Häufig werden die Themen Gender, Inklusion und Diversität als Minenfeld sprachlicher Korrektheit verstanden. Dieses Glossar soll aufzeigen, dass sich eine Auseinandersetzung mit diversitätssensibler Sprache lohnt. Denn sie bedeutet sensibel zu sein für verschiedene Realitäten, gesellschaftliche Positionen, Differenzen und Diskriminierung.

A bis Z

In unserem Glossar finden sich Erklärungen zu verschiedenen Begriffen, die im Zusammenhang mit Diversität im Hochschulkontext stehen.

In einem Seminar hat eine Teilnehmerin von People of Color gesprochen und Sie möchten wissen, was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat. Sie möchten in einem Vortrag Trans*personen nicht unerwähnt lassen und sind sich unsicher, welchen Begriff Sie verwenden sollen?

Häufig werden die Themen Gender, Inklusion und Diversität als Minenfeld sprachlicher Korrektheit verstanden. Dieses Glossar soll aufzeigen, dass sich eine Auseinandersetzung mit diversitätssensibler Sprache lohnt. Denn sie bedeutet sensibel zu sein für verschiedene Realitäten, gesellschaftliche Positionen, Differenzen und Diskriminierung. Sprache kann ganz ohne böse Absicht machtvoll wirken, verletzen oder unsichtbar machen. Auf der anderen Seite kann Sprache aber auch Gehör verschaffen und Verständnis ermöglichen. Hierfür bietet das Glossar eine Hilfestellung. In alphabetischer Reihenfolge werden auf den nächsten Seiten Begriffe vorgeschlagen, die auch von Betroffenenverbänden verwendet werden. Stellenweise wird auf problematische Bezeichnungen aufmerksam gemacht.

Seien Sie sich bei der Verwendung des Glossars jedoch bewusst, dass es kein für alle Zeit gültiges und allgemein anerkanntes Vokabular liefert. Nicht immer gibt es einen einzigen richtigen Begriff. Nicht in jeder Situation muss es richtig sein, vorgeschlagene Begriffe zu verwenden. So muss ein Merkmal einer Person nur dann benannt werden, wenn es für den Kontext relevant ist. Ist es beispielsweise wichtig zu erwähnen, dass die Person, über die Sie sprechen, Schwarz ist? Würden Sie auch erwähnen, dass eine andere Person weiß ist?
Es kann sein, dass Menschen für sich andere Begriffe verwenden, als hier vorgeschlagen sind. Nehmen Sie das zur Kenntnis, wenn Sie darauf aufmerksam gemacht werden und fragen Sie nach alternativen Begriffen. Bedenken Sie auch, dass Menschen teilweise für sich selbst Bezeichnungen verwenden, welche in ihrer Geschichte diskriminierend konnotiert waren. Dies kann eine Form der Aneignung und Umdeutung sein. Sollten Sie nicht zu benannten Gruppen gehören, sollten Sie von der Verwendung dieser Begriffe dringend absehen.

Dies alles klingt komplizierter als es ist. Es geht nicht darum, immer alles richtig zu machen. Doch der ernstgemeinte Versuch, diversitätssensibel zu handeln und zu sprechen, ermöglicht Menschen mit Diskriminierungserfahrungen einen angenehmeren Studien- und Arbeitsalltag. Das vorliegende Glossar soll dazu einen Beitrag leisten.
Bei Rückfragen und Anmerkungen können Sie sich gerne an uns wenden.
Herzliche Grüße aus dem Gleichstellungsbüro!

Ableism/Ableismus

Die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen wird als Ableismus (englisch Ableism) bezeichnet. Sie umfasst Reduzierungen der Person auf eine Beeinträchtigung, Vorstellungen von Minderwertigkeit, Grenzüberschreitungen, Einschränkungen der Autonomie und Ausschlüsse von behinderten Personen.

Afrodeutsch

Bezeichnung von und für Schwarze Deutsche. Der in den 1980er Jahren von Aktivistinnen eingeführte Begriff betont die gleichzeitige Zugehörigkeit zur afrikanischen Diaspora und deutschen Gesellschaft.

Behinderung

Lange Zeit wurde Behinderung als Abweichung von einer körperlichen oder kognitiven Norm verstanden. Betroffenenverbände betonten hingegen die soziale Dimension von Behinderung. Mit dem Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-Behindertenrechtskonvention, UN-BRK) löst seit 2006 das menschenrechtliche (oder auch sozial genannte Modell) das bis dahin geltende medizinische Modell ab. Seitdem wird nicht die körperliche oder kognitive Abweichung eines Menschen als Behinderung verstanden, sondern die sich daraus in der Umwelt ergebenden Barrieren. Menschen sind demnach nicht an sich behindert, sondern werden vom Umfeld behindert, wenn dieses einen individuellen Bedarf nicht ausreichend berücksichtigt. Die gesellschaftliche Teilhabe mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung stellt gemäß der UN-BRK ein Menschenrecht dar.

Mensch mit Behinderung

Sowohl »Mensch mit Behinderungen« als auch »behinderter Mensch« werden als Selbstbezeichnung verwendet. Als Fremdbezeichnung wird »Mensch mit Behinderungen« bevorzugt. Bezeichnungen wie »Behinderte_r«, »Person mit Handicap« oder »Mensch mit besonderen Fähigkeiten« sollten als Fremdbezeichnung gänzlich vermieden werden. Das Gegenteil von behindert ist nicht normal oder gesund, sondern nicht-behindert.