Prof. Dr. Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, 2025 gemeinsam mit der Universität Leipzig berufen, erhält den Leibniz-Preis für seine Beiträge zur Archäogenetik, mit denen er eine evidenzbasierte Grundlage für die Geschichte von Seuchen schuf. „Ein Meilenstein war, als er das Bakterium Yersinia pestis als Erreger des Schwarzen Todes identifizierte und so das Feld der Alte-Pathogen-Genomik wesentlich mitbegründete, das natur- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen miteinander verzahnt“, heißt es unter anderem in der Begründung und weiter: „Weitere Meilensteine stellen Krauses Studien zur Rekonstruktion der (prä)historischen Besiedlungsgeschichte auf verschiedenen Kontinenten dar. Seine Arbeiten geben uns Einblicke, wie Infektionskrankheiten die Geschichte der Menschheit begleitet haben. Sie helfen, eine eurozentrische Perspektive zu korrigieren und globale Mechanismen in den Blick zu rücken
Prof. Dr. Christian Doeller vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, 2019 gemeinsam mit der Universität Leipzig berufen, erhält den Leibniz-Preis für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Kognitiven Neurowissenschaften und der Psychologie, mit denen er wertvolle Erkenntnisse über die Struktur des menschlichen Denkens liefert. „Als einer der führenden Gedächtnisforscher erzielte er mit seinen Arbeiten bahnbrechende Durchbrüche in der Erforschung der neuronalen Raumkognition, also den Fähigkeiten eines Menschen, sich zu orientieren, einen Raum wahrzunehmen und darin zu handeln“, so die Begründung. Doellers Erkenntnisse würden auch helfen, zu verstehen, wie und warum Erkrankungen des menschlichen Gehirns zu bestimmten kognitiven Beeinträchtigungen führen.
Rektorin gratuliert
„Ich gratuliere Professor Krause und Professor Doeller sehr herzlich zu je einem Leibniz-Preis. Beide Forscher wurden gemeinsam mit der Universität Leipzig berufen und zählen zu den führenden Köpfen der Leipziger Wissenschaftslandschaft und auch unserer Universität“, so Prof. Dr. Eva Inés Obergfell, Rektorin der Universität Leipzig. „Professor Krause ist seit diesem Jahr Honorarprofessor für Archäogenetik an unserer Fakultät für Lebenswissenschaften und unterstützt unsere Spitzenforschung auch als Projektleiter im Exzellenzcluster LeiCeM. Professor Doeller leistet als Honorarprofessor für Lern- und Gedächtnispsychologie ebenfalls einen wertvollen Beitrag zu Forschung und Lehre an unserer Universität. Ich freue mich sehr, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Leistungen dieser Leipziger Wissenschaftler mit dem wichtigsten Forschungsförderpreis in der deutschen Wissenschaft würdigt.“
Die Ausgezeichneten erhalten jeweils ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro. Diese Gelder können sie bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden. Die Leibniz-Preise werden feierlich am 18. März 2026 in Berlin vergeben.
Zu den Personen
- Johannes Krause studierte unter anderem an der Universität Leipzig Biochemie, wurde 2008 an der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI-EVA) promoviert. Nach verschiedenen Zwischenstationen ist er seit 2020 Direktor der Abteilung Archäogenetik am MPI-EVA in Leipzig. Er erhielt einen ERC Starting Grant (2013) und einen ERC Synergy Grant (2020). Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem der AAAS Newcomb Cleveland Prize 2010 und der Fabio-Frassetto-Preis 2020. Seit 2024 ist Krause Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. 2025 wurde er gemeinsam mit der Universität als Honorarprofessor berufen.
- Christian Doeller studierte Psychologie und Informatik an den Universitäten Bonn und Würzburg sowie an der HU Berlin und promovierte anschließend in Psychologie an der Universität des Saarlandes. Nach weiteren Zwischenstationen folgte 2018 der Wechsel an das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, wo er als Direktor die Abteilung Psychologie leitet. 2019 wurde er gemeinsam mit der Universität Leipzig als Professor berufen. Seit 2023 ist er Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft.