Das Eva-Lips-Gastprofessur-Programm ruft dazu auf, exzellente Wissenschaftlerinnen aller Fachdisziplinen für Forschungs- und Lehraufenthalte zu gewinnen, um die Profilierung der Universität Leipzig zu unterstützen. Es handelt sich um ein Angebot im Rahmen des Gastprofessorinnen-Programms an sächsischen Hochschulen, eine Initiative des Landesrektor:innen-Konferenz.

Das Programm

Zielgruppen

Zielgruppen des Programms sind

  • nationale und internationale Professorinnen,
  • berufungsfähige nationale und internationale Wissenschaftlerinnen sowie
  • promovierte weibliche Fach- und Führungskräfte aus der Wirtschaft mit vergleichbaren Qualifikationen.

Förderbedingungen

Die Dauer kann mindestens 3 Monate bis maximal 12 Monate betragen. Bei Lehrangeboten muss der Vorlesungszeitraum des entsprechenden Semesters abgedeckt sein. Die Förderhöhe beträgt bis zu 12.500 € je Monat pro Gastprofessur. Aus der Zuweisung können Personal-, Sach- und Reisekosten finanziert werden. Bei digitalen Gastprofessuren gilt ein verminderter Kostensatz. Die Kandidatin darf in keinem aktuellen Dienst- oder Arbeitsverhältnis mit der Universität Leipzig stehen. Der Gastprofessorin oder -wissenschaftlerin steht die Infrastruktur (Labor- und Arbeitsplätze, Bibliotheken et cetera) der gastgebenden Fakultät beziehungsweise Zentralen Einrichtung der Universität Leipzig für die Forschungs- und Lehrtätigkeit zur Verfügung.

Beantragung

  • Eine Einreichung ist jeweils möglich zum 1. April, zum 1. Juli sowie zum 1. Oktober 2022.

 

Antragsberechtigt sind die potentielle Gastprofessorin selbst oder ein:e Professor:in der einladenden Fakultät oder Zentralen Einrichtungen der Universität Leipzig. Der Antrag ist über die:den Dekan:in der jeweiligen Fakultät beziehungsweise die:den geschäftsführende:n Direktor:in der Zentralen Einrichtung an das Rektorat zu stellen. Bitte schicken Sie alle Unterlagen vor Fristablauf per E-Mail an chancengleichheit(at)uni-leipzig.de.

Bitte reichen Sie

  • das ausgefüllte Antragsformular (barrierefreies PDF),
  • ein maximal zweiseitiges Vorschlagsschreiben,
  • den wissenschaftlichen Lebenslauf der Kandidatin,
  • eine Publikationsliste und/oder Nachweis der Lehrerfahrung sowie
  • eine Kostenplanung ein.

Auswahlkriterien

Zu den Auswahlkriterien zählen

  • eine hochschullehrer:innen-adäquate Eignung der Bewerberinnen: geplante Forschungsthematik, akademische Leistungen, internationales Profil, Publikationen, Preise oder Auszeichnungen,
  • eine Einbindung in den Forschungs- und/oder Lehrkontext der Universität Leipzig,
  • die Bedeutung für das Forschungsprofil der einladenden Fakultät sowie
  • die Bedeutung der Gastprofessur für die Stärkung der Gleichstellung im Fachbereich.

Auswahlentscheidung

Nach Ende der Bewerbungsfrist erstellt das Rektorat eine Vorschlagsliste und sendet die positiv befürworteten Anträge an den Vorsitzenden der Landesrektor:innen-Konferenz. Die Vergabeentscheidung erfolgt ausschließlich durch den Vorstand der Landesrektor:innen-Konferenz jeweils bis zum 15. des folgenden Monats.

Zur Namensträgerin des Programms

Anfangs galt ihr Interesse der Pflanzenwelt: Eva Lips’ erster Zeitungsartikel drehte sich um Kakteen. Später wandte sie sich den Menschen zu und erforschte als Ethnologin die Ureinwohner:innen Nordamerikas. Als Institutsdirektorin war sie eine der ersten Frauen an der Universität Leipzig mit einer ordentlichen Professur.

1906 als Tochter des Verlegers Ernst Wiegandt in Leipzig geboren, wuchs Eva Lips in einem bildungsbürgerlichen Elternhaus auf. 1925 heiratete sie den studierten Ethnologen Julius Lips und widmete sich selbst dem Studium der Völkerkunde, das sie an die Universitäten Köln, Bonn und Paris führte. Von den Nationalsozialisten politisch verfolgt, emigrierte das Ehepaar Lips in die USA. Seit 1934 arbeitete Julius Lips als Professor für Völkerkunde und Recht an den Universitäten in New York und Washington. Seine Frau Eva war in diesen Jahren als wissenschaftliche Assistentin ihres Mannes tätig, betrieb aber auch eigene Feldforschungen bei den nordamerikanischen indigenen Völkern.

1948 kehrte das Forscherpaar nach Leipzig zurück, wo Julius Lips zum Direktor des Instituts für Ethnologie und vergleichende Rechtssoziologie berufen wurde. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1950 übernahm Eva Lips die Geschäftsleitung des Instituts. Nun begann ihre eigene wissenschaftliche Karriere, sie promovierte und habilitierte zum Ojibwa- Stamm in Nordamerika. 1960 folgte schließlich ihre Berufung zur Professorin mit vollem Lehrauftrag. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit war Eva Lips bemüht, das vorherrschende klischeehafte Bild von Indianer:innen zu korrigieren. So schrieb die Ethnologin zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher über die amerikanischen Ureinwohner:innen. Am 24. Juli 1988 starb Eva Lips im Alter von 82 Jahren.

Auszug aus der Ausstellung 3G Gattin. Gasthörerin. Gleichstellung:

Eva Lips
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Foto Eva Lips
Eva Lips – Auszug aus der Ausstellung 3G Gattin. Gasthörerin. Gleichstellung.

Kontakt

 Carolin Demus

Carolin Demus

Projektreferentin, Stellvertretende zentrale Gleichstellungsbeauftragte

Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie
Strohsackpassage
Nikolaistraße 10, Raum 3.40
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30092
Telefax: +47 341 97-31130090