Projektidee ist die theoretische Grundlegung, Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines Trainings bzw. einer Übung zur Förderung der Wahrnehmungs-, Dialog- und Diskurskompetenz von Studierenden im Lehramt Evangelische Religion.
Auf dieser Seite finden Sie einen Kurzüberblick und ein ausführlicheres Good Practice-Dokument.

Foto: Christian Hüller

Auf einen Blick

  • Projektleitung: PD Dr. Christoph Gramzow
  • Fachrichtung: Religionspädagogik
  • Förderung: Lehr-Lern-Projekt der LaborUniversität (StiL)
  • Förderzeitraum: 2013/14
  • Projektumfang: Lehrveranstaltungsebene

Gesprächskompetenzen im religionspädagogischen Studium stärken

Das Projekt greift zum einen Ergebnisse aus der aktuellen und anhaltenden allgemein- und religionsdidaktischen Diskussion um eine kompetenzorientierte Bildung und Ausbildung von Schülern und Schülerinnen, Religionslehrerenden und Vikaren und Vikarinnen auf, die sich inzwischen in zahlreichen Richtlinien, Modellen, Expertisen und Curricula niedergeschlagen haben. Zum anderen orientiert sich das Projekt am dreiphasigen Entwicklungsmodell der Lehrer- und Lehrerinnenbildung (Studium, Vorbereitungsdienst, Berufseingangsphase), wobei im Projekt vor allem die Kompetenzförderung während des Studiums im Blick ist. 

Den Schwerpunkt bildet die Beschreibung, Operationalisierung, Erprobung und Förderung der o.g. Kompetenzen im Kontext von ökumenischen, interreligiösen und weltanschaulichen Gesprächen. Gerade im Bereich „Andere Religionen und Weltanschauungen“ beklagen – wie eigene Beobachtungen und gezielte Befragungen gezeigt haben – Studierende im Lehramt Ev. Religion seit längerem eine unzureichende berufsbefähigende Qualifikation, die tatsächlich weder der veränderten gesellschaftlichen Situation (Pluralität, Globalisierung, Individualisierung) noch den Anforderungen, die etwa der Lehrplan im Freistaat Sachsen an die künftigen Religionslehrkräfte stellt, gerecht wird. 

Ziel des Projektes ist die theoretische Grundlegung, Entwicklung, Erprobung und Evaluation des o.g. Trainings. Ziel des Trainings ist die Förderung der Wahrnehmungs-, Dialog- und Diskurskompetenz von Studierenden, vornehmlich im Rahmen von ökumenischen, interreligiösen und weltanschaulichen Gesprächen und Begegnungen. Dabei werden die genannten Kompetenzen folgendermaßen definiert:  

  1. „Wahrnehmungskompetenz“ bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit der Studierenden zur (Selbst)Wahrnehmung, (Selbst-)Erkundung, Artikulation und Reflexion der eigenen Kenntnisse, Einstellungen, Haltungen und Verhaltensweisen gegenüber Fremdem/n bzw. Anderen sowie zur Wahrnehmung, Erkundung, Artikulation und Reflexion der Kenntnisse, Einstellungen, Haltungen und Verhaltensweisen des/der Fremden bzw. Anderen. Ebenfalls gehört dazu die Bereitschaft und Fähigkeit zur Wahrnehmung, Erkundung, Artikulation und Reflexion entsprechender Kenntnisse etc. auf Seiten der (späteren) Schülerinnen und Schüler. 
  2. „Dialogkompetenz“ bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit der Studierenden zur Kommunikation von eigenen und fremden religiösen Überzeugungen und Argumenten, zur Übernahme einer aktiven Hörer(innen)- und Partner(innen)rolle sowie zur Förderung von Verständigung, Beziehung und Kooperation. 
  3. „Diskurskompetenz“ bezeichnet die Bereitschaft und Fähigkeit der Studierenden, im ökumenischen, interreligiösen und/oder weltanschaulichen Gespräch Wahrheits-, Sinn- und existenzielle Fragen („Probleme konstitutiver Rationalität“, J. Baumert) bewusst zu stellen, sich dabei selbst begründet zu positionieren, Differenzen und andere Meinungen zu respektieren (Meinungspluralität) sowie unterschiedliche Standpunkte kriteriengeleitet zu beurteilen (etwa im Sinne einer Wertkommunikation). 

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