Pressemitteilung 2018/321 vom

Mit Julia Bönisch, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Constantin Blaß, Chefredakteur des Express (DuMont Mediengruppe), engagieren sich künftig zwei führende Köpfe des digitalen Wandels des Journalismus in Deutschland an der Universität Leipzig. Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking berief sie für das akademische Jahr 2018/19 zu Gastprofessoren. Die Einrichtung der „Karl-Bücher-Gastprofessur für die Zukunft des Journalismus“ am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft ist Teil der umfassenden Reform der Journalistenausbildung an der Universität Leipzig.

Julia Bönisch, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung.

Julia Bönisch, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung.

Der im Oktober gestartete neue Masterstudiengang Journalismus erfährt mit der Berufung von Julia Bönisch und Constantin Blaß eine personelle Stärkung in der praktischen journalistischen Ausbildung der Studierenden. Ein Jahr werden sie sich am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft einbringen. Die neu geschaffene „Karl-Bücher-Gastprofessur für die Zukunft des Journalismus“ wurde erstmals besetzt. Auf dieser lehren fortan renommierte Journalisten für ein oder mehrere Semester im Masterstudiengang Journalismus.

Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking sagte anlässlich der Berufung der beiden Gastprofessoren: „Die Universität Leipzig hat mit dem neuen Masterstudiengang Journalismus auf die großen digitalen Herausforderungen für Medien und Gesellschaft reagiert. Unsere Studierenden werden von den Kompetenzen und Erfahrungen von Julia Bönisch und Constantin Blaß bei der Entwicklung des digitalen Journalismus profitieren.“ Im interdisziplinären Masterprogramm lernen die Studierenden seit diesem Wintersemester, die digitalen Veränderungsprozesse im Journalismus zu begleiten, zu erforschen und innovativ mitzugestalten. Dazu verknüpft der Master Journalismus wissenschaftliches Studium mit systematischer beruflicher Orientierung.

Gastprofessorin Julia Bönisch ist seit Mai 2018 Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung in München. Zudem ist sie seit Januar 2017 Chefredakteurin von SZ.de. Bönisch ist in diesen Funktionen für die digitale Weiterentwicklung von Deutschlands größter überregionaler Qualitätszeitung zuständig. „Den Leipziger Studierenden möchte ich die Arbeit in einer digital denkenden Redaktion vermitteln“, sagt Julia Bönisch. „Wichtig ist mir auch, den Studierenden nahezubringen, wie wichtig erklärender, einordnender Journalismus vor dem Hintergrund der dynamischen medialen und gesellschaftlichen Veränderungen ist.“ Nach einem Studium der Journalistik und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Eichstätt-Ingolstadt und in Indiana, USA, kam Julia Bönisch 2007 zu SZ.de. Sie hat dort als Chefin vom Dienst und Leiterin des Großressorts Plus gearbeitet.

Gastprofessor Constantin Blaß ist seit Juni 2017 Chefredakteur des Express (Köln, Düsseldorf und Bonn), der zur DuMont Mediengruppe gehört. Deutschlands zweitgrößtes Boulevardmedium betreibt gemeinsam mit dem Kölner Stadt-Anzeiger einen der modernsten Newsrooms. Das Portal Express.de ist das reichweitenstärkste regionale Nachrichtenportal Deutschlands. „Den Studierenden möchte ich zeigen, wie sich traditionelle Medienmarken digital transformieren und damit zukunftsfähig machen lassen. Zentral ist dabei auch die Arbeitsweise ‚Digital to Print‘ und die Aufgabe, bei allen Dingen den Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen“, sagt Constantin Blaß. Von Januar 2016 bis Mai 2017 war Constantin Blaß stellvertretender Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) in Halle (Saale). 2014 war er als Leiter der Digitalen Redaktion zur MZ gekommen und hat die MZ zum erfolgreichsten digitalen Nachrichtenportal Ostdeutschlands ausgebaut.

Bönisch und Blaß sind in ihren Medienhäusern auch in der internen Ausbildung von Journalisten im Rahmen der Volontariatsprogramme engagiert. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Julia Bönisch und Constantin Blaß. Beide beweisen in ihrer Arbeit tagtäglich, dass die sogenannte Krise des Journalismus eher ein Wandlungsprozess ist, der aktiv und kreativ gestaltet werden kann. Genau dies sollen unsere Studierenden mitnehmen und in den Journalismus einbringen“, betont Studiengangsleiter Prof. Dr. Markus Beiler vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig.

Der Masterstudiengang Journalismus an der Universität Leipzig war in einem einjährigen Reformprozess grundlegend überarbeitet und zeitgemäß aufgestellt worden. Die Bewerberzahlen überstiegen die 20 Studienplätze zum Wintersemester 2018/19 um das Fünffache. Aufgrund der hohen Qualität der Bewerber hat die Universität Leipzig 24 Zulassungen erteilt.

Die „Karl-Bücher-Gastprofessur für die Zukunft des Journalismus“ ist nach dem Begründer der hochschulgebundenen Journalistenausbildung in Deutschland benannt. Der Nationalökonom Karl Bücher (1847-1930) war der Gründer der Vorläufereinrichtung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und hat im Jahr 1916 die erste theoretische wie praktische akademische Ausbildung von Journalisten an einer deutschen Universität verwirklicht. Die Journalistenausbildung an der Universität Leipzig hat damit eine besondere Tradition.

 

Susann Huster

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