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Vom 19. bis 23. Juni setzt sich das 16. Symposium der International Brecht Society „Brecht unter Fremden / Brecht Among Strangers“ mit der Aktualität und Relevanz von Bertolt Brechts gesamter künstlerischer und theoretischer Arbeit auseinander. Veranstaltet wird es vom Centre of Competence for Theatre (CCT) der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig und dem Schauspiel Leipzig.

CCT-Direktor Prof. Dr. Günther Heeg.

CCT-Direktor Prof. Dr. Günther Heeg. Foto: Swen Reichhold/Universität Leipzig

Auf dem Programm stehen insgesamt über 90 akademische Vorträge, zwei Keynotes sowie vier Workshops und fünf Gesprächsrunden rund um das Werk des bedeutenden Dramatikers. Bestandteil des Symposiums sind darüber hinaus eine große Anzahl von Theateraufführungen, szenischen Präsentationen und Lecture Performances von Künstlern aus Leipzig und der ganzen Welt. Darunter die Produktion „Brechtseller“ der japanischen Theatergruppe Chiten (Kyoto), eine Walk-Performance durch Leipzig mit Gedichten aus Brechts „Hauspostille“, eine Arbeit von und mit Schülern zu Brechts Lehrstücken „Der Jasager“ und „Der Neinsager“, Aufführungen von der Compania Sincara, der Residenz und des Schauspiels Leipzig und andere mehr. Erwartet werden über 130 Teilnehmer von allen fünf Kontinenten.

„Zeit seines Lebens war Bertolt Brecht konfrontiert mit dem Fremden. Er war ihm ausgesetzt an allen Schauplätzen seines Lebens, auf denen er sich als einer unter Fremden bewegte. Und er hat die Erfahrung des Fremden zum Angelpunkt seines gesamten künstlerischen Schaffens gemacht“, erklärt CCT-Direktor Prof. Dr. Günther Heeg von der Universität Leipzig, der zugleich Vizepräsident der International Brecht Society ist. Brecht habe in seinen Stücken, seiner Prosa und seinen Gedichten ebenso wie in seinen Texten zur Theaterarbeit und zu anderen Künsten sowie zu Politik und Gesellschaft immer wieder hervorgehoben, dass Fremdheitserfahrung die Voraussetzung einer künftigen Gemeinschaft unter Fremden sei.

Brechts intensive Auseinandersetzung mit dem Fremden ist Heeg zufolge hochaktuell in einer Zeit, in der Fremdenangst und Fremdenhass in unserer Gesellschaft weit verbreitet sind. Zusammen mit Brecht einen Beitrag zur Konvivenz mit (dem) Fremden zu leisten, sei das generelle Ziel des Symposiums. Heeg wird am 20. Juni im Schauspiel Leipzig eine Keynote zum Thema „Ohne Halt und in großer Fahrt. Brecht im Transit. Gestisch leben“ halten.

Eröffnet wird die Tagung am 19. Juni um 15.00 Uhr im Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli unter anderem mit Grußworten des Staatssekretärs im Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Uwe Gaul, des Prorektors für Entwicklung und Transfer der Universität Leipzig, Prof. Dr. Thomas Lenk, des Intendanten des Schauspiels Leipzig, Enrico Lübbe, des Leiters des Referats Wissenspolitik der Stadt Leipzig, Prof. Dr. Ulrich Brieler sowie des Präsidenten der International Brecht Society, Prof. Dr. Stephen Brockmann. Bis zum 23. Juni gibt es unter anderem mehrere Gesprächsrunden in englischer und deutscher Sprache, Workshops und Artist Talks im Schauspiel Leipzig. Tickets für die öffentlichen Theateraufführungen sind beim Schauspiel Leipzig zu erwerben. Die akademischen Programmbestandteile der Tagung sind kostenfrei, für die Kaffeepausenversorgung wird vor Ort ein kleiner Obolus erhoben. Eine vorherige Registrierung ist nicht notwendig.

 

 

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