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Die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten sind einer kürzlich veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge sehr gut ausgebildet. Es gebe aber insgesamt zu wenig Fachkräfte in den Kitas. Darunter leide die Qualität der frühkindlichen Bildung.

„Die Personalschlüssel für Kitas in Deutschland weichen teilweise erheblich von einem kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis ab und sind zudem von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich“, heißt es in der Studie. Prof. Dr. Susanne Viernickel, Expertin der Universität Leipzig für den Bereich Pädagogik der frühen Kindheit, hält die strukturellen Rahmenbedingungen für die Beziehungsgestaltung und Bildungsarbeit in den Kindertageseinrichtungen ebenfalls für verbesserungsbedürftig, auch wenn sich ihrer Ansicht nach leichte Fortschritte zeigen.

„Vor allem aber bleiben sie im Bundeslandvergleich, teilweise auch innerhalb von Ländern, äußerst heterogen. Unzureichende Personalschlüssel, sehr große Gruppen und gering qualifiziertes Zusatzpersonal sind Risikofaktoren, nicht nur für die pädagogische Qualität, sondern auch für die Gesundheit des Personals“, betont Viernickel. Dennoch warnte sie in dem Zusammenhang vor „Panikmache“. Diese sei kontraproduktiv und sogar lähmend. „Vielmehr müssen wir von Zustandsbeschreibungen weg hin zu einem besseren Verständnis gelangen, welche Faktoren – auch jenseits von Rahmenbedingungen – eine gute Fachpraxis tatsächlich befördern“, sagt die Expertin. Hierfür müsse Forschung gestärkt werden, die diese vielschichtigen Zusammenhänge aufdecken und Lösungsansätze partizipativ unter Beteiligung aller Akteure entwickeln kann.