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Universität Leipzig ermöglicht Anpassung der Angaben zu Vorname(n) und Geschlecht von trans* und inter* Studierenden vor amtlicher Änderung.

Die Anzahl der Anfragen von trans* und inter* Studierenden der Universität Leipzig zur Änderung des Vornamens und der Geschlechtsangabe stieg in den letzten Jahren stetig. Daher hat die Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie gemeinsam mit dem Studierendensekretariat und dem Universitätsrechenzentrum einen Prozess für eine schnellere Umsetzung erarbeitet. Um trans* und inter* Studierende optimal zu unterstützen, erkennt die Universität Leipzig den Vornamen und die Geschlechtsidentität bereits vor der amtlichen Änderung an. (Rektoratsbeschluss vom 12. August 2021)

„Exzellenz von Forschung und Lehre setzen voraus, dass alle Menschen ihr Potential frei entfalten können. Die Anerkennung der Identität und Persönlichkeit einer Person gehören für mich ganz selbstverständlich dazu. Daher freue ich mich, dass wir Studierende mit dem neuen Prozess schnell und unkompliziert unterstützen können“, sagt Georg Teichert, zentraler Gleichstellungsbeauftragter und Leiter der Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie.

Voraussetzung für die Anpassung ist eine Erklärung, dass die neue Geschlechtsangabe und der neue Vorname unwiderruflich von der Universität genutzt werden sollen. Neben der Anrede der Person mit dem neuen Vornamen werden dann auch die Personendaten in universitären Prozessen angepasst. Dies betrifft beispielsweise das zentrale Campus-Management-System und die UniCard sowie fortan Teilnahmelisten, Zeugnisse und Praktikumsbescheinigungen.

Seit Ende 2018 ist in Deutschland die Dritte Option rechtlich anerkannt. Damit können trans* und inter* Personen sowohl ihren Geschlechtseintrag als auch den Vornamen amtlich ändern lassen. Was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis häufig ein mehrere Jahre dauernder Vorgang, da die Änderungen mittels Gutachten, ärztlicher Bescheinigung und teils im gerichtlichen Verfahren nachzuweisen sind. Die gelebte Identität und deren amtliche Anerkennung stimmen über diesen Zeitraum nicht überein. Betroffene müssen ihre Situation regelmäßig erklären, werden mit dem falschen Vornamen angesprochen und müssen sich fortwährend vor fremden Menschen outen. Dies führt häufig zu einem erheblichen Leidensdruck, zur Beeinträchtigung von Studienleistungen und schlimmstenfalls zum Studienabbruch.

Weitere Informationen zur Beantragung bietet die Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie.