Die Universität Leipzig ist mit dem Sonderforschungsbereich 1423 ein prominenter Standort der GPCR-Forschung in Deutschland. Mehrere Arbeitsgruppen untersuchen die Struktur und die physiologische Funktion dieser Rezeptoren mit dem Ziel, grundlegende Mechanismen der Körperfunktion zu verstehen und darauf aufbauend neue, passgenaue Medikamente zu entwickeln.
Da GPCRs an nahezu allen physiologischen und pathophysiologischen Prozessen beteiligt sind, haben sie eine enorme Bedeutung für die biomedizinische Forschung. Etwa ein Drittel aller heute auf dem Markt befindlichen Medikamente – nicht zuletzt das derzeit sehr bekannte Ozempic, ein Diabetes-Arzneimittel – wirken über solche Rezeptoren.
Ende 2025 wurden drei Forscher:innen der Universität Leipzig eingeladen, ihre Arbeiten auf dem internationalen GPCR-Workshop in Hawaii zu präsentieren: Prof. Dr. Tobias Langenhan und Prof. Dr. Peter Hildebrand aus der Medizinischen Fakultät und Prof. Dr. Irene Coin aus der Fakultät für Lebenswissenschaften. Darüber hinaus nahmen weitere Mitglieder des SFB 1423 teil, darunter Emeritus Prof. Dr. Martin Lohse und der assoziierte Prof. Dr. Andreas Bock. Ziel der internationalen Konferenz war es, neueste Erkenntnisse und Entwicklungen auf diesem Gebiet zu teilen, zu diskutieren und die Zukunft der GPCR-Forschung aktiv mitzugestalten.
Die Teilnahme an dem Workshop in Hawaii stellte für die Leipziger Forscher:innen einen weiteren Höhepunkt in einer Reihe wissenschaftlicher Erfolge des Konsortiums der vergangenen Jahre dar, die sich auch in mehreren Publikationen in hochrangigen Fachzeitschriften wie Nature widerspiegeln. So konnten die Teams von Prof. Dr. Langenhan und Dr. Nicole Scholz aus dem Rudolf-Schönheimer-Institut für Biochemie neue Befunde zum Signalverhalten und der Funktion von Adhäsions-GPCRs im Nervensystem gewinnen.
Prof. Dr. Hildebrand zeigte in Zusammenarbeit mit dem Organisator der Tagung Brian Kobilka die spezifische Signalweiterleitung durch GPCRs mittels biophysikalischer Computersimulationen. Prof. Dr. Coin bestimmte zusammen mit Prof. Dr. Bock die funktionelle Dynamik von GPCRs in lebenden Zellen.