Das Projekt Your Thesis hat zum Ziel, die Studierenden der Sportwissenschaftlichen Fakultät zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten zu befähigen und diese während der Erstellung ihrer Abschlussarbeit zu unterstützen. Im Folgenden finden Sie Informationen zur Projektstruktur, zu Veränderungen bezüglich der Lehr-Lern-Situation im Sommersemester 2020 sowie die Kooperation mit dem StiL-Tutorium „PC-Pool-Betreuung“ an der Sportwissenschaftlichen Fakultät. Abschließend werden die Inhalte des Evaluationsfragebogens berichtet.

Foto: Colourbox

Auf einen Blick

  • Projektleitung: Frau Dr. Nadja Walter; Herr Sascha Leisterer
  • Fachrichtung: Sportpsychologie und Sportpädagogik
  • Förderzeitraum: 2019/20
  • Projektumfang: Einzelveranstaltung
  • Schlagwörter: Kolloquium, Abschlussarbeiten, wissenschaftlich arbeiten

Hintergrund

Das Projekt richtet sich an Studierende der Sportwissenschaftlichen Fakultät und wird seit dem Wintersemester 2019/20 durch die Abteilung Sportpsychologie an der Sportwissenschaftlichen Fakultät angeboten. Hintergrund des Projekts ist die Tatsache, dass die Studierenden während des Studiums eher selten die Gelegenheit erhalten, eigene Projekte selbstständig durchzuführen und ihre erworbenen wissenschaftlichen Kompetenzen anzuwenden. Hier setzt das Projekt an, welches innerhalb der letzten drei Semester von insgesamt 99 Studierenden angenommen wurde.

  • Wintersemester 2019/20: 32 Studierende
  • Sommersemester 2020: 31 Studierende
  • Wintersemester 2020/21: 36 Studierende

Mit dem Projekt Your Thesis wird eine über das Standardmaß hinausgehende Unterstützung zur Bearbeitung von sportwissenschaftlichen Fragestellungen angeboten, um einerseits die baldigen Absolvent_innen zum selbstständigen Arbeiten zu befähigen und gleichzeitig die Qualität der Abschlussarbeiten zu erhöhen. Andererseits bietet das Projekt die Möglichkeit durch den Austausch mit anderen Studierenden wissenschaftliche Netzwerke aufzubauen. 

Die regelmäßigen Kolloquien, der Moodle-Kurs und das Angebot einer individuellen, tutoriellen Sprechstunde stellen die ersten drei Elemente des Projektes dar und bilden den adressatengerechten Rahmen, um im vierten Element, in den Gesprächen mit den Betreuenden, wertvolle inhaltliche und themenspezifische Fragen erörtern zu können. 

Den Studierenden wird durch die interaktiven Kolloquien die Möglichkeit zum Austausch gegeben. Inhaltlich werden darin Themen wie die Literaturrecherche, -verwaltung, das wissenschaftliche Arbeiten, die Formatierung, Zitation, Erhebungs- und Auswertungsmethodik oder die Verteidigung der Masterarbeit behandelt. 

Über den Moodle-Kurs werden nicht nur externe Angebote, wie Veranstaltungen des Academic Lab, Materialien und Unterlagen zu den Kolloquien bereitgestellt, sondern es können auch Funktionen, wie beispielsweise das „Etherpad“, für Gruppenarbeiten während der Kolloquien genutzt werden. In den tutoriellen Sprechstunden werden individuelle Fragen der Studierenden hinsichtlich des wissenschaftlichen Arbeitens beantwortet, die sich während der Erstellung der Abschlussarbeit ergeben. Diese drei rahmenden Angebote ermöglichen eine intensive Nutzung des individuellen Beratungsangebots der Betreuungspersonen für Besprechungen von themenspezifischen Inhalten. 

Mit dem Projekt Your Thesis wird insbesondere durch die Kolloquien Raum für Fragen und den Austausch untereinander geschaffen. Deshalb werden die Kolloquien interaktiv mit verschiedenen Gruppenarbeiten gestaltet und durch Materialen über den Moodle-Kurs ergänzt. Dieser soziale Austausch wurde im Zuge der Lehr-Lern-Situation im Sommersemester 2020 mit der Herausforderung der Covid-19-Pandemie angepasst und digitalisiert. Präsentationen werden nun durch Audioaufnahmen unterstützt und bereitgestellt, Fragen können online in Groß- oder Kleingruppen beispielsweise in „Breakout-Rooms“ via Zoom oder über „Etherpads“ via Moodle diskutiert werden. Auch die individuelle Sprechstunde wurde und wird digital durchgeführt.

Außerdem entstand im Sommersemester 2020 eine institutsübergreifende Kooperation mit dem StiL-Projekt „PC-Pool-Betreuung“ der Abteilung Biomechanik: Ein technischer Experte, Tim Schlimme, ist hier für den Umgang mit Word, Excel, SPSS oder Citavi verfügbar. Für viele technische und programmbezogene Fragen hinsichtlich der Auswertung von Daten steht für die Studierenden somit zusätzlich eine Ansprechperson im persönlichen Gespräch bereit. 

Zu Beginn und zum Ende jedes Semesters wird ein Evaluationsfragebogen an die Teilnehmenden verteilt beziehungsweise versendet. Dieser enthält neben der Erfragung von allgemeinen Informationen und der Bewertung der Selbsteinschätzung der eigenen Kompetenz (beispielsweise zur Präsentationstechnik, Formatierung oder statistischen Anwendungen), auch Messinstrumente zur Erfassung des akademischen Selbstkonzepts (Dickhäuser et al., 2002), der intrinsischen Motivation (Wilde et al., 2009) und der aktuellen Motivation in Lern- und Leistungssituationen (Rheinberg et al., 2001).

Von den insgesamt 99 Teilnehmenden (nweiblich = 55; nmännlich = 44) konnten bisher Daten von 50 Personen (nweiblich = 20; nmännlich = 30) erhoben werden. In dieser Stichprobe gaben 38 Prozent (n = 19) an, dass der angestrebte Abschluss ein Masterstudium sei, 32 Prozent (n = 16) gaben dies für ein Bachelorstudium und 30 Prozent (n = 15) für das Staatsexamen im Rahmen des Lehramtsstudiums an. Hervorzuheben ist, dass 70 Prozent der Befragten (n = 35) die Kolloquien aus reinem Interesse besuchten. Zusätzlich wird nach jedem Kolloquium das Feedback der Teilnehmer*innen mittels des sogenannten Handfeedbacks eingeholt. Hierzu notieren die Studierenden ihre gewonnenen Eindrücke zu verschiedenen Aspekten in der Grafik einer Hand.

  • Daumen: „Das war top“
  • Zeigefinger: „Darauf möchte ich hinweisen“
  • Mittelfinger: „Das stand für mich im Mittelpunkt“
  • Ringfinger: „Das war für mich das Schmuckstück“
  • Kleiner Finger: „Das kam für mich zu kurz“

Hierdurch können inhaltliche Stärken und Schwächen besser erkannt und in den kommenden Kolloquien angepasst werden.

Your Thesis erwies sich bisher als ein vielversprechendes Projekt, welches seitens der Studierenden dankbar und mit positiver Resonanz angenommen wird. Die Betreuenden berichten außerdem von einer besseren Qualität der Abschlussarbeiten, wodurch angenommen werden kann, dass sich auch für dieses angestrebte Ziel ein Erfolg einstellt. Mögliche Potentiale können in der digitalen Umsetzung oder in weiteren Kooperationen mit Expert_innen beziehungsweise Projekten liegen. Zukünftig soll das Projekt zur Betreuung von Abschlussarbeiten langfristig, innerhalb der Sportwissenschaftlichen Fakultät, in den Studienverlaufsplan integriert und etabliert werden.  

Aktuelle Informationen, Termine und Kontaktdaten zum Projekt können zum jetzigen Zeitpunkt* hier eingesehen werden.

Dickhäuser, O., Schöne, C., Spinath, B., & Stiensmeier-Pelster, J. (2002). Die Skalen zum akademischen Selbstkonzept: Konstruktion und Überprüfung eines neuen Instrumentes. Zeitschrift für differentielle und diagnostische Psychologie, 23(4), 393—405. doi.org/10.1024//0170-1789.23.4.3932 

Rheinberg, F., Vollmeyer, R., & Burns, B.D. (2001). FAM: Ein Fragebogen zur Erfassung aktueller Motivation in Lern -und Leistungssituationen. Diagnostica, 47, 57—66. doi.org/10.1026//0012-1924.47.2.57/ 

Wilde, M., Bätz, K., Kovaleva, A., & Urhahne, D. (2009). Überprüfung einer Kurzskala intrinsischer Motivation (KIM). Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 15, 31—45.

*Hinweis: Im Zuge der Erstellung einer neuen Version der Website, können demnächst Veränderungen auftreten. 

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