermittlungen zu veranlassen und bei festgestellter sexualisierter Belästigung die im Einzelfall angemessenen disziplinarrechtlichen oder arbeitsrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus können die belästigende Person Sanktionen treffen, wie Abmahnung, Kündigung, Hausverbot oder ein Disziplinarverfahren.

Haftungshinweis

Alle Angaben ohne Gewähr. Für Inhalte verlinkter Seiten sind ausschließlich deren Betreibende verantwortlich.

Stand: November 2020

 

Sexualisierte Belästigung und Gewalt verhindern

Unser Leidfaden soll Sie ermutigen, sich gegen sexualisierte Belästigung und Gewalt zu wehren bzw. Betroffenen die richtige Hilfe zu vermitteln.

Der Leitfaden enthält den Einleger "Wege zur Selbsthilfe", den Sie Betroffenen bei Bedarf aushändigen können. Darauf befinden sich Informationen zu den Beratungsthemen und -stellen unserer Universität und externen Anlaufstellen. Der Leitfaden ist digital in deutscher Sprache sowie als barrierefreie Version verfügbar.

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ können Sie rund um die Uhr unter der Nummer 08000 116 016 erreichen. Es ist kostenlos, auf Wunsch anonym und über die Internetseite auch mit Gebärdendolmetschung erreichbar. Es handelt sich um ein Angebot des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Das Hilfetelefon arbeitet mit Dolmetscherinnen, so dass eine telefonische Beratung auch in den Sprachen Türkisch, Polnisch, Russisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Serbokroatisch, Bulgarisch, Rumänisch, Persisch, Vietnamesisch, Mandarin und Arabisch möglich ist.

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