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Annette Beck-Sickinger, Professorin für Bioorganische Chemie und Biochemie an der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Leipzig, wurde am 18. April 2026 in Málaga (Spanien) mit dem prestigeträchtigen Viktor Mutt Preis 2026 ausgezeichnet. Die Auszeichnung, die als höchste Ehrung der International Society for Bioactive Peptides (ISBAP) gilt, würdigt Beck-Sickingers wegweisenden Beiträge zu bestimmten biologischen Botenstoffen, die eine Vielzahl lebenswichtiger Funktionen steuern.

Professorin Beck-Sickinger ist eine Pionierin in der Erforschung von Peptidhormonen und Neuropeptiden. Es handelt sich um kleine, starke, allgegenwärtige Botenstoffe. Sie steuern unter anderem Hunger, Durst, Schmerzen und emotionale Reaktionen. In ihrer Arbeit hat sich die Leipziger Biochemikerin insbesondere auf das Neuropeptid-Y-(NPY)-System konzentriert, das ursprünglich von Viktor Mutt und Kollegen entdeckt wurde. Durch die Entwicklung fortschrittlicher chemischer Werkzeuge hat sie maßgeblich dazu beigetragen, die Funktionen von NPY-Rezeptoren präzise zu kartieren und ihre therapeutische Bedeutung aufzuschlüsseln.

„Die Verleihung des Viktor Mutt Preises ist eine große Ehre für mich und zugleich ein Zeichen für die Bedeutung der Neuropeptid- und Rezeptorforschung in der Medizin. Es ist ein besonderes Privileg, auf den Grundlagen, die Viktor Mutt gelegt hat, weiterzuarbeiten und neue Wege in der Wissenschaft zu erschließen“, sagte Prof. Dr. Annette Beck-Sickinger anlässlich der Preisvergabe, die bei der Jahreskonferenz der International Society for Bioactive Peptides stattfand.

Die Forscherin absolvierte ihr Studium der Chemie und Biologie an der Universität Tübingen und vervollständigte ihre Ausbildung durch erfolgreiche Forschungsaufenthalte an der Scripps Clinic & Research Foundation in La Jolla (USA), der ETH Zürich (Schweiz) und dem Rigshospitalet in Kopenhagen (Dänemark). Von der Assistenzprofessur in Zürich wurde sie 1999 an die Universität Leipzig berufen, wo sie ihre Forschungstätigkeit bis heute fortsetzt. Seit 2020 ist sie Sprecherin des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereiches 1423 „Strukturelle Dynamik der GPCR-Aktivierung und Signaltransduktion“.

Ihre Forschung hat nicht nur das Verständnis der biologischen Prozesse von Neuropeptiden erweitert, sondern auch neue therapeutische Ansätze eröffnet. Durch die präzise Kartierung der Wechselwirkungen zwischen Peptiden und Rezeptoren hat sie einen bedeutenden Beitrag zur Translation molekularer Strukturen in biologische Funktionen geleistet. Dies hat das Potenzial, zukünftige Therapien in Bereichen wie Adipositas, Diabetes und neurologischen Erkrankungen zu revolutionieren.