Komplexe Forschungsfragen zu beantworten, verlangt immer mehr eine dynamische Vernetzung der wissenschaftlichen Disziplinen. Die Universität Leipzig gründet als Reaktion auf diese Herausforderung mit Mitteln des Freistaates Sachsen das „Leipzig Lab“ mit den ersten drei Arbeitsgruppen zu den Themen Global Health, Kindheitsforschung sowie Immateriellen Werten.

Die Leipzig Lab Arbeitsgruppe „Kinder und Natur“ erforscht die Beziehungen von Kindern zu ihrer Umwelt in unterschiedlichen kulturellen Kontexten und diskutiert hier im Eröffnungsworkshop über die Forschung.
Die Leipzig Lab Arbeitsgruppe „Kinder und Natur“ erforscht die Beziehungen von Kindern zu ihrer Umwelt in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Foto: Christian Hüller

News

Unverweslich, Workshop am 25. und 26. November 2021

Die AG Intangibles veranstaltet einen interdisziplinären Workshop zum ethischen Umgang mit dem toten menschlichen Körper.

Flyer mit Programm
PDF 2 MB

Online Karten spielen für Studie

In dieser Online-Studie können Kinder im Alter von 7-12 Jahren verschiedene Lebewesen und Objekte in Beziehung zueinander bringen und in Gruppen ordnen.

Aufruf zum Mitmachen
PDF 71 KB

"Mit Katja Liebal unterwegs im Pongoland"

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Ein innovatives Förderprogramm für exzellente Forschungsfelder

Das Leipzig Lab ermöglicht den Beteiligten, in interdisziplinären Projektteams neue Formen der Zusammenarbeit auszuprobieren, die sonst eher an Advanced Study Instituten üblich sind. In der historischen Villa Tillmanns erhalten die Mitglieder des Leipzig Lab einen eigenen Ort für ihre Arbeit und die Begegnung mit internationalen Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.

Thematisch sollen vor allem die an unserer Universität bereits verfolgten Fragestellungen größerer Verbünde und Zentren gezielt aufgenommen, weiterentwickelt oder hinterfragt werden. Die Universität verspricht sich hiervon sowohl neue Impulse für ihre strategischen Forschungsfelder als auch Ideen, wie sie sich als Forschungsuniversität weiterentwickeln kann.

In einem Gründungsdokument haben sich die Mitglieder des Leipzig Lab gemeinsam auf ihre Grundsätze geeinigt.

Gruppe von Menschen diskutiert an einem großen Tisch
kleine Gruppe von Menschen reden miteinander
drei Männer sprechen auf einem Podium miteinander, das Publikum im Hintergrund hört zu
ein Mann redet vom Podium aus zum Publikum
mehrere Menschen stehen vor einem Whiteboard und unterhalten sich
mehrere junge Menschen sitzen an einem Tisch und besprechen etwas miteinander
zwei Männer sitzen an einem Tisch, einer gestikuliert richtung Publikum
Gruppen aus jeweils zwei Personen sitzen an kleinen Tischen und unterhalten sich

Die Arbeitsgruppen des Leipzig Lab

In den ersten drei interdisziplinären Arbeitsgruppen des Leipzig Lab forschen Teams aus Leipziger Professorinnen und Professoren und Nachwuchsforschenden gemeinsam mit internationalen Gästen zu den Themen „Global Health“, „Intangibles“, und „Kinder und Natur”:

Die Gruppe Intangibles im Leipzig Lab untersucht Bruchstellen derjenigen rechtlichen und ökonomischen Ordnung, die durch den Begriff des Eigentums eröffnet und bestimmt wird. Solche Bruchstellen liegen dort, wo sich der Begriff des Eigentums in neue, ihm ursprünglich nicht zugehörige Bereiche ausdehnt und ausdehnen muss.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • der Bereich der geistigen und künstlerischen Tätigkeit und ihrer Resultate (etwa als Gegenstand des Urheberrechts),
  • der Bereich im weiten Sinn ethischer Orientierungen und Haltungen und ihrer Folgen (etwa als weiche Produk­tions­faktoren) und
  • der Bereich der natürlichen Lebensgrundlagen (etwa als handelbares Recht, giftige Stoffe auszustoßen, oder als handelbare Pflicht, sie zu entsorgen oder unschädlich zu machen).

Erforschung der Werte, die flüchtig und ungreifbar sind, aber in alle Lebensbereiche wirken

Die in diesen Feldern anzutreffenden Werte müssen einerseits, um innerhalb der rechtlichen und ökonomischen Ordnung behandelt werden zu können, als Eigentum und Kapital bestimmt werden, andererseits widersetzen sie sich ihrer eigenen inneren Tendenz nach der Unterordnung unter den Begriff des Eigentums. Ein Merkzeichen dieser Tendenz ist es, dass sich die fraglichen Werte als etwas darstellen, das sich nicht anfassen lässt – sie sind intangibel. Gleichzeitig lässt es sich also nicht einfangen in einen beherrschten Raum, von dem andere ausgeschlossen sind. Was hier als Ungreifbarkeit und Flüchtigkeit dieser Werte erscheint – sie sind ungreifbar wie die schöne Melodie und flüchtig wie die frische Luft – steht ihrer konkreten und durchdringenden Wirkung in allen Lebensbereichen gegenüber.

In den Spannungen der intangiblen Werte zeigt sich die soziale und ethische Grundlage der Ordnung des Eigentums

Die leitende Idee des Lab ist, dass in den Spannungen, die in der ökonomischen und juridischen Bearbeitung intangibler Werte auftreten, die soziale und ethische Grundlage der Ordnung des Eigentums konkret wird, die innerhalb dieser nicht reflektiert werden kann. Die technischen und begrifflichen Schwierigkeiten, welche die dynamische Entwicklung des Eigentumsbegriffs in Disziplinen wie der Ökonomie und der Rechtswissenschaft aufwirft, weisen deshalb über sich hinaus. In ihnen wird eine in sich agonale Einheit von ökonomisch-rechtlicher Ordnung einerseits und ethischen Formen menschlicher Gemeinschaft andererseits zum Gegenstand.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Philosophen, Theologen und Juristen

Ihre Bearbeitung in den jeweiligen Disziplinen muss daher hineinführen in den umfassenden Zusammenhang des wertsetzenden und wertschätzenden gemeinsamen menschlichen Lebens. Auf verschiedene Weise suchen Philosophie und Theologie diesen Zusammenhang in seiner Ganzheit zu begreifen. Umgekehrt streifen philosophische und theologische Überlegungen zur Quelle intangibler Werte nur die Oberfläche ihres Gegenstands, wenn sie nicht die Tiefe seiner ökonomischen und rechtlichen Wirklichkeit ausloten, die heute einen globalen Maßstab hat. Die Gruppe Intangibles untersucht deshalb interdisziplinär die gegenwärtige Tendenz der Ausdehnung rechtlicher und ökonomischer Begriffe in Bereiche, die in diesen Begriffen als schwer fixierbar erscheinen. Ziel ist es, darin die inneren Brüche und Spannungen des gegenwärtigen Ganzen des gemeinsamen menschlichen wertbezogenen Lebens zu durchdenken.

 

Mitglieder

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Prof. Dr. Christian Berger

Universitätsprofessor

Bürgerliches Recht/Zivilprozessrecht/Urheberrecht
Juridicum
Burgstraße 27, Raum 5.04
04109 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35311
Telefax: +49 341 97-35319

Prof. Dr. Rochus Leonhardt

Prof. Dr. Rochus Leonhardt

Universitätsprofessor

Systematische Theologie/Ethik
Institutsgebäude
Beethovenstraße 25
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35452

Prof. Dr. Sebastian Rödl

Prof. Dr. Sebastian Rödl

Universitätsprofessor

Philosophie mit Schwerpunkt Praktische Philosophie
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 1105
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35801
Telefax: +49 341 97-35819

Sprechzeiten
Die Sprechstunde findet per zoom statt. Den Link erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung per E-Mail.

Dr. Michael Aljoscha Frey

Dr. Michael Aljoscha Frey

Wiss. Mitarbeiter

Wächterstr. 30
04103 Leipzig

Dr. Rebekka Gersbach

Dr. Rebekka Gersbach

Institut für Philosophie
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35814

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Dr. Florian Priesemuth

Wiss. Mitarbeiter

Systematische Theologie/Ethik
Institutsgebäude
Beethovenstraße 25
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35457

Sprechzeiten
n. V.

Die AG „Global Health“ ist eine von drei inter- und transdisziplinären Forschungsgruppen des Leipzig Labs. Die Mitglieder forschen zum einen im Profilbereich „Globale Verflechtungen und Vergleiche“. Zum anderen trägt die AG zur gesundheitsbezogenen Forschung der Universität Leipzig bei, die sie durch eine transregionale und globale Perspektive entscheidend erweitert.

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Mitglieder

Prof. Dr. Marian Burchardt

Prof. Dr. Marian Burchardt

Universitätsprofessor

Soziologie mit Schwerpunkt Transregionalisierungsprozesse
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum 4107
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35661
Telefax: +49 341 97-35669

Prof. Dr. Maren Möhring

Prof. Dr. Maren Möhring

Universitätsprofessorin

Vgl. Kultur- /Gesellschaftsgeschichte d. modernen Europas (18.-21.Jhd)
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum H5 1.11
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35680
Telefax: +49 341 97-35698

Sprechzeiten
telefonisch oder per Zoom nach Voranmeldung per Mail

Dr. Nina Mackert

Dr. Nina Mackert

Wiss. Mitarbeiterin

Vgl. Kultur- /Gesellschaftsgeschichte d. modernen Europas (18.-21.Jhd)
Villa Tillmanns
Wächterstraße 30, Raum 107
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-37186

Sprechzeiten
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Dr. Caroline Meier zu Biesen

Dr. Caroline Meier zu Biesen

Wiss. Mitarbeiterin

Soziologie mit Schwerpunkt Transregionalisierungsprozesse
Villa Tillmanns
Wächterstraße 30, Raum 107
04107 Leipzig

Entwicklung nachhaltiger Beziehungen zur Umwelt

  • Warum teilen wir unsere Betten mit Hunden und Katzen, aber essen Schweine und Hühner?

  • Warum spenden wird Geld um den Lebensraum der Orang-Utans zu schützen, aber ignorieren das Insektensterben?

  • Warum töten wir Fliegen, Wespen und Moskitos, aber keine Schmetterlinge?

  • Warum interessiert uns das Schicksal eines geschlachteten Kükens, aber nicht das lebenslange Leiden von Hühnern in der Massentierhaltung?

Menschliche Beziehungen zu anderen Lebewesen sind vielfältig und komplex. Dabei kommt es nicht nur auf die Tierart an, sondern auch, ob es sich um ein Haustier, Nutztier, Schädling, Krankheitsüberträger oder Raubtier handelt. Auch die Einstellung gegenüber ein und derselben Tierart variiert je nach kulturellem Kontext und der Rolle dieser Tierart in der jeweiligen Gesellschaft. In Deutschland beispielsweise werden jährlich rund 3,5 Millionen Rinder geschlachtet, während sie in vielen Teilen Indiens als heilig und damit unantastbar gelten. Während Hunde hier oft Teil der Familie oder sogar Sozialpartner sind, leben die meisten Hunde weltweit als Streuner, gelten als unreine Tiere oder werden als Delikatesse angesehen. In europäischen Zoos faszinieren Schimpansen durch ihre Ähnlichkeit mit uns Menschen, während sie in Uganda als Nahrungskonkurrenten oder gar Todfeinde gefürchtet und gehasst werden.

Die Beziehung von Kindern zu Tieren und der Umwelt sind kulturell geprägt – aber wie?

Was verursacht diese Vielfalt unterschiedlicher Beziehungen? Wie verändern sich unsere Einstellungen gegenüber anderen Tierarten im Laufe unseres Lebens? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Diesen Fragen widmet sich die Arbeitsgruppe Kinder und Natur. Ziel ist es, die Vielfalt der Beziehungen von Kindern zu ihrer lebenden – und nicht lebenden – Umwelt, wie Wasser oder anderen Ressourcen, in unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu erforschen.

Die Arbeitsgruppe untersucht, wie sich die kognitiven und affektiven Einstellungen von Kindern gegenüber anderen Lebewesen vom Vorschulalter bis ins Jugendalter entwickeln, ob sich diese Einstellungen von denen der Erwachsenen unterscheiden und welche individuellen Faktoren wie persönliche Eigenschaften zum Beispiel Empathie und Temperament, aber auch soziale und religiöse Werte diesen Entwicklungsprozess prägen. Dazu entwickeln die Forschenden anthropologisch fundierte, kultursensible Versuchsmethoden, die das jeweilige kulturelle Umfeld berücksichtigen und gleichzeitig den Vergleich kindlicher Umweltbeziehungen in verschiedenen Teilen der Welt ermöglichen.

Ziel: Entwicklung von Bildungsprogrammen

Das langfristige Ziel ist es mit den Erkenntnissen aus diesem Projekt kultursensible Bildungsprogramme zu entwickeln, die einen respektvollen und nachhaltigen Umgang zwischen Kindern und ihrem sozialen und ökologischen Umfeld fördern

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Mitglieder

Prof. Dr. Katja Liebal

Prof. Dr. Katja Liebal

Wiss. Mitarbeiterin

Humanbiologie und Primatenkognition
Institutsgebäude
Talstraße 33
04103 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30342
Telefax: +49 341 97-36789

Prof. Ph. D. Daniel Benjamin Moritz Haun

Prof. Ph. D. Daniel Benjamin Moritz Haun

Honorarprofessor

Veterinärmedizinische Fakultät
An den Tierkliniken 17-21
04103 Leipzig

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Magie Junker

Wissenschaftliche Hilfskraft

Villa Tillmanns
Wächterstraße 30
04107 Leipzig

Netzwerk

Vorstand

Prof. Dr. Katja Liebal

Prof. Dr. Katja Liebal

Vorstandsvorsitzende

Wächterstr. 30
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30342

Prof. Dr. Maren Möhring

Prof. Dr. Maren Möhring

Beethovenstraße 15, Raum H5 1.11
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35680

Sprechzeiten
telefonisch oder per Zoom nach Voranmeldung per Mail

Prof. Dr. Sebastian Rödl

Prof. Dr. Sebastian Rödl

Beethovenstraße 15, Raum 1105
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35801

Sprechzeiten
Die Sprechstunde findet per zoom statt. Den Link erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung per E-Mail.

Koordination

 Birgit Hünniger

Birgit Hünniger

Villa Tillmanns
Wächterstraße 30
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-30340
Telefax: +49 341 97-30349

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