Innovative und kreative Ideen brauchen Freiraum. Unsere Angebote, Veranstaltungen und Ausstellungen sollen die soziale Vielfalt an unserer Universität stärken. Im Fokus steht der Abbau von Diskriminierung aufgrund rassistischer oder ethnischer Zuschreibung, des Geschlechts, der sexuellen Identität, einer Behinderung, des Lebensalters, der Religion oder Weltanschauung.

Georg Teichert, Foto: Swen Reichhold

Chancengerechtigkeit setzt voraus, dass alle Menschen ihr Potential frei entfalten können.

Georg Teichert, Zentraler Gleichstellungsbeauftragter

Individuelle Beratung

Nutzen Sie die Angebote für vertrauliche und individuelle Beratung zu verschiedenen Themen.

Schüler:innen aus Familien, in denen niemand oder kaum jemand studiert hat, bietet die Initiative Arbeiterkind individuelle Unterstützung auf dem Weg an die Hochschule. Ob Finanzierung, Stipendien, Studienabschluss oder Berufseinstieg – eine lokale Gruppe bietet monatliche Treffen in der Moritzbastei für Tipps und Unterstützung. Darüber hinaus werden ein Mentoring, Vorträge und die Beantwortung von Fragen per E-Mail angeboten.

Diskriminierung wegen rassistischer oder ethnischer Zuschreibungen, des Geschlechts, der sexuellen Identität, einer Behinderung, des Lebensalters, der Religion oder Weltanschauung sowie Mehrfachdiskriminierung haben an unserer Universität keinen Platz. Nutzen Sie die Angebote für vertrauliche und individuelle Beratung.

Zentraler Gleichstellungsbeauftragter

Der Zentrale Gleichstellungsbeauftrage berät bei Diskriminierung sowie sexualisierter Belästigung und Gewalt. Als gewählter Vertreter berät er unabhängig. Die Beratung orientiert sich an Ihren konkreten Bedürfnissen – um sich gegen Diskriminierung zu wehren und Ihre Rechte durchsetzen. Sie können Ihre Probleme im vertraulichen Gespräch darstellen, um ein realistisches Bild der weiteren möglichen Schritte zu erhalten. Die Entscheidung, ob und wie Sie sich zu Wehr setzen möchten, bleibt dabei selbstverständlich ganz bei Ihnen. Sie entscheiden über den weiteren Weg. Ebenso ist die Vermittlung an andere Fachberatungsstellen möglich. Die Beratung erfolgt kostenfrei.

Gleichstellungsbeauftragte der Fakultäten und zentralen Einrichtungen

Die Gleichstellungsbeauftragten der Fakultäten und zentralen Einrichtungen beraten in ihrem Zuständigkeitsbereich zu den Themen Chancengleichheit und Benachteiligung aufgrund des Geschlechts. Sie wirken auf die Vermeidung von Nachteilen für Mitglieder und Angehörige der Hochschule hin. Als gewählter Vertreter beraten sie unabhängig und kostenfrei. Ebenso ist die Vermittlung an andere Fachberatungsstellen möglich.

Antidiskriminierungsbüros Sachsen e.V.

Bei der Wohnungssuche, auf Arbeit, im Geschäft oder einer Behörde – wenn Menschen Diskriminierung erfahren, ist es gut, nicht allein da zu stehen. Das Büro in Leipzig des Antidiskriminierungsbüros Sachsen e.V. unterstützt Sie dabei, mit dem Erlebten umzugehen, und berät Sie, wie Sie sich für Ihre Rechte stark machen können.

Studentenwerk Leipzig

Bei belastenden Themen steht Studierenden eine kostenfreie psychosoziale Beratung des Studentenwerks Leipzig offen. Egal ob Zweifel an der Wahl Ihres Studiums, Ängste und Zweifel, Kontaktschwierigkeiten, depressive Verstimmungen, Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen oder Probleme mit Alkohol oder Drogen und vieles mehr.

Student_innenRat der Universität Leipzig

Die Psychosoziale Beratung der Studierendenvertretung bietet eine erste Anlaufstelle für alle Studierenden, die Hilfe und Unterstützung bei der Gestaltung und Bewältigung ihres universitären Alltags suchen oder ein persönliches Problem mit sich herum tragen. Sie berät zu Themen wie Drogen, Lernstress, Prüfungsangst oder anderen psychischen Problemen.

Die Nightline ist das Sorgen- und Auskunftstelefon des Studen_innenRats unserer Universität mit nächtlichen Sprechzeiten. In den späten Abendstunden habt ihr die Möglichkeit, eure Sorgen am Telefon loszuwerden. Am anderen Ende der Leitung sitzt eine geschulte Person, die euch aktiv zuhört und bei Bedarf auch an eine entsprechende Beratungsstelle weiterleiten kann. Das Sorgentelefon ist Montag bis Freitag von 21 – 0 Uhr unter der Nummer +49 341 97-37777 erreichbar.

Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung

Leipziger Lehramtsstudierende erhalten in der psychologischen Beratungsstelle des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung kostenfreie und vertrauliche Einzelfallberatung. Darüber hinaus werden auch regelmäßig Workshops für kollegialen Austausch und Unterstützung in der Gruppe angeboten.

Studentenwerk Leipzig

Das Studentenwerk Leipzig bietet eine kostenlose Erstberatung in Rechtsfragen für Studierende an.

Student_innenRat der Universität Leipzig

Sie können sich außerdem bei der Rechtsberatung der Studierendenvertretung beraten lassen. Sie umfasst zivilrechtliche (unter anderem Mietrecht, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, familienrechtliche Probleme), strafrechtliche (zum Beispiel polizeiliche Vorladung, Verkehrskontrolle, Hausdurchsuchung) oder auch verwaltungsrechtliche (vor allem Rundfunkbeitrag, Prüfungsanfechtungen, Widerspruchsverfahren) Problemstellungen.

Studentenwerk Leipzig

Studierende sind in schwierigen Lebenssituationen nicht allein. Die Sozialberatung des Studentenwerks Leipzig bietet kostenlose Hilfe und Unterstützung. Die Themen reichen vom Jobben im Studium über Prüfung von möglichen sozialrechtlichen Leistungsansprüchen (Studienfinanzierung), gefährdetes Studium, gefährdeter Studienabschluss bis zu finanzielle Notsituationen oder Urlaubssemester.

Student_innenRat der Universität Leipzig

In individuelle Problemlagen können Sie sich zudem bei der Sozialberatung der Studierendenvertretung beraten lassen. Sie hilft insbesondere bei den Themen Studieren mit Beeinträchtigung, Schwangerschaft, Studium und Kind oder Finanzproblemen.

Internationalität

Ausländischen Studierenden sowie Alumni und allen Hochschulmitgliedern und -angehörigen mit Internationalisierungsvorhaben stehen diverse Angebote und Anlaufstellen zur Verfügung.

Stabsstelle Internationales

Die Stabsstelle Internationales berät internationale Studienbewerber:innen sowie internationale Studierende unserer Universität. Die Angebote umfassen beispielsweise studienvorbereitende Deutschkurse für Geflüchtete, ein Studienkolleg für das Erreichen der formalen Zugangsvoraussetzungen für ein Studium sowie eine Beratung zum Studium und zur Promotion.

Studentenwerk Leipzig

Die Sozialberatungsstelle Studium mit Aufenthaltstitel des Studentenwerks Leipzig hilft Studierenden Studium mit Aufenthaltstitel (und EU/EWR) bei einer Vielzahl von Fragen – von der Orientierung am Studienort bis hin zu den Themen Aufenthalt und Finanzen.

Student_innenRat der Universität Leipzig

Das Referat Ausländische Studierende berät Studierende kostenlos zu den Themen Studium, Aufenthaltstitel oder Visum, Zulassung zum Studium, Studentenwohnheim, allgemeine Fragen zur Stadt Leipzig oder auch andere Anliegen. Die Referent_innen beraten auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Spanisch und auf Anfrage ggf. auch in weiteren Sprachen. Das Referat Antirassismus steht Studierenden beratend zur Seite, die Rassismus bzw. rassistische Zuschreibungen erleben und vernetzt Initiativen.

Lebenslanges Lernen

Weiterbildung spielt auch im Alter eine wichtige Rolle. Die Seniorenakademie vereint die Angebote für Ältere an unserer Universität. Dazu gehören das Seniorenstudium, das Seniorenkolleg und die zusätzlichen Angebote.

Im Senior:innenstudium können Menschen ab einem Alter von 50 Jahren gemeinsam mit jungen Studierenden ausgewählte Lehrveranstaltungen der Universität Leipzig besuchen.

Das Senior_innenkolleg ist ein Weiterbildungsangebot für Menschen ab einem Alter von 50 Jahren. Das Vorlesungsangebot besteht aus zwei Kursreihen (Gelb und Grün). In diesen geben Lehrende der Universität Leipzig Einblick in ihre Fachgebiete und präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse. Neben den beliebten medizinischen Vorlesungen stehen Themen wie Geschichte, Politik, Naturwissenschaften, Kulturwissenschaft und vieles mehr auf dem Programm.

Queer

Wir möchten, dass alle Universitätsmitglieder und -angehörigen ihr Potential und Talent frei entfalten können. Unsere Universität soll ein sicherer Ort für optimale Arbeits- und Studienbedingungen sein. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt darf  kein Anknüpfungspunkt für strukturelle oder individuelle Diskriminierung sein. Unsere Veranstaltungen und Maßnahmen zielen auf die Wertschätzung von LSBTIQ* und den Abbau jeglicher Benachteiligung. LSBTIQ* steht für lesbisch, schwul, bisexuell, trans* Personen, inter* Personen und queere Menschen.

Teilnehmende demonstrieren auf dem Christopher Street Day Leipzig 2019 vor dem alten Rathaus

Mit dem Slogan „University Celebrates Diversity“ ist unsere Universität offiziell beim jährlichen Leipziger Christopher-Street-Day mit eigenen Aktionen und einem Infostand vor Ort. Wir positionieren uns als Universität insbesondere gegen jede Form von Gewalt, Anfeindung oder Benachteiligung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Als weiteres Zeichen der uneingeschränkten Solidarität hisst die Universität die Regenbogenflagge über die komplette CSD-Woche, meist Anfang Juli. Also „Happy Pride!“, kommt vorbei, feiert mit uns und lasst uns gemeinsam ein Zeichen für die Rechte queerer Menschen setzen!

Die Hochschulgruppe Queerseitig bietet Kontakte, Vorträge, Diskussionen und kritische Veranstaltungen zu queeren Themen. Ein geschützter und diskriminierungsfreier Raum, den Sie sowohl für den Erfahrungsaustausch, als auch für informative Veranstaltungen nutzen können.

Der Zentrale Gleichstellungsbeauftrage berät trans* und inter* Studierende der Universität Leipzig zu administrativen und organisatorischen Fragen hinsichtlich der Anpassung der Angaben zu Vorname und Geschlecht im Campus-Management-System (z. B. Namensänderung im E-Mailsystem, Zeugnissen, Identifikations- und Servicekarten, usw.).

 Georg Teichert

Georg Teichert

Leiter Stabsstelle, Zentraler Gleichstellungsbeauftragter, Frauenbeauftragter

Stabsstelle Chancengleichheit, Diversität und Familie
Strohsackpassage
Nikolaistraße 10, Raum 3.55
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30090
Telefax: +47 341 97-31130090

Sprechzeiten
nach Vereinbarung

Teilnehmende demonstrieren auf dem Christopher Street Day Leipzig 2019 vor dem alten Rathaus
Christopher Street Day Leipzig 2019, Foto: Universität Leipzig

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt

Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt haben an unserer Universität keinen Platz. Wenden Sie sich an den Zentralen Gleichstellungsbeauftragten, dezentrale Gleichstellungsbeauftragte oder die AGG-Beschwerdestelle oder andere Anlaufstellen, um Hilfe zu erhalten.

Sexualisierte Diskriminierung

Was ist sexualisierte Diskriminierung und Gewalt? Hierunter wird ein unerwünschtes, sexualisiert bestimmtes Verhalten verstanden, welches bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird. Wann etwas als unerwünscht bzw. grenzüberschreitend empfunden wird, ist individuell. Zu einem respektvollen Umgang zählt, die persönlichen Grenzen der Mitmenschen zu wahren. Grundsatz: Flirten geschieht in beiderseitigem Einvernehmen, diskriminierendes Verhalten nicht!

Formen von sexualisierter Diskriminierung bzw. Gewalt können sein:

  • unerwünschte sexuelle Handlungen, wie unerwünschte und unnötige körperliche Nähe,
  • die Aufforderung zu unerwünschten sexuellen Handlungen,
  • (scheinbar zufällige) sexuell bestimmte körperliche Berührungen,
  • Äußerungen sexuellen Inhalts wie beispielsweise obszöne Witze oder sexuelle Anspielungen,
  • unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen.

Sexualisierte Diskriminierung ist verboten.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das sächsische Frauenförderungsgesetz (SächsFFG) und die Dienstvereinbarung Konfliktlösung am Arbeitsplatz verbieten sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt am Arbeitsplatz. Sexualisierte Diskriminierung ist ein Dienstvergehen oder eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten (§16 III SächsFFG). Seit 2016 ist gemäß §184i Strafgesetzbuch (StGB) körperliche sexualisierte Belästigung strafbar.

Diskriminierung im Alltag?

Das ist nicht selten. Sexualisierte Diskriminierung tritt in vielen Facetten auf und ist kein Randphänomen. Gemäß einer Studie der Ruhr-Universität Bochum erfahren während der Zeit des Studiums 54,7 % der weiblichen Studierenden sexualisierte Diskriminierung.1 Die Übergriffe gingen von Lehrenden, anderen Hochschulangestellten sowie Kommiliton_innenaus. Eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) bestätigt, dass 65 % der berufstätigen Frauen bereits sexualisierte Diskriminierung erlebt haben.2

Sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt umfasst verbale und nonverbale, sowie offene und verdeckte Übergriffe. Betroffen sind mehrheitlich Frauen, aber auch Männer sowie trans* und inter* Personen. Häufig wird ein Machtgefälle oder Abhängigkeitsverhältnis einseitig sexualisiert und damit aufrechterhalten. Mit Sexualität hat das nichts zu tun, weshalb statt „sexueller Belästigung“ der Begriff der sexualisierten Diskriminierung bzw. Gewalt zutreffend ist.

Nicht wegschauen

„Na, Mäuschen?“ –Sexualisierte Diskriminierung kann Betroffene krankmachen und das Betriebsklima vergiften. Sollten Sie sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt in Ihrem Arbeitsoder Studienumfeld beobachten, helfen Sie der betroffenen Person. Achten Sie dabei auf Ihre eigenen Grenzen und helfen Sie nur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten.

Für Betroffene ist ein Gespräch mit einer unbeteiligten Person oft ein schwerer und mutiger Schritt, weil sie in der Regel mit den Menschen im Arbeits-oder Studienumfeld noch längere Zeit weiterarbeiten muss.

Wichtig: Betroffene suchen die Schuld oft bei sich. Machen Sie der Person deutlich, dass für ihr Handeln ausschließlich die diskriminierende Person verantwortlich ist.

Mut schafft Respekt

  1. Gegenwehr fängt in vermeintlich unscheinbaren Situationen an: Lachen Sie nicht mit, wenn sexistische Sprüche oder Witze gemacht werden. Verdeutlichen Sie der Sprüche klopfenden Person, dass ihr Verhalten nicht erwünscht ist.
  2. Sprechen Sie Personen in Ihrem Arbeits-oder Studienumfeld an, wenn Sie vermuten oder miterleben, dass diese sexuell diskriminiert werden.
  3. Sofern Sie selbst betroffen sind: Verweigern Sie die Opferrolle. Versuchen Sie nicht aus der Situation zu flüchten oder diese zu überspielen, da dies vom Gegenüber als Erfolg gewertet und zu weiteren Konfrontationen führen kann. Treten Sie der Person deutlich, ruhig und souverän entgegen. Sprechen Sie langsam und so laut, dass auch das Umfeld es mitbekommt.

Eine ruhige und entschlossene Zurückweisung aufdringlichen Verhaltens kann Ihnen viel Respekt einbringen. Eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde darf dem eigenen Ruf oder der eigenen Karriere nicht schaden. Diskriminierende Personen sind meist schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass jemand entgegengetreten ist.

Flirt oder Übergriff?

Verbale und nonverbale Formen der sexualisierten Diskriminierung bzw. Gewalt werden nicht selten verharmlost. Oft wird unterstellt, die betroffene Person habe den Flirtversuch oder das „Kompliment“ falsch verstanden oder der Umgang in der Institution sei eben etwas gröber. Eine Grenze ist dabei jedoch ganz klar: Flirten geschieht in beiderseitigem Einvernehmen, diskriminierendes Verhalten nicht.

Haftungshinweis

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Quellen

1 Thomas Felteset al., Gender Based Violence, Stalking, and Fear of Crime. Länderbericht Deutschland, Bochum 2012, S. 19.
2 Ursula Müller et al., Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland – Langfassung Teil 1, Berlin 2005, S. 92.

 

Verweigern Sie die Opferrolle. Versuchen Sie nicht aus der Situation zu flüchten und diese zu überspielen, da dies vom Gegenüber als Erfolg gewertet und zu weiteren Konfrontationen führen kann. Wehren Sie sich, sofern es Ihnen möglich ist, gegen sexualisierte Diskriminierung bzw. Gewalt im Arbeits- oder Studienumfeld. Treten Sie der Person deutlich, ruhig und souverän entgegen. Sprechen Sie langsam und so laut, dass auch das Umfeld es mitbekommt.

Machen Sie der betreffenden Person deutlich, dass Sie sich in sexualisierter Weise diskriminiert fühlen und kündigen Sie Konsequenzen an. Führen Sie ein Gedächtnisprotokoll, um die Übergriffe zu dokumentieren. Versuchen Sie eine Person Ihres Vertrauens zu finden, um die weiteren Schritte zu planen.

Wichtig: Suchen Sie die Schuld nicht bei sich. Ausschließlich die diskriminierende Person ist für ihr Handeln verantwortlich. Eine deutliche Gegensprache oder Beschwerde schadet dem eigenen Ruf oder der eigenen Karriere nicht. Diskriminierende Personen sind meist schon vorher negativ aufgefallen, ohne dass jemand entgegengetreten ist. Darum nehmen Sie Ihre Gefühle ernst und reagieren Sie entscheiden.

In jedem Fall können Sie sich zu weiteren Handlungsoptionen vertraulich an eine Erst- bzw. Verweisberatungsstelle wenden:

Förmliche Beschwerde

Beschäftigte können sich bei sexualisierter Diskriminierung bzw. Gewalt an die Beschwerdestelle nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) wenden. Beschwerden nimmt auch der Zentraler Gleichstellungsbeauftragte entgegen. Er berät und unterstützt Sie bei der Bewältigung der Folgen der Diskriminierung und bei der Wahrnehmung Ihrer Rechte. Sie können sich bei jedem Schritt von einer, auch außeruniversitären, Person Ihres Vertrauens begleiten lassen.

Welche Folgen können eintreten?

Die Dienststellenleitung ist verpflichtet, die zur Überprüfung der Beschwerde erforderlichen Ermittlungen zu veranlassen und bei festgestellter sexualisierter Diskriminierung die im Einzelfall angemessenen disziplinarrechtlichen oder arbeitsrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen. Darüber hinaus können die diskriminierende Person Sanktionen treffen, wie Abmahnung, Kündigung, Hausverbot oder ein Disziplinarverfahren.

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Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt verhindern

Unser Leidfaden soll Sie ermutigen, sich gegen sexualisierte Diskriminierung und Gewalt zu wehren bzw. Betroffenen die richtige Hilfe zu vermitteln.

Der Leitfaden enthält den Einleger "Wege zur Selbsthilfe", den Sie Betroffenen bei Bedarf aushändigen können. Darauf befinden sich Informationen zu den Beratungsthemen und -stellen unserer Universität und externen Anlaufstellen. Der Leitfaden ist digital in deutscher Sprache sowie als barrierefreie Version verfügbar.

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ können Sie rund um die Uhr unter der Nummer 08000 116 016 erreichen. Es ist kostenlos, auf Wunsch anonym und über die Internetseite auch mit Gebärdendolmetschung erreichbar. Es handelt sich um ein Angebot des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Das Hilfetelefon arbeitet mit Dolmetscherinnen, so dass eine telefonische Beratung auch in den Sprachen Türkisch, Polnisch, Russisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Serbokroatisch, Bulgarisch, Rumänisch, Persisch, Vietnamesisch, Mandarin und Arabisch möglich ist.

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