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Bildung im Wandel

Die Universität Leipzig im Zeitalter der Reformation

Sonderöffnung der Kunstsammlung im Rektoratsgebäude
Ritterstraße 26, 04109 Leipzig

25. Mai bis 7. Juli 2017
Eröffnung: 24.05.2017, 18 Uhr, Alter Senatssaal, Rektoratsgebäude

Die Reformation bewirkte eine Modernisierung der Gesellschaft, an der die Universitäten maßgeblich beteiligt waren. Auch sie verbreiteten das reformatorische Gedankengut und formten die akademischen Eliten der kommenden Generationen. Die Ausstellung beginnt mit einem Rückblick auf die vorreformatorische, katholische Universität Leipzig und das örtliche Dominikanerkloster. Luthers Gegenspieler, der Ablassprediger Johann Tetzel, hatte an der Theologischen Fakultät studiert und war eine Zeit lang Lehrer am Kloster St. Pauli. Die Leipziger Disputation - das für den weiteren Verlauf der Reformation wegweisende Streitgespräch zwischen Martin Luther und dem katholischen Theologen Dr. Johann Maier aus Eck - fand unter organisatorischer Beteiligung der Universität Leipzig statt.

Lucas Cranach d. Ä., Philipp Melanchthon, um 1545

Nach der Reformation wurde die Universität Leipzig auf das Augsburger Bekenntnis verpflichtet und vollzog einen grundlegenden Wandel. Zentrale universitäre Ämter besetzten nun Vertreter der neuen Konfession, wie Caspar Borner oder Joachim Camerarius. Die Theologische Fakultät entwickelte sich zu einer der wichtigsten Institutionen der lutherischen Orthodoxie. Es folgte eine humanistische Bildungsreform, an der Philipp Melanchthon besonderen Anteil hatte. Nach dem Modell der Reformuniversität Wittenberg sollte nun auch die Leipziger Hochschule die Verbindung von reformatorischer Theologie und humanistischer Bildung vollziehen. Der geistige Wandel der Gelehrten zum evangelischen Glauben zeigt sich eindrucksvoll in den Bildwelten ihrer Epitaphien.

Die Übereignung der Klostergebäude und weiteren Grundbesitzes durch Kurfürst Moritz stellten die Hochschule finanziell auf eine neue Grundlage. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Kollegiengebäuden im Bereich Ritterstraße und Schlossgasse/Petersstraße stand nun neuer Raum für Lehrzwecke und Unterbringung zur Verfügung. Der in „Paulinerkolleg“ umbenannte ehemalige Klosterkomplex wurde zum Zentrum der Universität. In einem der Hauptgebäude, dem sogenannten Mittelpaulinum, entstand eine zentrale Universitätsbibliothek, deren Grundstock die Buchbestände säkularisierter sächsischer Klöster bildeten. Durch die mit der Schenkung verbundenen Güter und Privilegien wurde die Universität für lange Zeit zu der am besten ausgestatteten im deutschsprachigen Raum.

Das Schlusskapitel der Ausstellung wird durch die Rolle der Reformation in der Kunst der DDR bestimmt. Besonders die frühen 1970iger Jahre prägten Jubiläen, die die gesellschaftlichen Umbrüche und politischen Unruhen der Bauernaufstände thematisierten. Im Mittelpunkt der zum Teil für die Leipziger Universität geschaffenen Werke von Volker Stelzmann, Heinz Zander, Siegfried Ratzlaff und anderen steht dabei der ehemalige Leipziger Student und radikale Reformator Thomas Müntzer.


letzte Änderung: 30.11.2016 

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