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Experten der beiden Zentren für Lehrerbildung der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden (TUD) haben den Lehramtskompass entwickelt. Dieses Projekt soll Lehramtsstudierenden und -interessenten in Sachsen den Weg zum Lehrerberuf erleichtern und Studienabbrüche verhindern. Offiziell startet der Lehramtskompass am 12. Juni bei der Veranstaltung „Lehramt digital“ an der Universität Leipzig.

Lehramtsstudierende der Universität Leipzig in der Lernwerkstatt.

Lehramtsstudierende der Universität Leipzig in der Lernwerkstatt. Foto: Christian Hüller/Universität Leipzig

„Unser Projekt setzt vor dem Studium mit einem Selbsttest für Lehramtsinteressenten an, die damit herausfinden können, ob der Lehrerberuf zu ihnen passt“, erklärt Projektleiter Dr. Jürgen Ronthaler, Direktor des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung (ZLS) der Universität Leipzig. Es folgen weitere Angebote zu drei erfahrungsgemäß kritischen Zeitpunkten im Studium: am Ende des zweiten Semesters, nach den ersten Schulpraktischen Übungen, sowie am Studienende vor der Anmeldung zur Ersten Staatsprüfung.

Die angehenden Lehrer bekommen ein digitales Instrument in die Hand, das sie unter anderem beim Studienmanagement und beim wissenschaftlichen Arbeiten unterstützt. Darüber hinaus ist für Studierende mit Abbruchgedanken eine Lenkung in vorhandene Beratungs- und Unterstützungsangebote der Hochschulen vorgesehen. „Die Studierenden werden zu ausgewählten Zeitpunkten innerhalb ihres Studiums eingeladen, anhand von Fragebögen über Studien- und Berufsvoraussetzungen zu reflektieren. Sie bekommen ein individuelles Feedback zu ihrem aktuellen Entwicklungsstand und gegebenenfalls Hinweise, welche Fähigkeiten sie noch weiter ausbilden können, sowie Informationen zu Angeboten und Medien, die ihnen das Studium erleichtern können“, berichtet Ronthaler. Ziel sei es, dass die angehenden Lehrer gut vorbereitet, gestärkt und selbstbewusst den Vorbereitungsdienst beginnen können. Genutzt werden kann der Lehramtskompass zunächst von Lehramtsstudierenden der Universität Leipzig und der TU Dresden, später auch der TU Chemnitz. Langfristig soll der Lehramtskompass auch während des Vorbereitungsdienstes genutzt werden können. Gefördert wurde das Projekt von 2016 bis 2018 vom Sächsischen Ministerium für Kultus. Das Sächsische Ministerium für Wissenschaft und Kunst fördert die Universität Leipzig in 2019, um den Lehramtskompass an den Hochschulen zu implementieren. „Der Lehramtskompass ergänzt als digitaler Wegweiser das umfangreiche Beratungs- und Unterstützungsangebot an den Hochschulen“, sagt der Prorektor für Bildung und Internationales der Universität Leipzig, Prof. Dr. Thomas Hofsäss.

Aktuell sind in Sachsen für ein Lehramtsstudium rund 6.000 Studierende an der Universität Leipzig, 3.300 Studierende an der Technischen Universität Dresden und 500 Studierende an der Technischen Universität Chemnitz eingeschrieben. Die Abbruchquote zu Beginn des Studiums (1.bis 3. Semester) liegt an der Universität Leipzig laut einer aktuellen Studie (EULe-Studie) im Lehramt bei etwa 14 Prozent, wobei die Abbruchquote im Lehramt Gymnasium und im Lehramt Oberschule am höchsten ist. Die häufigsten Gründe für die Exmatrikulation aus dem Lehramt waren Studiengang- oder Hochschulwechsel. Deshalb setzt der Lehramtskompass bereits in der frühen Ausbildungsphase an, um Studien- und Berufserfolg langfristig zu unterstützen.

Zum offiziellen Start des Lehramtskompasses am 12. Juni gibt es eine Diskussionsrunde zum Thema „Digitalisierung im hochschulischen und schulpraktischen Kontext“, unter anderem mit den Erziehungswissenschaftlern Prof. Dr. Brigitte Latzko von der Universität Leipzig und Prof. Dr. Axel Gehrmann von der TU Dresden. Prof. Dr. Sonja Ganguin von der Universität Leipzig wird das Verbundprojekt von Universität Leipzig und TU Dresden „Praxisdigitalis – Praxis digital gestalten in Sachsen“ vorstellen, das im Rahmen der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ gefördert werden wird.

 

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