Wie ist das Leben auf der Erde verteilt? Wie schnell verschwinden Populationen und Arten? Welche Konsequenzen hat der Verlust an biologischer Vielfalt für das Funktionieren unserer Ökosysteme? Dies sind drei von zahlreichen Fragen, denen sich das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig widmet.

Landschaftsaufnahme mit Sonnenuntergang über Fluss-/Sumpfareal
Foto: Pixabay

iDiv ist eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Zentrale Einrichtung der Universität Leipzig und wird von der Martin-Luther-Universität Halle, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) betrieben.

Forscherinnen und Forscher aus 30 Nationen erarbeiten bei iDiv die Grundlagen für das nachhaltige Management der biologischen Vielfalt. Seit Gründung des DFG-Forschungszentrums 2012 wurden 9 neue Professorinnen und Professoren berufen und mehrere Juniorforschungsgruppen gegründet. Diese arbeiten vorwiegend im iDiv-Kernzentrum in der BIO CITY LEIPZIG, während die über 100 iDiv-Mitglieder Forschungsgruppen an den Institutionen leiten, die iDiv tragen.

Biodiversitätskrise – eine Menschheitsaufgabe

Wir wissen, dass wir durch unser Handeln und Wirtschaften die biologische Vielfalt des Planeten dramatisch verändern: Arten sterben aus, genetische Informationen und ganze Ökosysteme gehen verloren. Gleichzeitig wissen wir wenig über das Ausmaß dieser Veränderungen, die zugrundeliegenden Prozesse und die Konsequenzen für die Menschheit.

Um die komplexen Zusammenhänge zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, setzt iDiv auf den Einsatz moderner Technologien. Während Biodiversität früher vorwiegend mit Fernglas und Kescher erfasst wurde, nutzt die Wissenschaft heute zusätzlich Satellitenaufnahmen, Hyperspektralanalysen und DNA-Sequenzierungen, um zu verfolgen, wie sich Biodiversität verändert. Dieses sogenannte Monitoring ist eine wichtige Voraussetzung für den effektiven Schutz biologischer Vielfalt. In nationalen und internationalen Gremien setzen sich iDiv-Forscher für moderne und effiziente Monitoring-Verfahren ein, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.

Eine weitere wichtige Rolle spielen die Entwicklung ökologischer Theorien und die sogenannte Synthese. Im Rahmen des Synthesezentrums sDiv treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt im iDiv-Kernzentrum, um gemeinsam drängende ökologische Fragen zu beantworten.

Die drängenden Fragen der Biodiversitätskrise können nach Überzeugung der iDiv-Forschenden nur in transdisziplinärer Zusammenarbeit angepackt werden: Molekularbiologinnen und Molekularbiologen arbeiten mit Medizinerinnen und Medizinern, Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler mit Informatikerinnen und Informatikern. Gemeinsam möchten sie positiv in die Gesellschaft wirken. Im Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) – ein Pendant zum bekannteren Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) – bereiten iDiv-Forschende aktuelle Erkenntnisse so auf, dass sie in politische Prozesse und die Gesetzgebung einfließen können. Schließlich erreicht iDiv mit Hilfe einer eigenen Abteilung für Kommunikation auch die Bürgerinnen und Bürger. Diese vielfältigen Aktivitäten sollen dazu beizutragen, dass wir als Gesellschaft einen nachhaltigen Umgang mit der biologischen Vielfalt unseres Planeten entwickeln.

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