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In einer Pressekonferenz hat Bundesforschungsministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben, das am 1. Juni unter Beteiligung der Universität Leipzig seine Arbeit aufnimmt.

Matthias Middell, Professor am Global and European Studies Institute der Universität Leipzig, ist einer der Koordinatoren des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Matthias Middell, Professor am Global and European Studies Institute der Universität Leipzig, ist einer der Koordinatoren des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Foto: Universität Leipzig/Swen Reichhold

83 Forschungsprojekte in zehn Bundesländern: Nach eineinhalbjähriger Vorbereitungsphase startet am 1. Juni das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt seine Forschung. Die Einrichtung wird während der vierjährigen Hauptphase mit 40 Millionen Euro gefördert. Es wird mit bundesweit elf Standorten unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und wissenschaftliche Expertise bündeln. Die Themen reichen dabei von neuen sozialen Konflikten über das Auseinanderdriften von Stadt und Land bis hin zu Populismus und zunehmendem Antisemitismus. „Um zu verstehen, was uns als Gesellschaft zusammenhält, brauchen wir noch tiefere Erkenntnisse“, sagte Bundesministerin Karliczek während der Pressekonferenz.

Das FGZ-Team am Forschungszentrum Globale Dynamiken (Leipzig Research Centre Global Dynamics, ReCentGlobe) der Universität Leipzig unter der Leitung von Dirk van Laak (Historisches Seminar), Matthias Middell (Global and European Studies) und Gert Pickel (Theologische Fakultät) widmet sich der Erforschung historischer, globaler und regionaler Varianzen des Zusammenhalts. Die Forscher am Standort Leipzig bearbeiten und problematisieren die Fragestellungen des FGZ anhand globaler, transnationaler und historischer Analysen.

In Leipzig sollen in den kommenden vier Jahren 14 Forschungsprojekte umgesetzt werden. Diese widmen sich unter anderem Mediennutzungsstrategien, populistischen Bewegungen sowie der Legitimationskrise liberaler Demokratien und autoritären Dynamiken. Der Leipziger Historiker Matthias Middell ist aktuell geschäftsführender Sprecher des FGZ. Er erforscht in einem von ihm geleiteten Projekt den Zusammenhang rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen in Frankreich mit Entwicklungen im Maghreb sowie im östlichen Europa.

Bei der Untersuchung gesellschaftlichen Zusammenhalts könne es nicht nur um Deutschland gehen, sagte Middell bei der Pressekonferenz. „Es geht um die Frage der Position der deutschen Gesellschaft in einem globalen Kontext“, so Middell. Damit trage das Leipziger Teilinstitut maßgeblich zur Erforschung von gesellschaftlichem und globalem Zusammenhalt bei. Diese Forschung ist profilprägend für die Universität Leipzig.

Weitere Informationen zum Start des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt finden Sie in der Pressemitteilung des BMBF. Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist im Internet unter www.fgz-risc.de vertreten.